03.10.2019 › Schauspielhaus

Let Them Eat Money. Welche Zukunft?!

von Andres Veiel in Zusammenarbeit mit Jutta Doberstein
Gastspiel Deutsches Theater Berlin
Auf dem Bild: Susanne-Marie Wrage, Paul Grill
Foto: Arno Declair
Auf dem Bild: Kathleen Morgeneyer, Luise Hart, Thorsten Hierse
Foto: Arno Declair
Auf dem Bild: Susanne-Marie Wrage, Kathleen Morgeneyer, Thorsten Hierse, Jürgen Huth, Paul Grill
Foto: Arno Declair
Handlung
Ein Stück Zukunft: Nach partizipativen Formaten, in denen Andres Veiel und Jutta Doberstein Wissenschaftler_innen und Bürger_innen zu Workshops zu den Themen Arbeit, Finanzen, Umwelt etc. zusammengebracht haben, entstand nun ein Theaterstück, das sich in der Zukunft mit Vergangenheit beschäftigt: In einem Untersuchungsausschuss wird im Jahr 2028 die Frage nach der Verantwortung für die Ereignisse der Jahre 2018 bis 2028 gestellt. Die EU befindet sich nach dem Austritt Italiens 2023 in einer der größten Krisen ihrer Geschichte. Anlass genug, gegenzusteuern und in der Rest-EU 2024 ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen. Doch ein ökonomischer Crash ist nicht mehr aufzuhalten. Ist die Ursache in einer zufälligen Verkettung bester Absichten zu finden? Andres Veiel geht es um die Konfrontation mit widersprüchlichen Entwürfen von Zukunft – abseits von Legislaturperioden oder Parteiinteressen. So werden utopische Momente genauso zur Diskussion gestellt wie dystopische. Welche Spuren verfolgen wir? Und welche hinterlassen wir?

Gastspiel im Rahmen von „30 Jahre Friedliche Revolution – Themenwoche der Sächsischen Staatstheater

www.deutschestheater.de

Informationen zur Recherche und zum Gesamtprojekt auch unter www.welchezukunft.org
Besetzung
Regie
Andres Veiel
Bühne
Julia Kaschlinski
Kostüme
Michaela Barth
Musik
Fabian Kalker
Video
Daniel Hengst
Dramaturgie
Ulrich Beck
Movement- und Luftakrobatik Choreographie
Sascha Krohn
Licht
Matthias Vogel
Stefan Tarp
Timo Weisschnur
Franca Roloeg
Susanne-Marie Wrage
Rappo Rosser
Paul Grill
Yildune Kaayan
Kathleen Morgeneyer
Sina, ihre Tochter
Luise Hart
Hans „Onz“ Perret
Božidar Kocevski
Frerich Konnst
Henning Vogt
Jürgen Bandowski
Helmut Mooshammer
Live-Musik
Nicolas Fehr
Stimme
Friederike Drews
Videos
Nächste Termine
http://www.staatsschauspiel-dresden.de/
Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden
Zu Gast
3
Do
Okt
20.00 Uhr
Schauspielhaus
von Andres Veiel in Zusammenarbeit mit Jutta Doberstein
Gastspiel Deutsches Theater Berlin
im Anschluss Publikumsgespräch
Preis: 15 € bis 31 €
30 Jahre Friedliche Revolution – Themenwoche der Sächsischen Staatstheater
Pressestimmen
„Die Science-Fiction-Aura tut dem Text gut, der übervoll und Detail-lastig alle Krisenthemen der Gegenwart versammelt.“
Simone Kaempf, 28.09.2018, nachtkritik.de
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28.09.2018

