Uraufführung 13.09.2015 › Kleines Haus 1

DYNAAAMO!

Ein Theaterprojekt von und für Fußballfans
Text und Recherche: Thomas Freyer
In Kooperation mit der SG Dynamo Dresden und mit freundlicher Unterstützung durch den Förderverein des Staatsschauspiels Dresden, die DFB Kulturstiftung und das Theaternetzwerk Theatron.
Auf dem Bild: Thomas Hoegg, Marcel Schäfer, Roland Schramm, Jan Buruck, Jörg Birkenbusch, Heike Oehlke, Claudia Hoegg, Torsten Behr, Kathrin Hengst, Lucia Godehardt, David Fischer, Louis Förster, Volker Kreß
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild:
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Auf dem Bild: Roland Schramm, Louis Förster, Jörg Birkenbusch, Volker Kreß, Torsten Behr, Kathrin Hengst, Jan Buruck, Thomas Hoegg, Heike Oehlke, Lucia Godehardt, Heike Schröder, Claudia Hoegg, Gundolf Kobuch
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Volker Kreß, Kathrin Hengst, Louis Förster, Lucia Godehardt, Heike Oehlke, Jan Buruck, Thomas Hoegg, Torsten Behr, Claudia Hoegg, Gundolf Kobuch, Roland Schramm
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Auf dem Bild: Volker Kreß, Jan Buruck, Thomas Hoegg, Louis Förster, Gundolf Kobuch, Torsten Behr, Roland Schramm, Claudia Hoegg, Heike Oehlke
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Auf dem Bild: Volker Kreß, Jan Buruck, Thomas Hoegg, Gundolf Kobuch, Roland Schramm
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Auf dem Bild: Jonas Kobuch, Lukas Kobuch
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Auf dem Bild: Gundolf Kobuch, Louis Förster, Torsten Behr, Roland Schramm, Claudia Hoegg, Heike Oehlke, Lucia Godehardt, Volker Kreß, Thomas Hoegg, Jan Buruck
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Auf dem Bild: Ensemble
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Auf dem Bild: Volker Kreß, Heike Schröder, Louis Förster, Jörg Birkenbusch, Thomas Hoegg, Lucia Godehardt, Jan Buruck, Torsten Behr, Gundolf Kobuch, Kathrin Hengst, Roland Schramm, Simone Hoegg, Claudia Hoegg, Heike Oehlke
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Auf dem Bild: Ensemble
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Auf dem Bild: Jörg Birkenbusch, Louis Förster, Kathrin Hengst, Gundolf Kobuch, Simone Hoegg, Heike Oehlke, Roland Schramm
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Auf dem Bild: Jörg Birkenbusch, Heike Oehlke, Jan Buruck, Louis Förster, Roland Schramm
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Auf dem Bild: David Fischer, Torsten Behr, Louis Förster, Jörg Birkenbusch, René Litsche, Roland Schramm, Gundolf Kobuch, Thomas Hoegg, Volker Kreß, Simone Hoegg, Heike Oehlke, Lucia Godehardt, Jan Buruck, Heike Schröder
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Auf dem Bild: Jörg Birkenbusch, Simone Hoegg, Torsten Behr, Kathrin Hengst, Heike Oehlke, Louis Förster, Jan Buruck, Lucia Godehardt, Roland Schramm, Heike Schröder, Thomas Hoegg
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Auf dem Bild: David Fischer
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Auf dem Bild: Louis Förster, Volker Kreß, Lucia Godehardt, Claudia Hoegg
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Auf dem Bild: Claudia Hoegg
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Auf dem Bild: Louis Förster, Marcel Schäfer, Kathrin Hengst, Lucia Godehardt, Claudia Hoegg, Roland Schramm
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Auf dem Bild: Heike Oehlke, Simone Hoegg, Jörg Birkenbusch, Thomas Hoegg, Roland Schramm, Jan Buruck, Heike Schröder, Torsten Behr, Volker Kreß
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Auf dem Bild: Gundolf Kobuch, Jörg Birkenbusch, David Fischer, Louis Förster, Roland Schramm, Volker Kreß, Thomas Hoegg, René Litsche, Lucia Godehardt, Simone Hoegg, Kathrin Hengst, Jan Buruck, Claudia Hoegg, Heike Oehlke, Heike Schröder
