Premiere 23.02.2018 › Kleines Haus 2

Die Nashörner

von Eugène Ionesco
aus dem Französischen von Claus Bremer und Hans-Rudolf Stauffacher
Auf dem Bild: Paul Wilms, Lucas Lentes, Emil Borgeest, Tillmann Eckardt, Alexander Ganz, Tammy Girke, Claudia Korneev, Marina Poltmann
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Tillmann Eckardt, Emil Borgeest, Lucas Lentes, Marina Poltmann, Tammy Girke, Claudia Korneev, Paul Wilms, Alexander Ganz
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Claudia Korneev, Paul Wilms
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Tillmann Eckardt, Marina Poltmann
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Paul Wilms, Tammy Girke, Claudia Korneev
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Alexander Ganz, Emil Borgeest, Lucas Lentes, Tillmann Eckardt
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Emil Borgeest, Lucas Lentes
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Emil Borgeest, Alexander Ganz, Tillmann Eckardt, Marina Poltmann, Tammy Girke, Lucas Lentes, Paul Wilms
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Emil Borgeest
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Paul Wilms, Lucas Lentes, Marina Poltmann, Tammy Girke, Emil Borgeest
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Lucas Lentes, Alexander Ganz, Tammy Girke, Emil Borgeest, Paul Wilms, Marina Poltmann
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Alexander Ganz, Paul Wilms, Marina Poltmann, Tammy Girke, Emil Borgeest, Lucas Lentes, Tillmann Eckardt
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Alexander Ganz, Paul Wilms, Tammy Girke, Marina Poltmann, Claudia Korneev, Emil Borgeest, Lucas Lentes
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Alexander Ganz, Claudia Korneev
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Tammy Girke, Emil Borgeest, Lucas Lentes, Marina Poltmann, Tillmann Eckardt, Paul Wilms, Alexander Ganz
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Tillmann Eckardt, Alexander Ganz
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Alexander Ganz, Tillmann Eckardt
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Emil Borgeest, Tillmann Eckardt, Claudia Korneev, Lucas Lentes, Marina Poltmann, Tammy Girke, Paul Wilms, Alexander Ganz
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Paul Wilms, Tammy Girke, Alexander Ganz
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Emil Borgeest, Tillmann Eckardt, Claudia Korneev, Lucas Lentes, Marina Poltmann, Paul Wilms, Alexander Ganz, Tammy Girke
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Alexander Ganz, Paul Wilms, Tillmann Eckardt, Emil Borgeest, Lucas Lentes, Tammy Girke, Claudia Korneev, Marina Poltmann
Foto: Sebastian Hoppe
Handlung
Über den bis gerade eben ruhigen Marktplatz einer beschaulichen Provinzstadt walzt plötzlich und unerklärbar ein Nashorn. Der Zwischenfall, der zunächst für alarmierende Hysterie sorgt, wird schnell zur Normalität, denn es bleibt nicht bei diesem einen Nashorn: Nach und nach verwandeln sich rätselhafterweise immer mehr Einwohner*innen in graue Dickhäuter, willentlich oder aus Pflichtgefühl, um mit dem Zeitgeist zu gehen oder einfach um dazuzugehören. Die anfangs absurde Verwandlung wird in kurzer Zeit zur banalen Realität quer durch alle sozialen Schichten, bei der die individuellen Besonderheiten in der grauen Herde untergehen.
Eugène Ionesco entwarf in den 1950er Jahren nicht nur ein Gesellschaftspanorama, das auf die Wurzeln des Totalitarismus in der Verantwortungslosigkeit des Einzelnen verwies, er warnte auch vor der wieder aufkommenden Tendenz zu sozialem Konformismus und der Rückbesinnung auf allzu harmonische Traditionen und Weltbilder, die mit der Wirklichkeit nicht in Übereinkunft zu bringen waren. Diese Kritik an seinen Zeitgenoss*innen wurde gerne und häufig zugunsten eines viel einfacher gedachten Porträts des bereits zurückliegenden Totalitarismus in Deutschland ausgeblendet. Doch die Kritik an einem hinter dem Individualismus versteckten Zwang zu Konformität, an einfachen und unreflektierten Weltbildern und den Dynamiken, die mit der Verführung durch Macht einhergehen, hat an Aktualität nicht verloren.

