Premiere 06.09.2026 › Kleines Haus 3

I shot a Pop Star

oder wie ich versuchte, das Manifest zur Vernichtung der Männer umzusetzen
nach Valerie Solanas

Handlung

Die Amerikanerin Valerie Solanas bekam früh in ihrem Leben die ganze Härte einer frauenverachtenden Gesellschaft zu spüren. In ihrer Kindheit und Jugend vom Vater missbraucht und geschwängert, gebar sie ein Kind, das von ihrer Mutter großgezogen wurde. Der Verkauf ihres zweiten Kindes, da war sie gerade 15 Jahre alt, sollte dann das Studium der talentierten jungen Frau finanzieren. Doch auch während jener Lehrjahre erlebte sie den Ausschluss gleichberechtigter Teilhabe in einem männerdominierten Milieu. In Solanas wächst eine schriftstellerische Kraft heran, ein künstlerischer Befreiungsschlag aus extremen Lebensbedingungen. Ihre Texte lassen sich nicht glätten, ihr Anspruch an die Kunst ist kompromisslos. So stellte sie der queeren Szene New Yorks Ende der 60er Jahre ihr berühmt-berüchtigtes S.C.U.M.-Manifest vor, mit dem sie Frauen aufforderte, das Geldsystem abzuschaffen, Regierungen zu stürzen und das männliche Geschlecht zu eliminieren. Und wieder biss Solanas auf patriarchalen Granit: diesmal auf den des Künstlers Andy Warhol, auf den sie kurze Zeit später schießen und die Gewalt als anthropologische Konstante fortschreiben sollte.

Regisseurin Monique Hamelmann geht der Frage nach, wieviel Wut die Kunst verträgt und wann eine unmissverständliche Politik in Härte umschlägt.

Besetzung

Dramaturgie

Einfache Sprache

Die amerikamosche Künstlerin Valerie Solanas schrieb im Jahr 1967 das sogenannte SCUM-Manifest.

„Scum“ ist ein englisches Wort. Es bedeutet „Abschaum“.

Mit diesem Wort meint Solanas aber nicht Männer.

Sie meint auf augenzwinkernde Weise Frauen:

Frauen sollen nicht mehr allen gefallen.

Sie sollen die Gesellschaft verändern.

Sie sollen Regierungen stürzen und das Geldsystem abschaffen.

Der Text ist sehr radikal.

Er fordert sogar eine Welt ohne Männer.

Deshalb ist er bis heute ein wichtiger und umstrittener Text im Feminismus.

Valerie Solanas hatte ein sehr schweres Leben.

Als Kind wurde sie von ihrem Vater missbraucht.

Sie bekam früh Kinder. Beide wurden weggegeben.

Auch im Studium wurde Valerie Solanas nicht gleich behandelt.

Männer hatten mehr Macht.

Solanas fühlte sich ausgeschlossen.

Sie war eine starke Schriftstellerin.

In ihren Texten zeigt sie viel Wut.

Diese Wut kommt aus ihren Erfahrungen.

Sie schreibt offen und ohne Kompromisse.

In den 1960er Jahren lebte sie in New York City.

Auch dort erlebte sie Ungleichheit.

Sie traf den Künstler Andy Warhol.

Später schoss sie auf ihn.

Das zeigt: In ihrem Leben spielte Gewalt leider eine große Rolle.

Heute stellt sich die Frage:

Wie viel Wut darf Kunst zeigen?

Und wann wird aus Wut Gewalt?

Die Regisseurin Monique Hamelmann beschäftigt sich mit diesen Fragen.