Premiere 31.05.2019 › Schauspielhaus

Schuld und Sühne

nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewski
Handlung
„Meine Ansicht ist folgende: falls die Entdeckungen Keplers oder Newtons der Menschheit infolge irgendwelcher Umstände nur hätten bekannt werden können, wenn einer, wenn zehn, hundert oder noch mehr Personen geopfert worden wären, die diese Entdeckung gestört oder verhindert hätten, dann hätte Newton das Recht gehabt, ja, wäre sogar verpflichtet gewesen … diese zehn oder hundert Menschen zu beseitigen, um seine Entdeckung der ganzen Welt mitzuteilen.“
 
Rodion Raskolnikow, ein verarmter Student und Held von Dostojewskis großem Roman, hat sich eine Theorie gebaut, nach der er die Menschen in ‚gewöhnliche‘ und ‚ungewöhnliche‘ einteilt. Letztere hätten das Recht, die ersteren als Material für ihre Ideen und Vorhaben zu behandeln und zu benutzen und eben auch das Recht zu töten. Den Ideen der ‚großen‘ Menschen ist alles unterzuordnen, da nur sie in der Lage seien, etwas Neues zu schaffen. Raskolnikow testet seine Theorie im realen Leben, er ermordet eine Pfandleiherin und als ‚Kollateralschaden‘ auch noch ihre Schwester. Der Mord steht am Beginn des Romans, der dann die schrittweise Aufklärung der Motive, der Ängste und der Irrungen Raskolnikows als spannenden Krimi erzählt. SCHULD UND SÜHNE bietet meisterhaft komponierte Spannung, es ist aber vor allem einer der großen Ideenromane Dostojewskis: Die nihilistische Philosophie Raskolnikows verweist bereits wie ein überlanger Schatten auf die Verbrechen, die das zwanzigste Jahrhundert geprägt haben.
Besetzung