Premiere 06.02.2020 › Kleines Haus 3

Der Nazi & der Friseur

nach dem Roman von Edgar Hilsenrath
Auf dem Bild: Franziskus Claus, Daniel Séjourné
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Daniel Séjourné, Franziskus Claus
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Daniel Séjourné, Franziskus Claus
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Daniel Séjourné, Franziskus Claus
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Franziskus Claus, Daniel Séjourné
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Daniel Séjourné, Franziskus Claus
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Franziskus Claus, Daniel Séjourné
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Franziskus Claus, Daniel Séjourné
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Daniel Séjourné
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Daniel Séjourné, Franziskus Claus
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Franziskus Claus, Daniel Séjourné
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Franziskus Claus, Daniel Séjourné
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Franziskus Claus, Daniel Séjourné
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Daniel Séjourné, Franziskus Claus
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Daniel Séjourné
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Franziskus Claus, Daniel Séjourné
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Daniel Séjourné, Franziskus Claus
Foto: Sebastian Hoppe
Handlung
Eingeladen zur 26. Woche junger Schauspieler*innen 2021 in Bensheim und ausgezeichnet mit dem Publikumspreis

„Masel Tov!“ rufen die Hochzeitsgäste als der Friseur Itzig Finkelstein die dicke Mira küsst. Es ist ein guter Tag für das frischvermählte Paar im neugegründeten Staat Israel. Die Finkelsteins haben den Holocaust überlebt. Was Mira nicht weiß, was überhaupt niemand in der Welt wissen darf: Itzig Finkelstein trug im Konzentrationslager keine Sträflingskleidung. Er litt auch keinen Hunger. Er fror ein wenig, trotz SS-Uniform, aber die Winter in den polnischen Wäldern sind eisig. Er litt niemals Todesangst, bis die Partisanen die Lastwagen der SS-Truppen stellten und er auf der Flucht im Wald zu erfrieren und zu verhungern drohte. Denn Itzig Finkelstein ist in Wahrheit der Massenmörder Max Schulz. Ein kleiner Fisch, aber einer der besten. Äußerlich, trotz aller Reinrassigkeit, gestaltet wie die zu seiner Zeit gängige Karikatur eines Juden, kann er nach Kriegsende erstmals Profit aus seinem Aussehen schlagen. Mit einem Beutel voller Goldzähne und einer gestohlenen jüdischen Identität reist er nach Palästina aus und macht sich im Kampf um den „jüdischen Staat“ verdient. Eine große Tarnung für einen kleinen Fisch.
Eine groteske Geschichte, die vermag, mit Übertreibung und Zuspitzung näher an die Unvorstellbarkeiten des Realen heranzureichen, als es purer Realismus könnte. Edgar Hilsenrath, während des Jahreswechsels 2018/2019 verstorben, der selbst dem Holocaust nur knapp entkam und 1975 der Liebe zur deutschen Sprache wegen nach Deutschland zurückkehrte, gelang mit DER NAZI & DER FRISEUR ein blutiger Schelmenroman.

www.hilsenrath.de
By arrangement with Literarische Agentur Mertin Inh. Nicole Witt e. K., Frankfurt am Main, Germany.


Inhaltswarnung: Der Aufführungstext enthält detaillierte Beschreibungen von physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt sowie der Verbrechen der Shoa. Auf Text- und Bildebene werden antisemitische Stereotype verhandelt.
Dauer der Aufführung: ca. 1 Stunde und 40 Minuten.
Keine Pause.
Besetzung
Video
Pressestimmen
„Monique Hamelmann inszeniert gekonnt. Ein gelungenes Regiedebüt. [...] Ein absurdes Spiel mit Rollentausch, bravourös gemeistert von Franziskus Claus und Daniel Séjourné.“
Dresdner Neueste Nachrichten, Andreas Herrmann, 08.02.2020
„Franziskus Claus und Daniel Séjourné brillieren als komisches Duo in einer tragischen Burleske. Eine politisch hochaktuelle, intensive Inszenierung.“
Dresdner Morgenpost, Heiko Nemitz, 08.02.2020
„Mit einem extrem wandelbaren, intensiven Spiel und einer flüssigen Inszenierung jenseits rhythmischer oder inhaltlicher Taktlosigkeiten hat das Staatsschauspiel Dresden das Bensheimer Theaterfestival bereichert.“
Bergsträßer Anzeiger, Thomas Tritsch, 15.06.2021
„Dem gesamten Team ist es gelungen, die Thematik des Holocausts aus der Täterperspektive auf ungewöhnliche Weise lebendig und berührend zu beleuchten. Ein Theaterabend, der sicherlich bei vielen noch lange nachwirken wird!“
Bergsträßer Anzeiger, WjS-Schulprojekt, Tilman Arndt, AKG Bensheim, 15.06.2021