Uraufführung 06.06.2020 › Schauspielhaus

Baron Münchhausen

Handlung
Münchhausens Leben gleicht einem Ritt auf der Kanonenkugel: Kein Ort, den er nicht erreicht, kein Wagnis, das er nicht überlebt hätte. Berichtet er davon, verschmelzen Realität und Erfindung zu einem rauschhaften Lebensabenteuer. Dieses Abenteuer wollten sich Reichsfilmintendant Fritz Hippler und Reichspropagandaleiter Joseph Goebbels nicht entgehen lassen. Sie waren 1943 der Meinung, dass nur der verfemte und mit einem Berufsverbot belegte Dresdner Schriftsteller Erich Kästner in der Lage wäre, ein Drehbuch über den ‚Lügenbaron‘ zu schreiben. Und Erich Kästner sagte zu. Für einen der größten Filmerfolge der UFA mit Hans Albers in der Titelrolle schuf er unter dem Pseudonym Berthold Bürger die Grundlage.
Den Ursprung dieses Bestsellers, 150 Jahre vor dem UFA-Film, bildet ein Rufmord. Dessen Opfer: der Freiherr Hieronymus Karl Friedrich von Münchhausen. Der Täter: Gottfried August Bürger, ein Dichter, dem Vernunft und Rationalität heilig waren. Dass er unter Pseudonym schreibend, einem ihm völlig Unbekannten mit einem ‚Lügenroman‘ derart an die Ehre ging, passte allerdings bestens in die Zeit: Die etwas angestaubte Aufklärung war, wenige Jahre vor der Französischen Revolution, umgeschlagen in eine renitente Jugendbewegung, in leidenschaftlichen Protest, Geniekult und entfesselte Subjektivität. Bürgers Münchhausen durchleuchtet die Imageprobleme der ‚Kraftkerle‘, der Alleskönner und Aufschneider seiner Epoche.
Rainald Grebe lässt die Kanonenkugel im Trumpschen Säkulum wieder fliegen.
Besetzung
Nächste Termine
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Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden
28
So
Jun
19.00 Uhr
Schauspielhaus
Preis: 15 € bis 31 €
Frühbucher