„Wer Andres Veiel eher als Regisseur schlichter, sachlicher Bühnenästhetik im Kopf hat, blickt hier auf ein hybrides Setting aus medialer Oberfläche und Katastrophen-Welt. Auch Salz wie aus einem vertrockneten See bedeckt weiß den Boden und von der Decke baumeln Stricke wie in einer Folterkammer. [...]
Die Science-Fiction-Aura tut dem Text gut, der übervoll und Detail-lastig alle Krisenthemen der Gegenwart versammelt: Big Data, Überwachung, Bankensystem, Politik-Versagen auf allen Ebenen, übermächtige Unternehmens-Interessen, Klimakatastrophe. [...]
Die dystopische Verkettung ist nicht neu, aber Veiel schenkt den Zusammenhängen einen neuen spekulativen Rahmen. Und vor allem rücken die Figuren und ihre Prägungen in den Vordergrund. Die ersten Seiten des Stücks bestehen aus Beschreibungen ihrer Biografie. Täter sind nicht mehr auszumachen, sondern Ideenträger und unterschiedliche Denkweisen. Ein Kniff, mit dessen Hilfe die prototypischen Widersprüchlichkeiten aufleben und einem das Science-Fiction-Szenario näher kommt.“
Simone Kaempf, nachtkritik.de
„Veiel setzt hier mit seiner Co-Autorin Jutta Doberstein ein hoch spannendes Gedankenexperiment an, eine klug durchdachte Dystopie, die sich nie mit einfachen Fragen oder simplen Lösungen begnügt.“
Barbara Behrendt, 29.09.2018, Deutschlandfunk Kultur
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29.09.2018
„Kathleen Morgeneyer, eine durchlässige, emotionale Schauspielerin, gibt dem Abend als verbitterte Head-Aktivistin Blut. Ebenso wie Jörg Pose als selbstironischer EZB-Chef, der sich immer wieder über die hirnlosen Ansagen der neuesten Roboter lustig macht, die ihn befragen. Mit der Figur des ehemaligen Paketlieferanten Jürgen Bandowski (er wurde von Drohnen ersetzt) versucht Veiel, Bodenhaftung zu bekommen – Jürgen Huth gibt ihn als komischen, patenten Berliner, der die Welt nicht mehr versteht.
Veiel setzt hier mit seiner Co-Autorin Jutta Doberstein ein hoch spannendes Gedankenexperiment an, eine klug durchdachte Dystopie, die sich nie mit einfachen Fragen oder simplen Lösungen begnügt und sich oft nah an den Problemen der Wirklichkeit bewegt. Auch die Figurenzeichnung ist komplex. Jeder möchte das Beste für die Welt, ist auf der Suche nach der brillanten Zukunft. Stefan Tarp hat mit einer smarten Idee Flüchtlinge gerettet und das Grundeinkommen eingeführt. Die redliche EU-Kommissarin wurde schlicht von den Märkten überrannt. Hier gibt es keine schlechten Menschen – nur schlechte Ideen. Und selbst die kommen zunächst noch vernünftig daher. [...]
Ein tiefschürfendes Theaterlabor, ein überbordendes Kopftheater, gedanklich ein gelungenes Forschungsexperiment.“
Barbara Behrendt, Deutschlandfunk Kultur
„Veiel schafft es, eine Fülle der dringenden Fragen und Debatten unserer Zeit zu verdichten und das Publikum mit einem Denkauftrag zu entlassen.“
Georg Kasch, 30.09.2018, Berliner Morgenpost
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30.09.2018
„LET THEM EAT MONEY ist ein Theaterabend für den Kopf. Er erzeugt ein Summen und Vibrieren im Oberstübchen im positiven Sinne. Aber es schwirrt am Ende auch einiges durcheinander. Trotzdem ist der Abend kein trockenes Thesen-Theater. Das hat mit den vielschichtigen Figuren zu tun. Schwarz-weiß gibt es hier nicht, Politiker, EZB-Präsident, Milliardär - sie sind genauso wenig nur böse, wie die Aktivisten nur gut sind. [...]
Überhaupt steckt viel Humor drin, was dann doch überrascht, aber dem Kopf gut tut. [...]
Veiel schafft es, eine Fülle der dringenden Fragen und Debatten unserer Zeit zu verdichten und das Publikum mit einem Denkauftrag zu entlassen.“
Georg Kasch, Berliner Morgenpost
„Ein Aufrüttel-Abend bevor es zu spät ist.“
Georg Kasch, 30.09.2018, Berliner Morgenpost
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30.09.2018
„Das Stück LET THEM EAT MONEY das Veiel zusammen mit Jutta Doberstein entwickelte, ist der aufrichtige Versuch, sich die möglichen Auswirkungen der Krisen und Probleme von heute vorzustellen. Ein Aufrüttel-Abend bevor es zu spät ist.“
Georg Kasch, Berliner Morgenpost