Premiere 29.05.2021 › Schauspielhaus

Lulu

FOTO Sebastian Hoppe
Handlung
„Was interessiert mich eine anständige Frau!“

Lulu will jeder sehen, das schöne Objekt der Begierde. Doch die Schauspielerin verlässt die Bühne, entzieht sich den voyeuristischen Blicken, verweigert sich Fortschreibungen weiblicher Rollenbilder. Zurück bleiben Männer, die ihren Erwartungen und Sehnsüchten nicht entkommen, und so beginnt sie erneut, die Geschichte von Lulu, die jedermann und -frau als Projektionsfläche eigener Wünsche dient. Allen voran dem Zeitungsverleger Schön. Er kauft Lulu, die noch ein Kind ist, ihrem „Zuhälter-Vater“ Schigolch ab, erzieht sie, verheiratet sie – und erliegt ihr zuletzt doch: Als er sie mit seinem Sohn Alwa in flagranti ertappt, löst sich eine Kugel aus der Lulu zum Selbstmord gereichten Waffe und tötet ihn. Da sind bereits ein Medizinalrat und ein Maler an dieser Frau zugrunde gegangen, als sie – wider besseres Wissen – die Freizügigkeit Lulus als Frivolität, ihre Sinnlichkeit als Wollust missdeuten. Der Schuss auf Schön zwingt Lulu zur Flucht nach Paris. Als alles Geld verspielt und verspekuliert ist, ihr Verhaftung droht, flieht sie erneut und strandet in London. Zur Prostitution gezwungen, ist ein gewisser Jack einer ihrer ersten Freier. Später nennt man ihn The Ripper.
21 Jahre arbeitete Frank Wedekind an der LULU-Tragödie, die ihm ­Theaterskandale und einen langwierigen Gerichtsprozess einbrachte. Zahlreiche Bearbeitungen, in Zensur und Selbstzensur begründet, waren die Folge. Heute gilt das Stück, das sich radikal mit herkömmlichen Moralvorstellungen auseinandersetzt, als Wedekinds Hauptwerk. Der Regisseurin Daniela Löffner gibt die Inszenierung des Stückes Gelegenheit zu untersuchen, wie Sexualität – auch heute noch – Menschen an ihre Grenzen bringen kann.
Besetzung
Dr. Franz Schöning / Casti Piani / Mr. Hopkins
Eduard Schwarz / Jack the Ripper
Dr. Goll / Bankier Puntschuh / Dr. Hilti
Alwa Schöning
Schigolch / Ludmilla Steinherz
Gräfin Geschwitz
Rodrigo Quast / Kungu Poti
Pariserinnen / Frau
Ensemble