09.11.2018 › Probebühne Schauspiel 1 im Schauspielhaus

LTI: Lingua Tertii Imperii

von Victor Klemperer
Lesung
FOTO Klaus Gigga & Sebastian Hoppe
Handlung
Im Herbst 2018 jähren sich die nationalsozialistischen Novemberprogrome zum 80. Mal. Auf dem Gebiet des heutigen Sachsens sahen sich damals als Juden verfolgte Menschen neben den körperlichen und materiellen auch sprachlichen Demütigungen ausgesetzt. Der deutsche Romanist Victor Klemperer hat während der Hitler-Herrschaft die Sprache der Nationalsozialisten analysiert und dokumentiert.
Den Titel, manchem Leser ein Rätsel, erklärte Victor Klemperer selbst: „LTI: Lingua Tertii Imperii, Sprache des Dritten Reichs. Als parodierende Spielerei zuerst, gleich darauf als ein flüchtiger Notbehelf des Erinnerns, als eine Art Knoten im Taschentuch, und sehr bald und nun für all die Elendsjahre als eine Art Notwehr, als ein an mich selbst gerichteter SOS-Ruf steht das Zeichen LTI in meinem Tagebuch.“
Wir erleben täglich, wie Worte zu Waffen werden und wie wir damit die Gräben unserer Gesellschaft vertiefen. Wer mit Sprache umgehen kann, kann sie für seine Zwecke benutzen. Denn Sprache ist Macht. Victor Klemperer hat in LTI gezeigt, wie Sprache im Nationalsozialismus als Ideologietransport missbraucht wurde. Seine Analyse über die Sprache des ­Dritten Reichs liest sich wie eine Gebrauchsanweisung, die die sprachlichen Manipulationen entlarvt und benennt.
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