Theater in die Schule

Ein Kooperationsprojekt zwischen dem Staatsschauspiel Dresden, der Bürgerstiftung Dresden, der Oberschule Weissig und der Freien Montessorischule Huckepack
„Theater in die Schule“ ist ein Modellversuch. Seit der Spielzeit 2018/2019 begleitet das Staatsschauspiel Dresden über einen Zeitraum von drei Jahren die Oberschule Weißig und die Freie Montessorischule Huckepack auf ihrem Weg zur „Kulturschule“.

Eine Kulturschule ist eine Schule, die mit einem Kulturpartner zusammenarbeitet, um kulturelle Angebote, Praktiken und didaktische Methoden fest und fachübergreifend im schulischen Alltag zu integrieren. Theater wird zum außerschulischen Lernort und trägt dazu bei, kulturelle Schulentwicklung zu fördern, Unterricht zu öffnen, kooperative, interdisziplinäre und praxisnahe Lehr- und Lernformen anzuregen sowie prozess- und projektorientiertes Arbeiten zu ermöglichen.

Die Arbeitswelt des Theaters wird mit der Lebenswelt der Schüler*innen vernetzt. Kreativität als Schlüsselkompetenz der Bildung für Schüler*innen von heute, die in der Arbeitswelt von morgen leben werden, kann mithilfe von kultureller Bildung besonders gefördert werden. Außerdem werden Wahrnehmung, Kommunikation, Empathie, Teamfähigkeit, interkulturelles Denken und Handeln sowie ein selbstverantwortliches Lernen in Hinblick auf eine aktive gesellschaftliche Teilhabe gestärkt. Damit wird der UN-Kinderrechtskonvention nach Artikel 31 Folge geleistet, welche die Bereitstellung von geeigneten Möglichkeiten für die kulturelle und künstlerische Betätigung fordert.
Um die Arbeit eines Theaters näher kennen zu lernen, wählte die Schule vor Schuljahresbeginn eine Produktion aus dem Repertoire des Staatsschauspiels Dresden aus. Die Freie Montessorischule Huckepack entschied sich für 9 TAGE WACH, bei der sich die Schüler*innen der 9. und 10. Jahrgangsstufe mit der Geschichte von Eric Stehfests langjähriger Drogenabhängigkeit auseinandersetzen. Die Oberschule Weißig wählte für die Klassen 8a und 8b HOOL. In der Romanvorlage von Philipp Winkler werden u. a. Fragen des Ichs in einer Gruppe von Hooligans verhandelt.

Workshopleiter*innen aus verschiedenen Bereichen (Lehrkräfte, Mitarbeiter*innen des Theaters sowie Lehramtsstudierende der Technischen Universität Dresden) beleuchten gemeinsam mit den Schüler*innen Aspekte und Themenfelder der Inszenierung aus verschiedenen Perspektiven.

„Theater in die Schule“ richtet sich an Schüler*innen sowie an alle Lehrer*innen beider Kooperationsschulen. Dabei ist eine Staffelung geplant: Im ersten Jahr der Kooperation konzentriert sich das Projekt auf die Schüler*innen einer bzw. zwei Jahrgangsstufen. In den folgenden Kooperationsjahren werden mehr Jahrgänge einbezogen.

PROJEKTABLAUF

VORBEREITUNG
Der Intendant des Staatsschauspiels Dresden, Joachim Klement, ging auf die Bürgerstiftung Dresden zu, um die Kooperation „Theater in die Schule“ zu ermöglichen. Dank der großzügigen Förderung der Bürgerstiftung Dresden wurde das Team der Theaterpädagogik am Staatsschauspiel Dresden um Lisa Jäger erweitert. Sie koordiniert dieses Projekt. Die Bürgerstiftung Dresden führte eine Ausschreibung durch und gewann zwei Schulen für die Kooperation: die Oberschule Weißig und die Freie Montessorischule Huckepack.

