„Der zerbrochne Krug“
Komödie von Heinrich von Kleist
Regie: Roger Vontobel
„In der Inszenierung von Roger Vontobel, ist Burghart Klaußner einwahrhaft genialer Clown. Er umgibt seinen Adam mit der Melancholie des Verlierers, der weiß, dass er verlieren wird, und dennoch kämpft. Es ist, als sähe sich Adam beim Verlieren genussvoll zu, als empfände er bei seinen üblen Tricks und faulen Ausreden selber die größte undtraurigste Genugtuung. Und daraus zaubert Klaußner eine Spannung, die fast den ganzen Abend hält.“
DIE ZEIT
„ungemein unterhaltsam und dramaturgisch intelligent inszeniert.“
Deutschlandradio Kultur
„Viel Applaus. Eine sehr runde Ensembleleistung. Und eine bemerkenswerte Inszenierung. Das Lustspiel wird zur Tragödie und bitterbösen Satire.“
MDR Figaro
„… großes Theater. Eins der besten Stücke der laufenden Spielzeit. Burghart Klaußners Adam ist ein Spitzbube, der die Leute um den Finger zu wickeln versteht, dem immer wieder ein Wortspiel einfällt und der zur Not auch mal ein neues Gesetz erfindet. Es ist ein schieres Vergnügen, Klaußner zuzuschauen, er ist über die gesamte Dauer von zwei Stunden beißend komisch und gleichzeitig schmerzhaft fies.“
Sächsische Zeitung
„Gerichtsrat Walter, sonst ein Mann, der die eigenmächtigen Erpressungen und Rechtsbeugungen von Dorfrichter Adam aufdeckt, beeinflusst in Sonja Beißwengers eleganter Erscheinung natürlich die ungeschlachte Männlichkeit eines holländischen Dorfes ganz anders als gewohnt. Von anschmiegsamer Unterwürfigkeit bis zu jenem Potenzgezappel, das plumpe Typen so gerne an Bars und in der Komödie vorführen, ruft die weibliche Autorität das ganze Repertoire an Überwältigungsstrategien aus den ewigen Jagdgründen des Geschlechterkampfs hervor. Burghart Klaußner als Richter Adam stürzt sich genussvoll in diese altmodischen Windungen, wie ein entzauberter Dorfpatriarch versucht, den Kampf mit ungenügenden Gewaltmitteln noch zu gewinnen.“
Süddeutsche Zeitung
„Eine Komödie mit tiefem Abgrund. Vontobel inszeniert Szenen von schreiender Komik, dennoch ist seine Arbeit in weiten Passagen mehr Drama als Komödie. Burghart Klaußners Adam ist kein Filou, kein Charmeur, vielmehr ein kantiger, rechthaberischer Kleinbürger, dem nicht viel zum Tyrannen fehlt. Eine Darstellung von ungeheurer Präsenz, die gleichwohl Raum lässt für die anderen. Regisseur Roger Vontobel hat die Erwartungen nicht enttäuscht. Seine Inszenierung ist durchaus stimmig und von großer Kraft.“
Dresdner Morgenpost
„Und einen Adam haben sie in Dresden! Burghart Klaußner ist ein Schauspieler, der nie nur Härte kennt, der Macht stets mit zarten Nuancen von Ohnmacht ausstattet. Noch als gestrenger Regent lässt er erkennen, wie sehr das Räderwerk des Faktischen einen Herrscher innerlich zermürbt.“
nachtkritik.de
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„Hedda Gabler“
von Henrik Ibsen
Regie: Tilmann Köhler
„Ina Piontek gibt die Hedda beinah im Stil einer Filmschauspielerin. Ausdrucksstark in sparsamer Gestik und in starker Mimik, meisterlich in der sprachlichen Betonung. Unbedingt überzeugend auch Christian Friedel als nervös-zweifelnder Tesmann, Christian Erdmann als depressiv-alkoholkranker Lövborg und Antje Trautmann als devot-hysterische Thea Elvsted. (In weiteren Rollen Holger Hübner, Helga Werner, Christine-Marie Günther). Tilmann Köhlers Inszenierung ist so realistisch wie atmosphärisch dicht.“
Dresdner Morgenpost
„Nicht die direkte Wirkung gesellschaftlicher Zwänge ist hier das Auffällige, sondern die unterschiedlich ausgeprägten Neurosen, die allerdings ganz unaufdringlich alltäglich erscheinen (wie die Kostüme von Susanne Uhl), was den Regisseur diesmal sogar auf die Mühe verzichten ließ, von seinen Schauspielern etwas Ungewohntes abzufordern. In einer Welt ohne erkennbare Perspektive führt die Suche nach Sinn und Selbstbestimmtheit schnell in ein Dilemma, dazu bedarf es keiner Kunstgriffe.“
Dresdner Neueste Nachrichten
„Hausregisseur Tilmann Köhler macht aus dem Ibsen-Klassiker ‚Hedda Gabler‘ ein Drama der Vereinzelung. Als Symbol dafür stehen die Smartphones, die alle Darsteller mit sich tragen und die fortwährend piepen, plicken oder brummen. Wer nicht in der Szene mitspielt, sitzt am Rand und wischt auf seinem iPhone herum. Kommunikation findet, wenn überhaupt, direkt und nicht per Telefon, sehr unbeholfen statt. Kaum einer ist fähig, den richtigen Ton zu treffen, Ironie und Zynismus dominieren die Stimmung. Die Generation iPhone findet Platz im Ibsen-Klassiker.“
Sächsische Zeitung
„Sei's drum, die Handlung nimmt Fahrt auf, und vor allem Christian Erdmann als verzweifelter Lövborg sorgt nun dafür, dass Emotionen und Motivationen definierbarer werden. Endlich ist das Spiel ein existentielles, und der Stillstand wird zum Drama. Die Bühne wird variabler eingesetzt, es wird vor und hinter dem nun transparenten Spiegel gespielt, wodurch beeindruckende Bilder entstehen.“
nachtkritik.de
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