Triggerwarnungen

Als Theatermacher*innen suchen und wünschen wir uns einen steten Austausch mit Ihnen, dem Publikum. Jede*r von Ihnen bringt individuelle Erfahrungen in einen Theater-/Konzertabend mit und erlebt das Dargestellte unterschiedlich. Im Bewusstsein, dass manche Stückinhalte Gefühle auslösen oder hervorrufen können, die überfordernd oder verletzend sein können, bieten wir Ihnen zusätzliche Informationen zu möglicherweise sensiblen Inhalten oder potentiellen Triggern. Trigger sind bestimmte Reize (Geräusche, Gerüche, Bilder etc.), die bei Menschen mit einer traumatischen Vorerfahrung das ursprüngliche Trauma wieder auslösen können (z. B. flashback). Darüber hinaus können Sie sich gerne bei dem*der Dramaturg*in der jeweiligen Produktion melden, um weitere Fragen zu stellen.

Ausgewählte Trigger, zu denen wir eine Triggerwarnung schreiben:

– körperliche, seelische oder sexualisierte Gewalt
– Kindesmissbrauch
– Selbstverletzung
– schwere Krankheit (körperlich und psychisch)
– Krieg
– Suizid
– Essstörungen und Süchte (Alkohol, Drogen, Zwänge etc.)
– Rassismus, Sexismus, Homo-/Inter-/Transfeindlichkeit, Ableismus, Altersdiskriminierung, weitere Diskriminierungsformen
– Mobbing
– Bodyshaming
– Tierquälerei
– Misophonie

Ein Kritikpunkt an Triggerwarnungen ist, dass sie ein Stück der Inszenierung vorwegnehmen. Wir glauben in diesem Zusammenhang fest an die Selbstbestimmung und -einschätzung unserer Zuschauer*innen. Daher überlassen wir Ihnen die Entscheidung, ob sie die folgenden Zusatzinformationen lesen und bedenken möchten.

Apokalypse 2033
Wir weisen Sie darauf hin, dass in dieser Inszenierung faschistische und rassistische Sprache auf der Bühne in satirischer Form verwendet wird.
Blutbuch

Wir weisen Sie darauf hin, dass in dieser Inszenierung explizite Beschreibungen sexueller und gewaltvoller Handlungen vorkommen. Stellenweise wird rassistische und homo- bzw. queerfeindliche Sprache verwendet. Sexueller Missbrauch an einem Kind wird thematisiert.

CANDIDE ODER DER OPTIMISMUS

Wir weisen Sie daraufhin, dass die Inszenierung explizite Schilderungen von (sexueller) Gewalt, Krieg, Ausbeutung, Kindesmissbrauch und Flucht verwendet. In dokumentarischer Form wird ein Video einer realen Seenotrettung gezeigt. Darüber hinaus kommt es zur expliziten Darstellung von körperlicher Gewalt.

Dantons Tod
Wir weisen darauf hin, dass im Stücktext körperliche und sexualisierte Gewalt auch gegen Minderjährige sowie Suizid, Rassismus und *koloniale Begrifflichkeiten und Abhängigkeitsverhältnisse thematisiert werden. Darüber hinaus kommt es zur Darstellung von Alkohol- und Drogenmissbrauch.

*Im 1978/1979 geschriebenen Stück DER AUFTRAG hat Heiner Müller die Figur des Sasportas bewusst gegenüber der Vorlage von Anna Seghers verändert. Bei Müller ist Sasportas ein schwarzer Revolutionär, der Rassismus am eigenen Leib erfahren hat und erfährt. Müller benutzt dabei mehrfach in seinem Dramentext das N*-Wort. Nach einem umfassenden Diskussionsprozess haben wir uns entschlossen, die Sprache Heiner Müllers im Wesentlichen beizubehalten und sowohl den historischen Kontext der Handlung als auch der Entstehung des Textes nicht zu nivellieren und so die historischen Widersprüche kenntlich zu machen. Orientiert haben wir uns dabei unter anderem an Diskussionen in den Geschichtswissenschaften. So schreiben Sina Delfs und Kaveh Yazdani in ihrem Essay zum Diskurs unter den Historiker*innen im Bereich der Wissenschaft: „Der Verzicht auf „N-Wörter“ erschwert historische Aufklärungsprozesse und eine differenzierte Analyse. (…) Für eine differenzierte Auseinandersetzung ist es daher entscheidend, sich zu vergegenwärtigen, dass Wörter wegen ihrer Verwendungsweise, aufgrund sozioökonomischer, rechtlicher und politischer Diskriminierung und Kategorisierung sowie infolge gesellschaftlicher Verhandlungs- und Konsensbildungsprozesse zu rassistisch aufgeladenen Begriffen werden.“ **Wie bei Heiner Müller geht es um die Kenntlichmachung historischer Zusammenhänge von ökonomischer Ausbeutung, Rassismus und Kolonialismus bei einer konsequent antirassistischen Haltung. Nur in diesem streng eingegrenzten Kontext halten wir die Verwendung solcher Terminologie auf der Bühne für möglich, um die historischen wie gegenwärtigen Verbrechen zur Sprache zu bringen.

