Uraufführung 01.04.2022 › Kleines Haus 1

Das Wasser*

*Arbeitstitel
Handlung
„Meine Kinder sind außerhalb des Wals. Sie demonstrieren. Sie klagen an. Weil ich im Wal sitze, sterbe ihre Zukunft. Sagen sie. Ihr dürft uns nicht als jung bezeichnen, schreien die Kinder da draußen, ihr seid da drin im Bauch des Wals und habt uns alt gemacht. Vor der Zeit. Ja, jetzt schaut nicht so betroffen drein, wir wissen, dass ihr jetzt gerade betroffen dreinschaut. Das kennen wir von euch. So ist das eben, wenn man ewig so weitermacht. Hockt in eurem Tier und faselt etwas von unserer Jugend und unserer Zukunft. Irgendwas von Generationengerechtigkeit. Das ganze Gespräch, das wir noch führen, kommt immer auf Generationengerechtigkeit zurück, mal mit Verfassungsgerichtsurteil und mal ohne. Ihr schießt einen Weltwasserbericht nach dem anderen heraus, oder Weltwaldbericht oder Weltluftbericht. Ihr kommt mit der Bundesbremse, aber wisst im Vorhinein, sie wird nicht funktionieren … ihr seid die, die Zeit haben, denn ihr sitzt im Wal. Wir sind im Wasser, also draußen. Wir sind die mit den Mikrosekunden, die mit den kaum sitzenden Augenblicken.“
Die österreichische Schriftstellerin Kathrin Röggla beschäftigt sich in ihrem neuen Text, der als Auftragswerk für das Staatsschauspiel Dresden entsteht, mit Herausforderungen und Konflikten des Anthropozäns und den konkreten Auswirkungen in unserer Region, in der vor allem die Wasserknappheit zu den am dringlichsten zu lösenden Problemen zählt. Für ihr Stück WIR SCHLAFEN NICHT erhielt die Autorin den Preis der SWR-Bestenliste und den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch. Auch ihre Prosa wie NIEMAND LACHT RÜCKWÄRTS, ABRAUSCHEN und IRRES WETTER fand eine breite Leserschaft. Zuletzt erschien ihr preisgekrönter Essay BAUERNKRIEGSPANORAMA.
Besetzung
Regie
Bühne
Dramaturgie