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Auf dem Bild: Kathrin Hengst, Heike Oehlke, Heike Schröder, Simone Hoegg, Torsten Behr, Volker Kreß
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Auf dem Bild: Heike Schröder, Volker Kreß, René Litsche, Gundolf Kobuch, Jan Buruck, Heike Oehlke, Louis Förster, Lucia Godehardt, David Fischer, Torsten Behr, Kathrin Hengst, Thomas Hoegg, Claudia Hoegg, Jörg Birkenbusch, Simone Hoegg
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Auf dem Bild: Heike Schröder, Jan Buruck, Heike Oehlke, Volker Kreß, David Fischer, Jörg Birkenbusch, René Litsche, Gundolf Kobuch, Lucia Godehardt, Louis Förster, Torsten Behr, Kathrin Hengst, Simone Hoegg, Claudia Hoegg, Thomas Hoegg
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Auf dem Bild: Louis Förster, Jan Buruck, Heike Schröder, Volker Kreß, Jörg Birkenbusch, Kathrin Hengst, René Litsche, Lucia Godehardt, Gundolf Kobuch, Simone Hoegg, Torsten Behr, Thomas Hoegg, Heike Oehlke, Claudia Hoegg, David Fischer, Roland Schramm
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Auf dem Bild: Roland Schramm, Gundolf Kobuch, Louis Förster, Lucia Godehardt, Jan Buruck, Claudia Hoegg
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Auf dem Bild: Louis Förster, Lucia Godehardt, Claudia Hoegg, Roland Schramm
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Auf dem Bild: Louis Förster, David Fischer, René Litsche
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Auf dem Bild: Heike Oehlke, Simone Hoegg, Gundolf Kobuch
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Auf dem Bild:
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Auf dem Bild: David Fischer, Torsten Behr, René Litsche, Jörg Birkenbusch
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Auf dem Bild: Thomas Hoegg
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Auf dem Bild:
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Auf dem Bild: Thomas Hoegg, Jan Buruck, Torsten Behr, Louis Förster, David Fischer, Lucia Godehardt
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Auf dem Bild: Thomas Hoegg, Marcel Schäfer, Simone Hoegg, Roland Schramm, Jan Buruck, Jörg Birkenbusch, Claudia Hoegg, Heike Oehlke, Kathrin Hengst, Lucia Godehardt, David Fischer, Louis Förster, Torsten Behr
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Auf dem Bild: Marcel Schäfer, Ensemble
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Handlung
Nirgendwo würden der Fußball und ein Verein so geliebt wie in Dresden, war vor einigen Wochen in einem angesagten Fußballmagazin zu lesen. Warum dem so ist und was diese Liebe ausmacht, davon erzählen rund 20 leidenschaftliche Fußballfans zwischen 6 und 54 Jahren im neuen Theaterstück der Bürgerbühne. Wie jede fesselnde Liebesgeschichte, handelt auch „DYNAAAMO!“ von unfassbarem Glück und herben Enttäuschungen. Deshalb kommen die glanzvollen Auftritte in der DDR-Oberliga oder der Sieg über Bayer Leverkusen im DFB-Pokal vor fünf Jahren ebenso zur Sprache wie das verlorene Europapokal-Viertelfinale gegen Bayer 05 Uerdingen 1986 oder der Abstieg in die 3. Liga 2014. Die Geschichten der Fans hat der Dramatiker Thomas Freyer zu einem Theatertext verdichtet. Sie fügen sich zu einem vielstimmigen Stadt- und Gesellschaftsporträt, in dem sich die Emotionen der Menschen entladen wie sonst nur im Fußballstadion. Regie führt Jan Gehler, der selber begeisterter Fan ist und findet, Theater müsse so spannend, mitreißend und unvorhersehbar wie Fußball sein. Er inszenierte am Staatsschauspiel Dresden mit großem Erfolg u. a. „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf und „Supergute Tage“ von Mark Haddon/Simon Stephens. Weitere Regiearbeiten führten ihn ans Hamburger Thalia Theater, ans Maxim Gorki Theater Berlin, ans Theater Freiburg und ans Stuttgarter Schauspielhaus.
