Bürger:Bühne

Liebe Bürger*innen,

wenn jede*r nur an sich selbst denkt, dann ist doch an alle gedacht … oder? Was in sorglosen Zeiten gelten mag, funktioniert in Krisen nicht mehr. Plötzlich sind wir damit konfrontiert, dass der Alltag nicht mehr einfach so weitergehen kann wie bis-her. Wir brauchen uns gegenseitig.
Im Jahr 1713 hat Hans Carl von Carlowitz, Oberberghauptmann im Erzgebirge (ein Sachse!), einen Begriff ins Deutsche eingeführt, der heute weltweit in aller Munde ist: Nachhaltigkeit. Damals wurden für den Bergbau und das Beheizen einer wachsenden Bevölkerung immer mehr Bäume gefällt, so dass Mitteleuropa unter einer akuten Holzkrise litt. Darauf war seine simple, aber brisante Antwort: Es dürfen nicht mehr Bäume geschlagen werden als nachwachsen – und um dieses Nachwachsen müssen wir uns über Generationen hinweg aktiv kümmern.
Der Gedanke der Nachhaltigkeit und Vorsorge für Krisen ist nicht nur durch die Corona-Pandemie, sondern mindestens genauso angesichts der Klimakrise und Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen aktueller als je zuvor. Nachhaltig­keit heißt, dass wir nicht nur an heute und an uns selbst denken. Sondern dass wir eine Solidarität entwickeln mit allen, die von den Folgen unseres Ressourcenverbrauchs betroffen sind. Das können die Millionen Menschen in Küstenregionen sein, die akut vom Meeresspiegelanstieg bedroht sind. Das können unsere Kinder und Enkel sein, denen eine glutheiße Zukunft droht. Wer hamstert oder Dämme baut, schützt vielleicht sich selbst. Aber eine wirklich nachhaltige Gesellschaft ­können wir nur gemeinsam schaffen. Darin liegt eine große Chance der aktuellen Krise: dass wir die ermutigende Wirkung von Solidarität erfahren und gemeinsam unsere Gesellschaft gerechter, gesünder und vielleicht sogar ein bisschen glück­licher machen. So dass wir nicht irgendwann vor abgeholzten Wäldern und geleerten Supermarktregalen stehen. Wir haben unser eigenes Schicksal und das unseres ­Planeten also selbst in der Hand. Wir können sagen: Nach uns die Sintflut! Oder wir entscheiden uns dafür, dass wir eine Welt hinterlassen, die eine Zukunft hat – gemäß dem Motto: Nach uns die Zukunft!
Daran wollen wir an der Bürger:Bühne in dieser Saison arbeiten. Wir befragen Schillers RÄUBER in unserem Jugendprojekt als Rebellion gegen die Alten vor dem Hintergrund von Fridays for Future. Wir entwickeln mit WUNDERBLOCK ressourcenschonend drei Monologstücke im selben Bühnenbild und überlegen damit, wie wir nachhaltiger Theater produzieren können.
Wir holen in GEFÄHRTEN Tiere und ihre Menschen auf die Bühne und versuchen herauszufinden, wieviel Natur noch im Haustier steckt und wieviel Wildnis in uns. Wir untersuchen mit APPETIT die Lebensmittelproduktion in einer spektakulären 360°-Panorama-Installation. Wir spielen im Roadtrip ASPHALT mit dem Lieblingsspielzeug der Deutschen und machen Theater im Auto. Natürlich ohne den Motor laufen zu lassen.
Die Spielzeit eröffnen wir mit einer Inszenierung, die in der vorangegangenen Saison wegen Covid-19 nicht mehr zur Aufführung kommen konnte. In DICHTE NETZE loten wir aus, welche Bedeutung soziale Netzwerke für uns haben – im Alltag wie in Krisenzeiten.
Weiterhin im Repertoire sind die Inszenierungen DIE VERWANDLUNG, 2084 und LEHR_KRAFT_PROBE, die wir allerdings erst wieder spielen können, sobald die Corona-bedingten Einschränkungen aufgehoben sind, sowie ein Gastspiel von ICH BIN MUSLIMA – HABEN SIE FRAGEN? beim Festival „Willkommen Anderswo“ in Bautzen.
Im Montagscafé begrüßen wir zum Beginn der Spielzeit alle Dresdner*innen und diejenigen, die neu hier sind, mit WELCOME BACK – einem wöchentlichen Minifestival. In künstlerischen Workshops, Konzerten, Gesprächsformaten und anderen Veranstaltungen wird hier wöchentlich die Zukunft ausprobiert, wie sie sein könnte: weltoffen, tolerant und solidarisch.
Dazu gibt es wie immer ein reichhaltiges Programm in den B:Clubs, darunter ein Austauschprojekt mit dem Káva-Theater Budapest, in dem wir Bürger:Bühne über Grenzen hinweg leben wollen. Wir hoffen auf unzählige, unvorhergesehene und inspirierende Begegnungen mit euch – und auf eine Zukunft, die Lust macht, sie gemeinsam zu gestalten.

Das Team der Bürger:Bühne
Tobias Rausch, Sabrina Bohl, Christiane Lehmann, Wanja Saatkamp

Team

LEITUNG
Tobias Rausch
0351.49 13-665
tobias.rausch@staatsschauspiel-dresden.de

DRAMATURGIE UND STELLVERTRETENDE LEITUNG
Sabrina Bohl
0351.49 13-740
sabrina.bohl@staatsschauspiel-dresden.de

PRODUKTIONSLEITUNG
Christiane Lehmann
0351.49 13-664
christiane.lehmann@staatsschauspiel-dresden.de

MONTAGSCAFÉ
Wanja Saatkamp, Sophia Keßen
0351.49 13-617
montagscafe@staatsschauspiel-dresden.de

Service

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Weitere Informationen zu allen Projekten der Bürgerbühne unter
0351.49 13-740
buergerbuehne@staatsschauspiel-dresden.de

Montagscafé

Vorbeikommen. Fremde Leute treffen. Einfach so.

jeden Montag
15.00 – ca. 22.00 Uhr › Kleines Haus

Bürger:Bühne@home

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