14.06.2020 › Kleines Haus 1, Musik zwischen den Welten

108 Fahrenheit „Kein Herz“

Pop und Poesie. Das neue Album.
präsentiert von der Konzert- und Theateragentur Andreas Grosse

Handlung
Pop und Poesie, noch dazu auf Deutsch, das ist in der hiesigen Musiklandschaft ein schmaler Grat, auf dem nicht wenige ambitionierte Bands schnell die Balance verlieren. Entweder wird’s banal oder kitschig, im schlimmsten Fall sogar beides. Glücklicherweise sind die Mannen um Kai Niemann meilenweit davon entfernt, und 108 FAHRENHEIT schicken sich mit ihrem neuen Studioalbum „Kein Herz“ an, dem deutschsprachigen Pop ein Kapitel hinzufügen, das nicht vor klebrigen Plattitüden trieft, sondern anregende Melancholie in Form von ehrlichem Understatement pflegt.
Dazu gehört natürlich erst einmal die virtuose Handhabung von Saiten jeglicher Coleur ebenso wie Drumsticks und Besen bis hin zum Saxophon. Die siebenköpfige Band zelebriert dabei ihr studiertes Handwerk, ohne sich in übertriebenen Schnörkeln zu verlieren. Fast schon als Markenzeichen tänzelt das Banjo von Marco Pfennig mal ironisch, mal melancholisch um Akustik- und E-Gitarren, um Bass und Schlagzeug herum. Aber was wäre all diese unaufdringliche Instrumental-Virtuosität und gleichzeitige musikalische Leichtigkeit ohne den entsprechenden Gesang?
Diesen intoniert Kai Niemann mit einer so sanften Bestimmtheit, die ihresgleichen sucht, ganz einfach, weil er etwas zu sagen hat, ganz ohne Kitsch und Banalitäten. Fernab tausendfach gehörter Herzschmerz-Phrasen erzählt und singt er von den großen Gefühlen im Kleinen, von Erinnerungen, von Lebens- und Liebensphasen. Und irgendwann zwischen Anklängen von „Element of Crime“ und „Mumford & Sons“, zwischen Pop und leichten Folk-Zitaten passiert es: Die Musik wird für die Hörer zum Soundtrack eines melancholisch, dennoch daseinsbejahenden Roadtrips entlang der herbstlich-warmen Allee namens Leben.
Die Mitglieder von 108 FAHRENHEIT sind keine Unbekannten. Insbesondere Sänger Kai Niemann hat eine schon lange Geschichte als Musiker hinter sich: 2001 hatte er mit „Im Osten“ einen nationalen Charterfolg und Airplayhit, der das Lebensgefühl einer ganzen Generation zu beschreiben imstande war. Danach folgten diverse Alben als Solokünstler bis er 2014 die Band 108 FAHRENHEIT gründete.
Neben den gut geschriebenen Songs fällt bei der Band besonders die Textlastigkeit auf. Kai Niemann sagt dazu: „Uns ist es als Band äußerst wichtig, Botschaften zu transportieren. Wenn die Texte egal wären, könnten wir auch Werbemusik machen. Texte können Musik verändern, verstärken. Ich versuche, selbst Erlebtes so universell wie nötig zu formulieren, damit sich Menschen darin wiederfinden können. Manche Lieder handeln von Angst und Depression, was bei vielen in der Musik leider noch ein Tabuthema ist. Ich möchte den Zuhörern zeigen, dass sie damit nicht alleine sind, dass ich sie verstehe. Und wenn sie mich verstehen, ist eine Verbindung da, die mehr wert ist als alles Party-Gedöns ...“

108fahrenheit.de
Besetzung
Gesang
Kai Niemann
Banjo
Marco Pfennig
Bas
Adrian Kehlbacher
E-Gitarre
Alexander Henke
Akustik-Gitarre
Thomas Hübel
Schlagzeug
Stephan Salewski
Video
Termine
http://www.staatsschauspiel-dresden.de/
Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden
Zu Gast
14
So
Jun
20.00 Uhr
Kleines Haus 1, Musik zwischen den Welten
Pop und Poesie. Das neue Album.
präsentiert von der Konzert- und Theateragentur Andreas Grosse
Preis: 20 € bis 24 €
Frühbucher