Besetzung
Regie
Text und Recherche
Thomas Freyer
Bühne
Kostüme
Claudia Irro
Musik
Licht
Mit
Torsten Behr, Jörg Birkenbusch, Jan Buruck, David Fischer, Louis Förster, Lucia Godehardt, Kathrin Hengst, Claudia Hoegg, Simone Hoegg, Thomas Hoegg, Gundolf Kobuch, Jonas Kobuch, Lukas Kobuch, Volker Kreß, René Litsche, Heike Oehlke, Marcel Schäfer, Roland Schramm, Heike Schröder
Video
Pressestimmen
„Wirkliche Fans spielen also Theater. Mit anderen Worten: Das muss schiefgehen. Geht es aber nicht.“
Cornelius Pollmer, 15.09.2015, Süddeutsche Zeitung
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15.09.2015
„In der Intendanz von Wilfried Schulz hat sich das Staatsschauspiel der Stadt zugewendet. ‚DYNAAAMO! ‘ heißt das Stück der Bürgerbühne, es möchte ‚ein Theaterprojekt von und für Fußballfans‘ sein. Wirkliche Fans spielen also Theater. Mit anderen Worten: Das muss schiefgehen. Geht es aber nicht. Das Stück vermittelt die Grundstimmung des Vereins, ‚immer durchhalten, niemals ankommen‘. Und diese Grundstimmung war eben auch eine der Nachwendejahre im Osten. Die Gesellschaft im Komplettumbau, Arbeit flüchtig, aber Dynamo? War immer da, ist immer da. Manche flüchteten sich deswegen in die Wochenenden, das Leben schrumpfte auf ‚das bisschen dazwischen‘. Von da ist es nur noch ein Kurzpass bis zu den Unruhen der jüngeren Vergangenheit, in der das Sortiment des Dynamo-Fan-Shops nicht nur im Stadion zu begutachten war, sondern vereinzelt bis zahlreich auch in den Montagsreihen bei Pegida. Die Bürgerbühne versucht sich an einer irgendwie kritischen Würdigung der zuweilen haltlosen Selbstüberschätzung des Dynamo-Anhangs (‚Dresden, Dresden über alles‘) und sie widmet sich zudem jenen Fehlgeistern, die allzu willig vor Angst und Wut kapitulieren.“
Cornelius Pollmer, Süddeutsche Zeitung
„Es ist ein spielstarkes Ensemble, das die Texte des fußballaffinen Autors Thomas Freyer auf die Bühne bringt.“
Stephan Fischer, 15.09.2015, neues deutschland
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15.09.2015
„Es ist ein spielstarkes Ensemble, das die Texte des fußballaffinen Autors Thomas Freyer auf die Bühne bringt. Der hat den Texten der Fans Form und Struktur verliehen, ohne deren Originalität zu planieren. Die Bürgerbühne Dresden will sich auch in ihrem siebten Jahr mit den Themen der Stadtgesellschaft auseinandersetzen. Dynamos Sonne strahlt nicht nur gelb, sie hat auch eine sehr dunkle Seite. ‚DYNAAAMO!‘ ist eindeutig auf der hellen Seite zu finden – die Laienschauspieler agieren mit nicht überraschender Leidenschaft, überraschen mit präzisem Spiel, das an manchen Stellen an der Laienschaft zweifeln lässt. Ohne in Klamauk abzudriften ist das Volkstheater im besten Sinne mit Dialekt, Derbheit und diversen Running Gags. Die Bühne als Stehplatzblock und die Zuschauer mitten drin im ‚Dünaaamo!‘-Universum.“
Stephan Fischer, neues deutschland
„Choreografierter Fangesang in Dresden: Blut, Sieg, Dynamo über allem. Auch das ist Fußball. Und Theater über Fußball. Extrem, furchterregend, kritisch, leidenschaftlich.“
Rene Römer, 14.09.2015, mdr Sachsenspiegel
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14.09.2015
„Choreografierter Fangesang in Dresden: Blut, Sieg, Dynamo über allem. Auch das ist Fußball. Und Theater über Fußball. Extrem, furchterregend, kritisch, leidenschaftlich.