**https://www.merkur-zeitschrift.de/2024/04/12/kritische-anmerkungen-zum-herrschenden-n-wort-diskurs/

Der einsame Westen
Wir weisen Sie darauf hin, dass der Stücktext körperliche und seelische Gewalt sowie Selbstverletzung und Suizid thematisiert. Darüber hinaus kommt es zu homofeindlichen Äußerungen, zu Darstellung von Alkoholmissbrauch und zu Schilderungen von Tierquälerei.
Der Nazi & der Friseur
Wir weisen Sie darauf hin, dass der Aufführungstext detaillierte Beschreibungen von physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt sowie der Verbrechen der Shoa enthält. Auf Text- und Bildebene werden antisemitische Stereotype verhandelt.
Die Bakchen

Wir weisen Sie darauf hin, dass der Stücktext Schilderungen von körperlicher Gewalt auch gegen Kinder und Tiere beinhaltet sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch thematisiert. Darüber hinaus kommt es zur Darstellung von Nacktheit und körperlicher Gewalt.

Die Jagd
Wir weisen Sie darauf hin, dass in dieser Inszenierung sexueller Missbrauch von Kindern thematisiert wird. Darüber hinaus geht es im Stück auch um die Tötung eines geliebten Tiers und es werden Formen von physischer und psychischer Gewalt infolge von Verleumdung dargestellt.

Während der Inszenierung fällt ein Schuss.

Die Ratten
Wir weisen Sie darauf hin, dass in dieser Inszenierung Themen wie Suizid, der Verlust von Kindern und die Vernachlässigung selbiger verhandelt werden. Klassismus und Rassismus werden in Form gewaltvoller Sprache gezeigt. Zudem werden sexuelle Gewalt und Gewalt in der Schwangerschaft schauspielerisch sowie szenisch dargestellt.
ENDSTATION SEHNSUCHT

Wir weisen darauf hin, dass in der Inszenierung psychische, körperliche und sexualisierte Gewalt, auch gegen Minderjährige, thematisiert wird. Darüber hinaus kommt es zur Darstellung von Alkohol- und Drogenmissbrauch.

Kritischer Zustand

Wir weisen darauf hin, dass die Inszenierung sich mit dem Krankenhauskontext beschäftigt. Auf Textebene werden Themen wie Krankheit, Tod, Verlust einer Schwangerschaft, Burnout, Sexismus und Diskriminierung am Arbeitsplatz thematisiert. Es wird von einem sexuellem Übergriff erzählt.

Ministerium der Träume

Wir weisen Sie darauf hin, dass in dieser Inszenierung sexueller Missbrauch von Kindern thematisiert wird, indem der Beginn einer Vergewaltigung beschrieben wird.

Außerdem werden rassistische und sexistische Äußerungen wiedergegeben.

Nathan der Weise

Wir weisen Sie darauf hin, dass es in dieser Inszenierung zur Darstellung von Gewalt sowie von Rassismus und Antisemitismus kommt.

Prima Facie

Wir weisen Sie darauf hin, dass in dieser Inszenierung sexualisierte Gewalt thematisiert wird. Eine Vergewaltigung wird sowohl explizit beschrieben als auch atmosphärisch ins Bild gesetzt.

TOTO ODER VIELEN DANK FÜR DAS LEBEN

Wir weisen Sie darauf hin, dass in dieser Inszenierung Themen wie Mobbing, Bodyshaming, Homo-/Inter-/Transfeindlichkeit und Suizid verhandelt werden. Zudem werden körperliche und sexualisierte Gewalt schauspielerisch sowie szenisch dargestellt.

You came, you saw – Ein No Escape Room

Wir weisen Sie darauf hin, dass diese Inszenierung explizite Schilderungen von rassistisch motivierter körperlicher und psychischer Gewalt verwendet.