Die Bürgerbühne lädt alle Bürger Dresdens ein: Führt euch auf!

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

der vergangene Winter in Dresden war bestimmt vom Ringen um Positionen und Gegenpositionen, von Nabelschau und Abgrenzungsdrang, von Populismus und Diskriminierung, aber auch von Weltoffenheit und Menschenfreundlichkeit.
Im Wesentlichen waren die Auseinandersetzungen auf unseren Straßen, in unseren Betrieben und Wohnzimmern Ausdruck eines Identitätsdiskurses, des Bemühens um individuelle und kollektive Selbstbestimmung. Wie wollen wir leben? Wer bin ich, wer bist du? Wer sind wir, wer sind die anderen?

Diese Fragen aus der Wirklichkeit des Lebens sind seit jeher auch Kernfragen des Theaters und spielen vor allem dann eine Rolle, wenn Menschen sich mit ihren ­persönlichen Erfahrungen ins Spiel bringen. Sie beziehen sich aber nicht nur auf die Bürgerbühne im Allgemeinen, sie sind für alle Inszenierungen in dieser Spielzeit auch inhaltlich von Bedeutung: Von der Sehnsucht nach Zugehörigkeit, von Solidarität und Identifikation, von Rivalität und Abgrenzung erzählt „DYNAAAMO!“, das große Rechercheprojekt mit Fans von Dynamo ­Dresden. Fußballstadien bilden diegesamte Gesellschaft ab, deshalb soll auch auf der Bühne eine bunte Mehrgenerationen-Fanfamilie zusammenkommen. In „Morgenland“ entführen arabischsprachige Dresdner die Zuschauer auf eine ­Entdeckungsreise zu ihren eigenen literarischen Highlights und in eine Hochkultur, in der wir Fremde sind. Wie eine Gruppe Menschen sich unter extremen Bedingungen neu konstituiert und welche Gesellschaftsform sie sich gibt, wird parabelhaft in „Herr der Fliegen“ verhandelt. Das Theater fragt aber auch: Wer könnte ich sein?„Wind.Mühlen.Flügel.“ erforscht das Leben in der Möglichkeitsform und die Kraft der Fantasie auf den Spuren des Träumers und Fantasten Don Quijote aus Miguelde Cervantes’ gleichnamigem Abenteuerroman. Mit der letzten Inszenierung der Saison steht ein Großprojekt auf dem Programm. In „Ich war einmal“ erzählen Dresdner ihre Geschichten und lassen dabei Geschichte Revue passieren. Wer waren wir? Was haben wir aus unserem Leben gemacht? Was hat das Leben aus uns gemacht? Und vor allem und immer wieder: Wer ist „wir“?

Unsere moderne Stadtgesellschaft ist vielfältig, offen und bunt, auch wenn das einigen nicht passt. Sie ist komplex, vielgestaltig und vielsprachig. Sie lebt vom steten Wandel und ist immer in Bewegung. All dies lässt sich auch über die Bürgerbühne sagen. Sie ist ein Ort für die gesamte Gesellschaft.

In den letzten sechs Spielzeiten standen ca. 2000 Dresdnerinnen und Dresdner in unseren Projekten auf der Bühne. Wir bieten Ihnen vielfältige Möglichkeiten an, sich zu beteiligen oder mitzuspielen. Wenn Sie erst mal schnuppern wollen, besuchen Sie einmal wöchentlich einen un­serer Theaterclubs, die von unseren Theaterpädagogen und Schauspielern geleitet werden. Wenn Sie mehr Zeit haben, proben Sie mit einem Regieteam an einer Inszenierung.
In unserer Rubrik Neues von der Bürgerbühne halten wir Sie über anstehende Infotreffen und Projekte auf dem Laufenden. Und bei allen unseren Angeboten gilt: Es sind keine Theatervorkenntnisse erforderlich!

Die Bürgerbühne wird geleitet von der Regisseurin Miriam Tscholl unter Mitarbeit des Dramaturgen und Produktionsleiters David Benjamin Brückel sowie der Theaterpädagoginnen Bettina Seiler und Christiane Lehmann.

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„Eine Erfolgsstory für sich ist die neu gegründete Bürgerbühne im Kleinen Haus in der Dresdner Neustadt.“ (Die Zeit, 30.9.2010)

„Ein den Nerv der Stadt treffendes Mitmachtheater voller Strahlkraft.“ (Die Welt, 3.2.2011)

„Der gemeine Bürger, das unbekanntes Wesen, erobert seine Bühne.“
„Die wichtigste Erkenntnis lautet: Die besten, weil schrägsten Storys schreibt das Leben selbst“ (Theater der Zeit, Januar 2011)

„Die Nachfrage ist riesig. Sieht ganz so aus, als seien die Experten des Alltags noch lange nicht fertig mit dem Theater.“ (Spiegel online, 16.1.2011)

„Die Bürgerbühne ist eine Erfolgsgeschichte: im letzten Jahr wirkten 400 Dresdner mit.“
„Man besinnt sich darauf, was Theater eben auch ist: Ein ständiges Infragestellen der eigenen Wirklichkeit“ (taz, 3.12.2010)

"Führt euch auf!" - Die Bürgerbühne am Staatsschauspiel Dresden

Kurzdokumentation zum 1. Bürgerbühnenfestival. Ein deutsch-europäisches Theatertreffen
am Staatsschauspiel Dresden, 17. - 24. Mai 2014

Dokumentation zu "Ich armer Tor" nach Goethes Faust
Mit Dresdner Männern in der Midlife-Crisis

Kontakt:    
Miriam Tscholl: 0351.49 13 - 849
David Benjamin Brückel: 0351.49 13 - 740
Bettina Seiler: 0351.49 13 - 742
Christiane Lehmann: 0351.49 13 - 664