Das Stück ist eine Zeitmaschine. DDR-Bockwurst-Tristesse trifft auf den Europapokal. Die Welt: ein Fußball. Glück und Leid, Triumph und Niederlage. Das Stück hat etwas universelles, könnte im Grunde überall spielen – und auch wieder nicht. ‚DYNAAAMO!‘ ist eine teils selbstironische Liebeserklärung, aber eine Liebeserklärung von Fans an ihren Club und an ihre Stadt. Steh auf, wenn du ein Dynamo bist – oder einfach wuchtig-kraftvolles Theater machst.“
Rene Römer, mdr Sachsenspiegel
„Vielfältig und außerdem sehr dynamisch und energiereich.“
Maria und Klara Wördemann, 15.09.2015, mdr 1 Radio Sachsen
„So viel Euphorie gibt es sonst nie nach einer Premiere am Dresdner Staatsschauspiel: Mit minutenlangem Stehapplaus, Jubelrufen und Lobespfiffen dankte das Publikum.“
Nadja Laske, 09.09.2015, Sächsische Zeitung
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09.09.2015
„So viel Euphorie gibt es sonst nie nach einer Premiere am Dresdner Staatsschauspiel: Mit minutenlangem Stehapplaus, Jubelrufen und Lobespfiffen dankte das Publikum den 19 Dynamofans der Bürgerbühne, die im Theaterstück über ihren geliebten Fußballverein mitspielen. Eher, dass sie gezeigt haben, wie es im Stadion zugeht. Als jemand, der dort regelmäßig ist, habe ich ganz viele Sachen wiedererkannt. Manches, was man schnell kritisieren kann, aber auch ganz viel, wo eine positive Kraft dahintersteckt. Es ist sicher für Leute ein Stück weit erschreckend, die diese Wucht, diese Lautstärke, diese derbe Sprache nicht kennen. Aber so ist Fußball, nicht nur in Dresden – egal in welcher Liga.
Mir hat das Stück sehr gut gefallen, auch wenn das ein oder andere sich in Episoden verlor. Wenn es ein Ansinnen des Staatsschauspiels war, theaterfremdes Publikum zu ziehen, dann ist das auf jeden Fall gelungen. Man kann das Stück sogar denen empfehlen, die Dynamo kritisch gegenüberstehen, weil man danach den Verein etwas besser versteht: Warum so viele Leute in das Stadion gehen und mancher lieber die eigene Hochzeit verschiebt als ein Heimspiel zu verpassen.“
Nadja Laske, Sächsische Zeitung
„Das Team um Regisseur Jan Gehler hat mit den Fans ein großartiges, kurzweiliges und auch für Außenstehende zugängliches Laientheaterstück auf die Bühne gebracht.“
Hauke Heuer/Jochen Leimert, 15.09.2015, Dresdner Neueste Nachrichten
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15.09.2015
„Das Team um Regisseur Jan Gehler hat mit den Fans ein großartiges, kurzweiliges und auch für Außenstehende zugängliches Laientheaterstück auf die Bühne gebracht, das mit viel Emotionen und einem Augenzwinkern das Phänomen Fankultur erfahrbar macht.
Es stimmt sehr viel in diesem Stück. Das simple Bühnenbild von Sabrina Rox, eine Tribüne in Schwarzgelb, wird variabel bespielt und zeigt zum einen die Frontansicht auf den Block, aber auch den Blick von den obersten Rängen hinunter ins Stadion zu den Flaggen, die wehen, und den anderen Fans, die im Schattenspiel ihre Hände gen Himmel reißen – sehr intelligent gelöst.
Die Besetzung ist für eine Bürgerbühne gut gelungen und man fragt sich, ‚wo haben die diese Leute her?‘, obwohl die Antwort auf der Hand liegt: aus dem K-Block. Angenehm ist die nicht stringente, sondern collagenhafte Erzählweise. Eingeschobene Episoden, wie eine Kategorisierung der typischen Fußballfans (Trainerfan, K-Block-Fan, Gästefan) oder Rückblenden, die zum Beispiel die größte Schmach der Vereinsgeschichte (die Niederlage bei Bayer 05 Uerdingen), aber auch die Gewalt und die Rechten im Fußball aufgreifen, sind sehr unterhaltsam und schaffen Tempo.
