Premiere 05.03.2027 › Kleines Haus 1

Am Königsweg / Endsieg

von Elfriede Jelinek

Handlung

Die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek ist dafür bekannt, in rasantem Tempo auf das politische Zeitgeschehen zu reagieren – sei es auf den NSU-Prozess oder auf die Corona-Pandemie.

Da sie den Blick gnadenlos auf Momente gesellschaftlichen Versagens lenkt, wird sie von Gegner*innen mitunter als „Nestbeschmutzerin“ diffamiert. Zugleich ist sie in ihrer (Selbst-)Kritik- und Kommentarfunktion zur Instanz avanciert, zum „österreichischen Gewissen“.
Für AM KÖNIGSWEG (2017) und ENDSIEG (2024) wirft sie ihre hochmusikalisch ratternde Textmaschine an, um die (Wieder-)Wahl Donald Trumps zum Präsidenten zu verhandeln. Sie rechnet darin mit diesem US-amerikanischen „König“ ab, zugleich aber auch mit der sprechenden Instanz selbst: mit sich und Kulturschaffenden weltweit, denen als hilflosen blinden Seher*innen angesichts der politischen Lage die Augen bluten. Dadurch gelingt ihr eine weit über den US-Kontext hinausreichende Auseinandersetzung mit der Handlungsmacht von Kunst und Kultur angesichts totalitärer Tendenzen. Immer wieder scheint in ihrer Textflut die Einsicht auf, mit der eigenen Wut den Hass rechter Wortführer*innen lediglich zu spiegeln. Jelineks nur scheinbar vielstimmige, zitatreiche Sprachkaskade vermischt Positionen und formt einen misslingenden gesellschaftlichen Dialog nach, in dem kein Austausch zustande kommt, weil sich doch nur jede*r selbst zuhört.

Ensemblemitglied und Regisseur Simon Werdelis unternimmt mit seiner Inszenierung den Versuch einer ebenso provokanten wie selbstreflexiven Bestandsaufnahme.

Besetzung

Dramaturgie

Einfache Sprache

Elfriede Jelinek ist eine Autorin aus Österreich.

Sie hat den wichtigsten Preis für ihre Texte bekommen.

Sie reagiert schnell auf alles, was in der Welt passiert.

Dabei legt sie den Finger in die Wunde.

Deshalb mögen sie nicht alle Menschen.

Manche sagen aber, sie ist das österreichische Gewissen.

In AM KÖNIGSWEG und ENDSIEG schreibt sie über Donald Trump.

Donald Trump ist der Präsident von US-Amerika.

Jelinek nennt ihn König.

Trump will so viel Macht haben wie ein König.

Deshalb findet Jelinek ihn gefährlich.

Sie schreibt auch über die Menschen aus Kunst und Kultur.

Diese Menschen fühlen sich sehr hilflos.

Sie können Donald Trump nur zuschauen.

Niemand hört auf ihre Warnungen.

Auf der Welt gibt es immer mehr Könige.

Darüber ist Jelinek wütend.

Sie merkt aber, dass sie damit ähnlich ist wie die Könige.

Die Könige verbreiten viel Hass.

Das will Jelinek nicht.

Ihr Text tut so, als würden darin verschiedene Menschen sprechen.

Aber eigentlich spricht nur sie.

Der Text ist also genau wie unsere Gesellschaft:

Es gibt keinen Austausch, weil niemand zuhört.

Alle wollen nur selbst reden.