23.04. + 24.04.2020 › Schauspielhaus

Macht und Widerstand

von Ilija Trojanow
Gastspiel des Deutschen Theaters Berlin
eine Kooperation mit dem Schauspiel Hannover
Auf dem Bild: Samuel Finzi, Sarah Franke
Foto: Katrin Ribbe
Auf dem Bild: Sarah Franke, Markus John
Foto: Katrin Ribbe
Auf dem Bild: Henning Hartmann, Samuel Finzi, Markus John
Foto: Katrin Ribbe
Auf dem Bild: Samuel Finzi, Henning Hartmann, Markus John, Sarah Franke
Foto: Katrin Ribbe
Auf dem Bild: Markus John, Henning Hartmann
Foto: Katrin Ribbe
Auf dem Bild: Samuel Finzi, Henning Hartmann, Sarah Franke, Markus John
Foto: Katrin Ribbe
Auf dem Bild: Sarah Franke, Markus John, Henning Hartmann, Samuel Finzi
Foto: Katrin Ribbe
Auf dem Bild: Samuel Finzi, Sarah Franke
Foto: Katrin Ribbe
Auf dem Bild: Samuel Finzi, Sarah Franke, Henning Hartmann, Markus John
Foto: Katrin Ribbe
Handlung
Bulgarien. Zwei Biografien. Die des Anarchisten Konstantin – zehn Jahre saß er für die Sprengung eines Stalindenkmals in Haft: Lager, Zwangsarbeit, Psychiatrie, Kälte- und Hungerfolter, Schläge. Und die seines Folterers Metodi, dem „Michelangelo des Verhörs“, Produkt und Profiteur eines Regimes, das auf das Ressentiment der Zukurzgekommenen setzte und der Brutalität freien Lauf ließ. Doch das ist Jahre her. 1989 wechselt die Regierung, es bricht eine neue Zeit an – zumindest äußerlich. Die Protagonisten der Macht bleiben die gleichen. Sie haben sich ohne größeren Reibungsverlust neu eingerichtet. Erinnerungen sind trügerisch. Und unerwünscht. Konstantin versucht, in den Akten der Staatssicherheit Zeugnisse für das Erlebte zu finden. Er sucht die Wahrheit, zornig und kompromisslos. Seine Unerbittlichkeit wird ihm selbst von Leidensgefährten zum Vorwurf gemacht. Warum zurückschauen? Tatsächlich stößt Konstantin nur auf wenig aussagekräftige Dokumente. Die Sicherheitsbehörden haben gründliche Arbeit geleistet, ihre Arme reichen bis in die Gegenwart. Seine Erfahrungen werden negiert, finden keinen Widerhall. Und so bleiben Opfer und Folterer, Konstantin und Metodi, aneinander gekettet, ihre Biografien auf Lebenszeit miteinander verflochten, makaber aufeinander angewiesen durch die Zeugenschaft, die allein sie sich gegenseitig ablegen können.
Der Autor und Kosmopolit Ilija Trojanow recherchierte fast zwanzig Jahre, führte Gespräche mit Zeitzeugen, bezog Originaldokumente mit ein. Ein eminent politisches Buch, das ein zeitgeschichtliches Panorama von exemplarischer Gültigkeit entfaltet.
Ilja Trojanow (geb. 1965 in Sofia) floh als Sechsjähriger mit seiner Familie aus Bulgarien in den Westen. Er wurde ein deutschsprachiger Autor, preisgekrönt, ein Kosmopolit, der für diesen großen Roman zu den Wurzeln zurückkehrt. Fast zwanzig Jahre lang recherchierte er, führte Gespräche mit Zeitzeugen, bezog Originaldokumente mit ein. Es ist sein Lebenswerk. Ein eminent politisches Buch und ein schwindelerregender Blick in den Abgrund zwischen Macht und Widerstand.