Eine Inszenierung mit Studierenden des Schauspielstudios der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig am Staatsschauspiel Dresden.
Dauer der Aufführung: 1 Stunde und 40 Minuten.
Keine Pause.
Besetzung
Regie
Kostüme
Licht
Richard Messerschmidt
Dramaturgie
Die Hausfrau
Der Händler
Behringer
Die Kellnerin
Der ältere Herr
Der Logiker
Daisy
Schmetterling
Wisser
Frau Ochs
Video
Nächste Termine
http://www.staatsschauspiel-dresden.de/
Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden
18
Di
Sep
19.30 - 21.10 Uhr
Kleines Haus 2
von Eugène Ionesco
aus dem Französischen von Claus Bremer und Hans-Rudolf Stauffacher
18.45 Einführung
Preis: 17 €
http://www.staatsschauspiel-dresden.de/
Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden
21
Fr
Sep
19.30 - 21.10 Uhr
Kleines Haus 2
von Eugène Ionesco
aus dem Französischen von Claus Bremer und Hans-Rudolf Stauffacher
Preis: 19 €
http://www.staatsschauspiel-dresden.de/
Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden
2
Di
Okt
19.30 - 21.10 Uhr
Kleines Haus 2
von Eugène Ionesco
aus dem Französischen von Claus Bremer und Hans-Rudolf Stauffacher
Preis: 17 €
Pressestimmen
„Ein Abend, der aus komponierten kleinen Szenen besteht, die bestechend ineinandergreifen. Das Tempo ist dabei hoch, aber nie hektisch. Langer Premierenbeifall. Verdient.“
Torsten Klaus, 26.02.2018, Dresdner Neueste Nachrichten
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26.02.2018
„Regisseurin Juliane Kann erlässt Eugène Ionescos ‚Die Nashörner‘ im Dresdner Kleinen Haus den Zeitbezug – zum Glück.
Sich dem Aktuellen auszuliefern, birgt das Risiko des politischen Erklärbärs. Etwas, dem die Bühne aus dem Weg gehen muss, weil es die Sachverhalte verkürzt, statt den Horizont zu weiten. Der offen liegende Zeitbezug bei Ionescos ‚Die Nashörner‘ wäre also einfach und schnell herzustellen, er säuselt und lockt geradezu. Doch diese Falle hat das Team um Regisseurin Juliane Kann und Bühnenbildner Vinzenz Gertler bei der jüngsten Ionesco-Premiere im Kleinen Haus weiträumig und elegant umgangen. Vor allem elegant.
Ein Abend, der aus komponierten kleinen Szenen besteht, die bestechend ineinandergreifen. Wie die einzigartige Choreografie mithilfe einer überlangen Neonröhre, die ganz verschiedene Funktionen einnimmt und szenische Gruppenteilungen jeweils sehr effektiv untermalt. Dabei schimmert auch das Komische durch.
Das Tempo ist dabei hoch, aber nie hektisch. Beständig befeuert wird die Szenerie von einem Soundtrack (Daniel Freitag), der meist nur wenige Töne umfasst, die dafür umso intensiver wirken.
Ionesco schickt uns auf einen Trip an die Grenze vom Möglichen zum Unmöglichen, darüber hinaus – und wieder zurück. Behringers ‚Ich kapituliere nicht‘ ist der Beweis für diese Reise. Es geht um nicht weniger als um alles. Dazu braucht es keinen Zeitbezug. Langer Premierenbeifall. Verdient.“
Torsten Klaus, Dresdner Neueste Nachrichten
„Die Studenten tanzen ein irrwitziges Ballett der Verrenkungen, Verheißungen, Verzückungen. Höchster physischer Einsatz von allen Akteuren.“
Rainer Kasselt, 26.02.2018, Sächsische Zeitung
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26.02.2018
„Mit viel Beifall aufgenommene Premiere. Die Intendanz betraute acht Studenten des Schauspielstudios mit der Inszenierung. Gemeinsam mit Regisseurin Juliane Kann fragen sie: Was haben ‚Die Nashörner‘ heute zu sagen? Das Team macht nicht den Fehler, Pegida mit Fahne und Sprüchen auf die Bretter zu holen. So einfach ist das Stück nicht gestrickt, so banal wird es von den Studierenden der Leipziger Hochschule für Musik und Theater nicht umgesetzt. Ihre Lesart fragt: Wie viel Verführbarkeit steckt in uns?
Ionesco zeigt in seinem ‚Theater des Absurden‘ das Absurde als das Alltägliche. Die Welt erscheint banal, grotesk, unerklärbar. Die Menschen reden mit Worthülsen aneinander vorbei. Der Dramatiker will Ängste, Wünsche, Träume der Menschen sichtbar machen. Da ihnen die Worte fehlen, überträgt die Regie deren Gefühle in körperliches, pantomimisches Spiel. Die Studenten tanzen ein irrwitziges Ballett der Verrenkungen, Verheißungen, Verzückungen. Höchster physischer Einsatz von allen Akteuren, sie kreuchen, kriechen und krabbeln über die karge Bühne. Als Zuschauer hat man das Gefühl, einer Übungsstunde beizuwohnen.“
Rainer Kasselt, Sächsische Zeitung
„Das kluge Stück taugt als Schablone für nahezu alle gesellschaftlichen Wandlungen. Richtig gut in seiner weicheiernden Verzweiflung Alexander Ganz. Sein Schlussmonolog ergreift und rechtfertigt allein schon den Besuch.“
Andreas Herrmann, April 2018, SAX