DURCHFÜHRUNG
  • Im ersten Projektjahr sind folgende Bausteine vorgesehen:
  • Kennlernworkshops
  • Führungen durch das Schauspielhaus des Staatsschauspiels Dresden und die Werkstätten der Sächsischen Staatstheater Dresden
  • Theaterpädagogische Vor- und Nachbereitungen der Theaterbesuche
  • Teilhabe am Entstehungsprozess der Inszenierung im Rahmen eines Probenbesuchs
  • Besuch einer Aufführung
  • Projektwoche mit der Entwicklung und Präsentation einer eigenen künstlerischen Antwort auf Themen und Inhalte der ausgewählten Inszenierungen
  • Evaluationsworkshops
Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Projektwoche. Anknüpfend an die Inszenierungen 9 TAGE WACH und HOOL werden in den beiden Bildungseinrichtungen eigene künstlerische Projekte erarbeitet. Unter Anleitung von Workshopleiter*innen (Lehrkräfte, Mitarbeiter*innen des Theaters sowie Lehramtsstudierende der Technischen Universität Dresden) werden verschiedene Projektgruppen gebildet, die sich mit jeweils einer Forschungsfrage in Bezug auf die Inszenierung auseinandersetzen. Am Ende der Woche präsentieren die Schüler*innen ihre künstlerischen Forschungsergebnisse in den beiden Schulen, und – abhängig von der jeweiligen Präsentationsform – auch im Stadtgebiet oder im Theater.

AUSWERTUNG
Um dem Ziel „Kulturschule“ stets näher zu kommen, ist die Projektevaluation integraler Bestandteil der Kooperation, anhand derer mit Schüler*innen und Lehrkräften das Projekt in seinen einzelnen Phasen reflektiert wird. Die Auswertung legt den Grundstein für die Fortführung der Kooperation im nächsten Projektjahr. Unterstützt werden das Staatsschauspiel Dresden, die Oberschule Weißig und die Freie Montessori Schule Huckepack dabei von Lehramtsstudierenden der Technischen Universität Dresden. Im Rahmen von Abschlussarbeiten werten sie bestimmte Aspekte des Modellprojektes wissenschaftlich aus.

Projektkoordinatorin Lisa Jäger

In Dresden 1993 geboren, begann Lisa Jäger während ihrer Schulzeit Angebote rund um das Theater zu nutzen, um sich ausprobieren und entfalten zu können.

Beim Freiwilligendienst in einem südindischen Kinderheim mit integrierter Gesamtschule wurde ihr der Wert von allgemeiner Bildung in besonderer Weise bewusst. Sie entschied sich im Zuge dessen für das Studium des Lehramtes an Grundschulen in Leipzig. Bildungswissenschaft, evangelische Theologie und Grundschuldidaktik wählte sie als Schwerpunkte.

Neben dem Studium rief sie in Zusammenarbeit mit einem Kommilitonen das »improLABOR ins Leben, welches Studierende und Schüler*innen als Experimentierraum nutzten. An der Theaterwerkstatt Heidelberg absolvierte sie 2017/2018 eine Weiterbildung zur Theaterpädagog*in BuT®.
Besonders begeisterte sie dort der ganzheitliche Begriff vom Lernen, der allem Neuen interdisziplinär und kommunikativ begegnet. Während dieser Zeit oblagen ihr die Spielleitung eines inklusiven Spielclubs und einer Selbsthilfegruppe für Menschen mit sprachlichen Hemmungen und sozialen Phobien.

Seit der Spielzeit 2018/2019 erweitert Lisa Jäger das Team der Theaterpädagogik am Staatsschauspiel Dresden, indem sie für die Kooperation „Theater in die Schule“ als Projektleiterin engagiert ist. Sie sieht darin die reizvolle Aufgabe, eine Schnittstelle der zwei verschiedenen Systeme Schule und Theater zu schaffen. Theater ist für sie der richtige Ort, um kulturelle Bildungskonzepte neu zu denken und zukunftsfähig zu machen.
Kooperationspartner