www.deutschestheater.de
Dauer der Aufführung: 2 Stunden und 40 Minuten.
Keine Pause.
Besetzung
Regie/Bühne
Dušan David Pařízek
Kostüme
Kamila Polívková
Dramaturgie
Judith Gerstenberg
Konstantin Milew Scheitanow, Albena
Samuel Finzi
Dora, Nezabrawka, Zdrawko
Sarah Franke
Hund, Vizepräsident, Bruder, Waleri, Beron Nedeltschew (Verfassungsrichter), Stoiko Serafimow (ehemaliger Oberster Archivar)
Henning Hartmann
Metodi Popow
Markus John
Video
Termine
http://www.staatsschauspiel-dresden.de/
Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden
Zu Gast
23
Do
Apr
19.30 - 22.10 Uhr
Schauspielhaus
von Ilija Trojanow
Gastspiel des Deutschen Theaters Berlin
eine Kooperation mit dem Schauspiel Hannover
Preis: 23 € bis 37 €
http://www.staatsschauspiel-dresden.de/
Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden
Zu Gast
24
Fr
Apr
19.00 - 21.40 Uhr
Schauspielhaus
von Ilija Trojanow
Gastspiel des Deutschen Theaters Berlin
eine Kooperation mit dem Schauspiel Hannover
Preis: 23 € bis 37 €
Pressestimmen
„Pařízeks MACHT UND WIDERSTAND ist eine leichtfüßige, spannende Angelegenheit, gute drei Stunden, die nie langweilig werden – ohne dass die Ernsthaftigkeit des Themas leidet. Und das, gepaart mit Schauspielern, die kraftvoll und subtil mit ihren Figuren arbeiten“
Jan Fischer, 15.12.2016, nachtkritik.de
„Nicht dokutheaternd, nicht tränendrückend Staatsterror bebildernd, nicht billig auf Parallelen zur Aufarbeitung der NS- und SED-Geschichte verweisend, sondern als geradezu archetypischen Versuch über Erinnerungsarbeit.“
Jens Fischer, 18.12.2016, TAZ
„Verblüffend, wie theatralisch effektvoll Ilija Trojanows ein halbes Jahrhundert bulgarischer Geschichte abhandelnder Roman MACHT UND WIDERSTAND in der minimalistischen Inszenierung von Dušan David Pařízek wirkt. [...] Ein beklemmend aktueller Abend.“
Bernhard Doppler, 19.12.2016, Der Standard
„Samuel Finzi zeichnet nicht einen strahlenden Helden, der kraftvoll, kühn und unbeirrt dem Recht den Weg bahnt, sondern einen Mann, der mit aller Kraft dagegen ankämpfen muss, die Folgen der Folter, unter denen er fast zerbricht, zu ertragen. [...] Finzi überzeugt bis in die Körperhaltung – gebeugt, trotz aller Versuche, sich energisch zu straffen.“
Ulrich Fischer, 16.12.2016, The Huffington Post
„Es gibt hier keinen Plot und keine sich entwickelnden Figuren. Spannung entsteht in diesen drei Stunden aber sehr wohl, und das liegt vor allem an dem ruhelos über die Bühne rumpelnden und sich in ausufernden Monologen verausgabenden Konstantin (Samuel Finzi).“
Christian Baron, 20.12.2016, neues deutschland
„Die Montageform, bei der immer wieder seitenlang Akten zitiert wurden, ließ es abwegig erscheinen, den Roman für die Bühne kompatibel zu machen. Und doch ist es Regisseur Dušan David Pařízek auf ganz furiose Weise gelungen.“
Felix Müller, 05.10.2017, Berliner Morgenpost
„Ein thematisch und schauspielerisch lohnender, auch komischer Abend, der durch die gestalterische Zurückhaltung von Pařízek in diesem Fall an Wucht gewinnt.“
Ulrich Seidler, 05.10.2017, Berliner Zeitung
„Pařízeks Theaterfassung ist eine ideale Umsetzung, weil sie dem Geist und Buchstaben des Buchs folgt und das Werk zugleich entschieden aufs Theater bringt.“
Detlev Baur, 16.12.2016, die deutsche bühne