Deutsche Erstaufführung 17.01.2014 › Kleines Haus 2

20000 Seiten

von Lukas Bärfuss
Auf dem Bild: André Kaczmarczyk
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: André Kaczmarczyk
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Laina Schwarz, André Kaczmarczyk
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: André Kaczmarczyk, Cathleen Baumann
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: André Kaczmarczyk
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: André Kaczmarczyk, Anton Petzold
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Anton Petzold, André Kaczmarczyk
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Anton Petzold, André Kaczmarczyk
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: André Kaczmarczyk (Tony), Anton Petzold (Wüthrich)
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: André Kaczmarczyk, Anton Petzold
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: André Kaczmarczyk, Torsten Ranft, Cathleen Baumann, Sascha Göpel
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Sascha Göpel, André Kaczmarczyk, Anton Petzold
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Cathleen Baumann, André Kaczmarczyk, Sascha Göpel, Torsten Ranft
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Cathleen Baumann, André Kaczmarczyk, Torsten Ranft, Sascha Göpel
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Cathleen Baumann, André Kaczmarczyk
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: André Kaczmarczyk
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: André Kaczmarczyk
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Sascha Göpel, André Kaczmarczyk, Torsten Ranft, Cathleen Baumann
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Cathleen Baumann, André Kaczmarczyk, Torsten Ranft, Sascha Göpel
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Sascha Göpel
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Sascha Göpel, Torsten Ranft, Laina Schwarz, André Kaczmarczyk
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Sascha Göpel, Laina Schwarz, André Kaczmarczyk
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: André Kaczmarczyk
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Cathleen Baumann, André Kaczmarczyk
Foto: Matthias Horn
Handlung
Da fliegt dem Gelegenheitsarbeiter Tony bei einem unglückseligen Unfall ein 20 000-seitiges Lexikon auf den Kopf – ausgerechnet eine historisch-fundierte Untersuchung über die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg. Und es kommt noch dicker: Der Inhalt ist fortan in Tonys Kopf gespeichert – seiten-, zeilen- und silbengenau. Dieses neu erlangte Wissen macht ihn ratlos und lässt ihn zusehends trauriger werden. Während sein Umfeld ihn zunächst für verrückt erklärt und er in einer Psychiatrie landet, versucht ein Manager wenig später, Kapital aus seinem „unnützen Wissen“ zu schlagen. Als Gedächtniswunder geht Tony in einer Talenteshow ins Rennen, bis auch die Wissenschaft auf ihn aufmerksam wird und ihn für ihre Zwecke als Versuchskaninchen missbraucht. Dem nicht genug, zerbricht auch noch seine Liebesbeziehung zu Lisa darüber.
Das Bücherpaket mit dem vermeintlich unnützen Wissen hat der Schweizer Autor Lukas Bärfuss gepackt, der gegenwärtig zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Dramatikern zählt. Nicht nur bei seinem Protagonisten provoziert er damit großes Unbehagen – schließlich geht es um die Verantwortlichkeit für die Taten der Vergangenheit. Warum vergessen wir Unbequemes, erinnern Schönes? Wie gehen wir mit individuellem und kollektivem Gedächtnis als historisch-nationalem Phänomen um? Was ist unnützes, was nützliches Wissen?
Besetzung
Regie
Burkhard C. Kosminski
Bühne
Florian Etti
Kostüme
Ute Lindenberg
Musik
Hans Platzgumer
Licht
Björn Gerum
Dramaturgie
Dr. Gosbor / Mala / Priska / Silvia / Valerie
Cathleen Baumann
Buff / David / John / Oskar
Arvyl / Korn / Guido / Ein Mann
Sascha Göpel
Wüthrich
Anton Petzold
Tony
André Kaczmarczyk
Lisa
Ines Marie Westernströer / Laina Schwarz
Video
Pressestimmen
Lukas Pohlmann, nachtkritik.de
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„Was ihn umhaut, sind 20.000 Seiten Aufarbeitung des neutralen Schweizer Verhaltens, während rundherum der zweite Weltkrieg tobt und in KZs Millionen ermordet werden. Dieser kiloschweren Forschung entledigt sich vom dritten Stock aus ihr Herausgeber, indem er sie gesammelt durchs Fenster wirft, aus Versehen dem armen Tony auf den Kopf. Physisch ist ihm nichts passiert, doch landet er in der Psychiatrie, weil etwas nicht normal ist: Tony, dessen Überforderung André Kaczmarczyk in Burkhard C. Kosminskis Dresdner Deutschen Erstaufführung des Stoffs hinreißend spielt, hat plötzlich den Inhalt der Bücher im Kopf. Vollständig, genau, fehlerfrei. Und weil sich das keiner vorstellen kann, schon gar nicht die selbst der Normalität entrückte Psychiaterin Dr. Gosbor, soll er auf der Station bleiben. Wer weiß, wie lange. Bärfuss' Idee einer Figur, die sich in der Gegenwart den Abgründen der Vergangenheit nicht entziehen kann, ist großartig.“
Lukas Pohlmann, nachtkritik.de
Bistra Klunker, Dresdner Neueste Nachrichten
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„Im Stück wirft Professor Wüthrich (gespielt vom zehnjährigen! Anton Petzold), hier der alleinige Verfasser, die 25 Bände über die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg aus dem Fenster. Unnützes Wissen - weg damit. Unglücklicherweise fallen die Bücher einem gewissen Tony (André Kaczmarczyk) – einem Allerweltsbürger - auf den Kopf. Nachdem er aus dem Koma aufgewacht ist, wandelt er als zweibeiniges Geschichtslexikon umher, denn er kennt den Text aller Bände, Wort für Wort. In der Dresdner Inszenierung trägt Tony sein Kreuz als schweren Rucksack. Kein Wunder, dass André Kaczmarczyk bald ins Schwitzen kommt, doch er überzeugt auch ohne Last als naiver, an seinem Wissen und am Desinteresse leidender Zeitgenosse.“
Bistra Klunker, Dresdner Neueste Nachrichten
Ralf-Carl Langhals, Mannheimer Morgen
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„Burkhard C. Kosminski bremst das Geschehen auf ein gerüttelt Maß dessen, was der Text reichhaltig bietet: Humor!“
Ralf-Carl Langhals, Mannheimer Morgen