Fast unfassbar ist die Reaktion des fußballaffinen Premierenpublikums. Die Sprechchöre werden wie selbstverständlich mitgesungen. Immer wieder gibt es frenetischen Zwischenapplaus. Und zum Schluss mehr als zehn Minuten stehende Ovationen - ganz verstehen werde ich das auch nach diesem wunderbaren Abend nie.“
Hauke Heuer/Jochen Leimert, Dresdner Neueste Nachrichten
„Dynamo Dresden begeistert seit Neuestem auch im Theater: Vor ausverkauftem Saal im Kleinen Haus feierte das Bürgerbühnenprojekt eine umjubelte Uraufführung.“
Jörg Schneider, Dresdner Morgenpost
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„Dynamo Dresden begeistert seit Neuestem auch im Theater: Vor ausverkauftem Saal im Kleinen Haus feierte das Bürgerbühnenprojekt eine umjubelte Uraufführung. Auf der Bühne versammeln sich 19 eingefleischte Dynamofans zwischen sechs und 54 Jahren in schwarz-gelbem Outfit. Zusammen sind sie eine Macht und jeder für sich ein Original. In knapp zwei Stunden lassen sie nicht nur ein Stück Dresdner Fankultur und Vereinsgeschichte lebendig werden, sondern auch das Publikum an ihren ganz persönlichen Schicksalen teilhaben. Leidenschaft und Drama, Zugehörigkeit und Rivalität, Fluch und Segen liegen nah beieinander.“
Jörg Schneider, Dresdner Morgenpost
Interview

Ewiger Wechselgesang

Die Bürgerbühne eröffnet ihre Spielzeit mit einem großen Theaterprojekt von und für Fußballfans in Kooperation mit der SG Dynamo Dresden. Der Dramaturg David Brückel sprach mit drei Menschen, die eng mit dem Verein verbunden sind.
David Brückel:Mit mehr als 15 000 Anhängerinnen und Anhängern ist Dynamo Dresden der mitgliederstärkste Verein der neuen Bundesländer. Worin besteht das „Phänomen Dynamo“? Was ist das Besondere am Verein und an seinen Fans?

Veit Pätzug: Unter vielen gebürtigen Dresdnern gibt es das weitverbreitete Gefühl, etwas verteidigen zu müssen, ein Empfinden jahrzehntelanger Benachteiligung. Das sitzt ganz tief. Sie sagen: „Im Krieg wurde die Stadt zerstört, dann ging die ganze Wirtschaft in den Westen und auch teilweise die Kultur – unser Reichtum.“ Trotzdem war Dresden für die Menschen hier immer noch die schönste Stadt der Welt. Dann kam die Wiedervereinigung, die das Gefühl des Benachteiligtseins bei vielen noch verstärkte, obwohl so viele Vorteile damit verbunden waren. Die weitverbreitete Meinung lautet: „Selbst unsere Wohnungen gehören jetzt den Wessis. Jetzt müssen wir denen Miete zahlen. Aber Dynamo gehört noch uns!“ Dynamo wird verteidigt, mit Inbrunst, Liebe und Zorn.
Robert Schäfer: Wir sind ein Verein, der seit dem Abstieg in die dritte Liga sogar noch Mitglieder dazugewonnen hat. Das sagt schon viel aus, finde ich. Trotz sportlichen Misserfolgs, trotz Missmanagement und was man sonst noch alles anführen will, ist hier die Bereitschaft zusammenzustehen ungebrochen. Als wir in die Saison 2014 / 2015 gegangen sind, haben wir gesagt: „Das ist ein Umbruch. Es gibt viele neue Spieler, es gibt große Risiken. Unser Anspruch muss erst mal ein gesicherter Mittelfeldplatz sein.“ Für einen Zweitliga-Absteiger ist das natürlich nicht normal, aber es wird von den Fans akzeptiert, solange wir bescheiden, fleißig und ehrgeizig sind. Das ist es, was Dynamo Dresden auszeichnet, diese Solidarität.
Die namensgebende Sportgemeinschaft ist zentral. Gemeinschaft ist das, was im Herzen vereint.
