Uraufführung 02.06.2019 › Kleines Haus

Demokratie von unten

eine szenische Lesung
von Esther Undisz
FOTO Sebastian Hoppe
Handlung
Als Anfang Oktober 1989 die Züge mit ausreisewilligen DDR-Bürger*innen aus der Prager Botschaft durch den Dresdner Hauptbahnhof gen Westen fuhren, eskalierte die Gewalt bei spontanen Demonstrationen rings um den Haupt­bahnhof. Am 6. Oktober verlasen Schauspieler*innen des Staatsschauspiels nach der Vorstellung die Resolution „Wir treten aus unseren Rollen heraus“, in der sie ihre Forderungen nach einem gewaltfreien Dialog zwischen Staatsführung und Volk formulierten. Am 7. Oktober feierten Menschen auf dem Altmarkt den 40. Jahrestag der Gründung der DDR, am selben Abend bildete sich ein Demonstrationszug, in dem sich die Unzufriedenheit mit den im Land herrschenden Verhältnissen auf der Straße artikulierte.
In dieser Situation mit großem Gewaltpotenzial standen sich am 8. Oktober eingekesselte Demonstrant*innen und Polizist*innen auf der Prager Straße gegenüber, als es zwei Pfarrern gelang, ein Gespräch zwischen beiden Seiten zu initiieren. Damit begann die radikalste Wende innerhalb der später „friedliche Revolution“ genannten Zeit und sandte ein Signal der Hoffnung, das am nächsten Tag auch Leipzig erreichte und die erste friedliche systemkritische Großdemonstration dort möglich machte.
Wir lassen Zeitzeugen dieses wichtigen historischen Ereignisses ihre Geschichten erzählen und spüren den vielfältigen Anfängen der Demokratiebewegung nach. Welche Impulse kann uns die Erinnerung an den Herbst ’89 für heute geben?
Besetzung
Bühne, Kostüme und Video
Licht
Dramaturgie
und den Bürger*innen
Susanne Altmann, Thomas Förster, Benno Fritz, Mario Göpfert, Silke Körner, Jens Nitsche, Frank Richter, Michael Schaarschmidt, Gabriele Schluttig, Dr. Herbert Wagner