Die Oberschule Weissig

Die Oberschule Weißig liegt im Schönfelder Hochland. Durch ihre erhöhte Lage am Stadtrand von Dresden hat sie landschaftsbedingt den „Weitblick“. Dieser „Weitblick“ wird auch im pädagogischen und fachlichen Hinblick auf die Fahnen geschrieben. Ziel ist es, eine solide Bildungs- und Erziehungsarbeit zu leisten, die jungen Menschen anwendungsbereites Wissen und Kompetenzen vermittelt, sodass sie in der Zukunft den vielfältigen Anforderungen und Erwartungen der Gesellschaft entsprechen können. Etwa 360 Schüler werden von 25 Lehrern unterrichtet.
Die „Schule mit Weitblick“ versteht sich als offene, leistungsorientierte und kreative Schule, in der durch moderne Unterrichtsarbeit ein sicheres Grundwissen und Kompetenzen für das tägliche Leben vermittelt werden. Unter Berücksichtigung individueller Voraussetzungen wird Lernwillen und die Leistungsbereitschaft der Schüler mit dem Ziel, sie zu selbstbewussten, toleranten, weltoffenen und lebensfrohen Menschen zu erziehen.
Eine wichtige Säule der Arbeit an der Oberschule Weißig ist die frühzeitige Berufsorientierung.
Bestehende Kooperationsverträge und eine gute Zusammenarbeit mit Eltern, Betrieben, Vereinen und Institutionen der Stadt wirken dabei unterstützend.

Alle Infos unter: www.dd.shuttle.de/dd/ms-weissig

Kontakt:
Ute Müller
Schulleiterin
Oberschule Weißig
Gönnsdorfer Weg 1, 01328 Dresden
Tel.: 0351.2 17 00 00
E-Mail: ms-weissig@t-online.de

Die Freie Montessorischule Huckepack

Die Freie Montessorischule Huckepack ist eine Schule in freier Trägerschaft des Huckepack e. V. in
Dresden-Striesen.

Der Trägerverein Huckepack e. V. wurde als Elterninitiative begründet und besteht bereits mehr als 26 Jahre. 1993 wurde als erste Einrichtung des Vereins das Montessori Kinderhaus eröffnet und seit 1995 betreibt der Huckepack e. V. die Freie Montessorischule Huckepack.
Inzwischen umfasst die Schule eine Grundschule mit Hort, eine Oberschule und ein Berufliches
Gymnasium mit mehr als 480 Schüler*innen. Somit ist es möglich, alle Abschlüsse bis zum Abitur an einer Schule zu absolvieren.
Die Freie Montessorischule Huckepack orientiert sich an den reformpädagogischen Grundsätzen der Montessori-Pädagogik. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler ihrem persönlichen Entwicklungsstand entsprechend optimal zu fördern.
Umgesetzt wird dies methodisch-didaktisch durch eine vorbereitete Umgebung zur Schaffung einer optimalen Lernatmosphäre, Freiarbeit sowie Selbstbestimmung von Arbeitsrhythmus und Arbeitstempo. Die Kinder lernen durch projektorientiertes Arbeiten in jahrgangsübergreifenden Gruppen. In allen Lerngruppen werden Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf integriert.
Mit unterrichtsergänzenden Projekten, z. B. Handwerkerwoche, Erdkinderplanprojekt, Theater-, Werkstatt- und Waldwochen, mit Schülerfirmen sowie vielfältigen Ganztagesangeboten (Musik, Kunst, Handwerk, Sport u. a.) bietet die Freie Montessorischule Huckepack individuelle Förderung und freizeitpädagogische Nachmittagsangebote.

Alle Infos unter: www.huckepack-ev.de

Pressekontakt:
Viktoria Zumpe
PR Referentin
Freie Montessorischule Huckepack
Glashütter Straße 10, 01309 Dresden
Tel.: 0351.4 49 51-46
E-Mail: pr@huckepack-ev.de
Kontakt
Telefon: 0351.49 13-742
E-Mail: theaterpaedagogik@staatsschauspiel-dresden.de