Birgit Kaltenhäuser: Mich fasziniert immer wieder, dass ich mit fünfzig Prozent der Leute aus meiner Stadionreihe im wahren Leben nichts zu tun hätte. Und die mit mir auch nicht. Aber im Stadion sitzen wir nebeneinander. Im Stadion sitzen so viele Bekloppte und Verrückte und dazwischen auch ich. Das macht wahnsinnig viel Spaß.
Veit Pätzug: Dynamo macht die Leute glücklich, manchmal sogar bei Niederlagen, das fasziniert mich. Zuletzt, beim DFB-Pokal gegen Dortmund, war das Spiel ab einem bestimmten Punkt verloren, aber die Fans sangen trotzdem, der ganze Kessel: „Ich liebe dich, Dynamo …“ Mit einer Hingabe! Auch nach dem Schlusspfiff war der Wechsel­gesang noch ewig zu hören …
 
Das Theater ist ein Ort der Reflexion und der Auseinandersetzung, ein Ort der Bespiegelung von Wirklichkeit, eine politisch-moralische Anstalt. Welche Funktion hat Fußball für die Gesellschaft? Was für ein Ort ist ein Fußballstadion?

Birgit Kaltenhäuser: Wenn ich zum Spiel gehe, blende ich den Alltag komplett aus. Für mich ist das wirklich eine Auszeit, und ich glaube, vielen anderen geht es auch so. Im Stadion kann ich abschalten. Theater, Arbeit, Familie sind ganz woanders. Und ich bin neunzig Minuten einfach da.
Robert Schäfer: Bei mir ist das auch so. Für mich ist jeder Stadionbesuch etwas Besonderes. Eine Katharsis gibt es eben nicht nur im Theater. Auch im Stadion findet eine seelische Reinigung statt, indem ich mich auslebe, austobe, leide, weine und mich danach irgendwie besser fühle. Ich denke, ein Fußballstadion ist einer der wenigen Orte in der Gesellschaft, wo man unabhängig von Status oder Rolle gewisse Verhaltensformen entfalten kann. Im Stadion sind alle gleich. Auf der VIP-Tribüne, im K-Block, im Familienblock, überall gibt es mal unflätige Bemerkungen. Im Stadion dürfen sich alle ausleben. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass der Fußball den Menschen Halt gibt, dass er Heimat sein kann und ein Ort der Identifikation.
Veit Pätzug: Für mich ist ein Fußballstadion auch ein politischer Ort. Fußball ist Volkssport, da kann man seinen ­niederen Instinkten freien Lauf lassen. Das Rudolf-Harbig-Stadion ist, wie jedes große Fußballstadion, ein Abbild der Gesellschaft. Alles, was auf der Straße passiert, spiegelt sich auch auf den Rängen wider – wie aktuell die Diskussion um Pegida, die unsere Stadt im Griff hat … Ich denke, das ist eine sehr schwierige Situation, in der die Verantwortlichen stecken. Wie positioniert man sich als Verein? Soll man sich da einmischen oder lieber nicht?
Robert Schäfer: Für uns ist das Stadion kein politischer Ort. Bei uns sind Menschen aller Klassen, aller Gruppen, aller ­politischen Gesinnungen, aller Religionen und aller sexuellen Ausrichtungen vertreten. Wir bilden die Gesamtgesellschaft ab. Gleichzeitig haben wir in den letzten Jahren auch betont, dass das Stadion keine Plattform für Politik ist. Wir haben von Vereinsseite klar beschrieben, wie wir dazu stehen. Es gibt eine Satzung, in der steht: „Wir sind nicht politisch.“ Wir geben keine politischen Empfehlungen ab, aber natürlich haben wir Werte. Wir sind gegen Rassismus und Diskriminierung und für Toleranz, Akzeptanz und Weltoffenheit. Das sind die Werte unserer Satzung, die wir sehr offen und intensiv vertreten. Unsere Hauptsponsoren verzichten beispielsweise einmal im Jahr darauf, sich auf den Spielertrikots zu präsentieren. Stattdessen steht dann da „Love ­Dynamo Hate Racism“. Das ist ein klares Statement.
Die Bürgerbühne ist der Versuch, einen Ort zu etablieren, an dem Partizipation möglich ist, eine Diskussion über persönlich und gesellschaftlich relevante Themen. Wie verbinden sich bei Dynamo Dresden der Sport, das Vereinsleben und die Möglichkeit bürgerschaftlicher Partizipation?

Robert Schäfer: Dynamo Dresden ist ein demokratischer Traditionsverein. Bei einer Mitgliederversammlung kann jedes Vereinsmitglied an Entscheidungen teilhaben. Aber auch das Stadion ist ein Ort der Teilhabe. Ich kann mir eine Karte kaufen und meine Meinung über den Schiedsrichter kundtun. Ich kann meine Freude über Tore rausbrüllen. Und ich bin als zwölfter Mann, als Publikum, wichtig, weil ich Motivation übertragen kann, weil ich anspornen oder strafen kann. Auf diese Art und Weise kann ich als Fan Einfluss nehmen.
Veit Pätzug: Wir leben in einer Konsumgesellschaft. Entweder verfällt man ihr oder man verweigert sich und sucht sich seine Nische. Beim Fußball – und das ist sicher nicht nur bei Dynamo Dresden so, aber dort besonders extrem – wird freiwillig gegeben, fast unkritisch. Eine sehr heterogene Gruppe, vom Akademiker bis zu den ganz einfachen Leuten, von sehr gut Betuchten bis zu den ärmsten Schweinen, gibt sich hin, gibt Geld aus. Das wird nicht als Konsum empfunden, weil Dynamo ja ihnen gehört. Das ist auch eine Form der Teilhabe. Sie alle sind Dynamo! Sensationell, gleichzeitig irrational – da kriege ich eine Gänsehaut.
Birgit Kaltenhäuser: Dabei ist es ziemlich teuer, wenn man zweimal im Monat zu zweit zum Fußball geht. Das ist immer mindestens ein Fünfzig-Euro-Schein. Es ist wirklich faszinierend: Die Leute geben das Wenige, was sie haben, für Dynamo-Tickets aus.
Veit Pätzug: Und Leute, die viel haben, geben auch viel aus. Es gibt bei Dynamo Dresden diesen Sponsorenpool, den überblicke ich natürlich nicht. Da geht es um große Summen, zumindest stelle ich mir das so vor. Je mehr man gibt, desto mehr erwartet man vielleicht auch. Aber in erster Linie ist es allen eine Herzensangelegenheit, etwas für den Verein zu tun.
 
Zum Schluss noch eine sportliche Frage: Wo steht Dynamo Dresden in zehn Jahren?
Birgit Kaltenhäuser: In der ersten Bundesliga! Das möchte ich noch erleben.
Robert Schäfer: Innerhalb von zehn Jahren muss es das Ziel sein, in die erste Liga zu kommen, und zwar als demokratischer Traditionsverein. Dann haben wir alle einen richtig guten Job gemacht.
Veit Pätzug: Also ich will Europacup (lacht), aber ganz realistisch ist das nicht, glaube ich. Es blutet mir das Herz, aber ich kann es mir nicht vorstellen.
Robert Schäfer: Europacup? Na ja …
Veit Pätzug: Aber über den DFB-Pokal könnte es klappen …
Robert Schäfer: Das ist der schnellste Weg.
 
Birgit Kaltenhäuser ist Mutter eines fußballverrückten Sohnes und einer tätowierenden Tochter, was zwangsläufig zu einer ausgeprägten Leidenschaft für Dynamo Dresden und zum entsprechenden Emblem auf der Haut führte. Sie studierte Angewandte Kulturwissenschaften und arbeitet seit 18 Jahren am Staatsschauspiel Dresden. An freien Wochenenden geht sie ins Stadion.
 
Veit Peter Pätzug studierte Kommunikationsdesign in Halle an der Saale und lebt seit 2005 wieder in seiner Heimatstadt Dresden. Er arbeitet in den Werkstätten des Deutschen Hygiene-Museums und freiberuflich als Grafikdesigner
und Schriftsteller. Viel beachtet sind seine Bücher über die ostdeutsche Fußball-Subkultur.
 
Robert Schäfer ist kaufmännischer Geschäftsführer der SG Dynamo Dresden und widmet sich seit Mai 2014 den wirtschaftlichen Herausforderungen des Vereins. Der studierte Volljurist war zuvor Geschäftsführer des TSV 1860 München und strukturierte den damals finan­ziell stark angeschlagenen Traditionsverein erfolgreich um.