Deutschsprachige Erstaufführung am 5. Juni 2015 › Schauspielhaus

LEHMAN BROTHERS.

Aufstieg und Fall einer Dynastie (Lehman Trilogy. I Capitoli del Crollo) von Stefano Massini | Deutsch von Gerda Poschmann-Reichenau | In Koproduktion mit dem Schauspiel Köln
Auf dem Bild: Torsten Ranft (Emanuel Lehman, Paul Mazur u. a.), Ahmad Mesgarha (Mayer Lehman, Marketingleiter u. a.), Thomas Müller (Henry Lehman, Herbert Lehman u. a.), Jörg Ratjen (Philip Lehman, Rundkopf Deggoo u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Torsten Ranft (Emanuel Lehman, Paul Mazur u. a.), Jörg Ratjen (Philip Lehman, Rundkopf Deggoo u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Thomas Müller (Henry Lehman, Herbert Lehman u. a.), Torsten Ranft (Emanuel Lehman, Paul Mazur u. a.), Ahmad Mesgarha (Mayer Lehman, Marketingleiter u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Torsten Ranft (Emanuel Lehman, Paul Mazur u. a.), Thomas Müller (Henry Lehman, Herbert Lehman u. a.), Ahmad Mesgarha (Mayer Lehman, Marketingleiter u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild:
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Ahmad Mesgarha (Mayer Lehman, Marketingleiter u. a.), Torsten Ranft (Emanuel Lehman, Paul Mazur u. a.), Thomas Müller (Henry Lehman, Herbert Lehman u. a.), Philipp Lux (Bobbie Lehman, Teddy Wilkinson u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Simon Kirsch (Lewis Glucksman, Babette Newgass u. a.), Ahmad Mesgarha (Mayer Lehman, Marketingleiter u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Ahmad Mesgarha (Mayer Lehman, Marketingleiter u. a.), Sascha Göpel (Pete Peterson, Ruth Lamar u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Philipp Lux (Bobbie Lehman, Teddy Wilkinson u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Ensemble, Torsten Ranft (Emanuel Lehman, Paul Mazur u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Sascha Göpel (Pete Peterson, Ruth Lamar u. a.), Thomas Müller (Henry Lehman, Herbert Lehman u. a.), Jörg Ratjen (Philip Lehman, Rundkopf Deggoo u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Jörg Ratjen (Philip Lehman, Rundkopf Deggoo u. a.), Philipp Lux (Bobbie Lehman, Teddy Wilkinson u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Torsten Ranft (Emanuel Lehman, Paul Mazur u. a.), Ahmad Mesgarha (Mayer Lehman, Marketingleiter u. a.), Ensemble
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Torsten Ranft (Emanuel Lehman, Paul Mazur u. a.), Ahmad Mesgarha (Mayer Lehman, Marketingleiter u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild:
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Simon Kirsch (Lewis Glucksman, Babette Newgass u. a.), Ahmad Mesgarha (Mayer Lehman, Marketingleiter u. a.), Jörg Ratjen (Philip Lehman, Rundkopf Deggoo u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Simon Kirsch (Lewis Glucksman, Babette Newgass u. a.), Jörg Ratjen (Philip Lehman, Rundkopf Deggoo u. a.), Philipp Lux (Bobbie Lehman, Teddy Wilkinson u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Sascha Göpel (Pete Peterson, Ruth Lamar u. a.), Philipp Lux (Bobbie Lehman, Teddy Wilkinson u. a.), Simon Kirsch (Lewis Glucksman, Babette Newgass u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Torsten Ranft (Emanuel Lehman, Paul Mazur u. a.), Sascha Göpel (Pete Peterson, Ruth Lamar u. a.), Jörg Ratjen (Philip Lehman, Rundkopf Deggoo u. a.), Philipp Lux (Bobbie Lehman, Teddy Wilkinson u. a.), Simon Kirsch (Lewis Glucksman, Babette Newgass u. a.), Ahmad Mesgarha (Mayer Lehman, Marketingleiter u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Sascha Göpel (Pete Peterson, Ruth Lamar u. a.), Torsten Ranft (Emanuel Lehman, Paul Mazur u. a.), Philipp Lux (Bobbie Lehman, Teddy Wilkinson u. a.), Jörg Ratjen (Philip Lehman, Rundkopf Deggoo u. a.), Simon Kirsch (Lewis Glucksman, Babette Newgass u. a.), Ahmad Mesgarha (Mayer Lehman, Marketingleiter u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Sascha Göpel (Pete Peterson, Ruth Lamar u. a.), Philipp Lux (Bobbie Lehman, Teddy Wilkinson u. a.)
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Auf dem Bild: Simon Kirsch (Lewis Glucksman, Babette Newgass u. a.), Ahmad Mesgarha (Mayer Lehman, Marketingleiter u. a.), Sascha Göpel (Pete Peterson, Ruth Lamar u. a.), Philipp Lux (Bobbie Lehman, Teddy Wilkinson u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Sascha Göpel (Pete Peterson, Ruth Lamar u. a.), Simon Kirsch (Lewis Glucksman, Babette Newgass u. a.), Torsten Ranft (Emanuel Lehman, Paul Mazur u. a.)
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Auf dem Bild: Sascha Göpel (Pete Peterson, Ruth Lamar u. a.), Simon Kirsch (Lewis Glucksman, Babette Newgass u. a.), Thomas Müller (Henry Lehman, Herbert Lehman u. a.)
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Auf dem Bild: Jörg Ratjen (Philip Lehman, Rundkopf Deggoo u. a.), Ahmad Mesgarha (Mayer Lehman, Marketingleiter u. a.), Philipp Lux (Bobbie Lehman, Teddy Wilkinson u. a.), Sascha Göpel (Pete Peterson, Ruth Lamar u. a.), Simon Kirsch (Lewis Glucksman, Babette Newgass u. a.), Thomas Müller (Henry Lehman, Herbert Lehman u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Torsten Ranft (Emanuel Lehman, Paul Mazur u. a.), Sascha Göpel (Pete Peterson, Ruth Lamar u. a.), Simon Kirsch (Lewis Glucksman, Babette Newgass u. a.), Ahmad Mesgarha (Mayer Lehman, Marketingleiter u. a.), Philipp Lux (Bobbie Lehman, Teddy Wilkinson u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Philipp Lux (Bobbie Lehman, Teddy Wilkinson u. a.), Sascha Göpel (Pete Peterson, Ruth Lamar u. a.), Thomas Müller (Henry Lehman, Herbert Lehman u. a.), Simon Kirsch (Lewis Glucksman, Babette Newgass u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Sascha Göpel (Pete Peterson, Ruth Lamar u. a.), Philipp Lux (Bobbie Lehman, Teddy Wilkinson u. a.), Simon Kirsch (Lewis Glucksman, Babette Newgass u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Sascha Göpel (Pete Peterson, Ruth Lamar u. a.), Simon Kirsch (Lewis Glucksman, Babette Newgass u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Torsten Ranft (Emanuel Lehman, Paul Mazur u. a.), Ahmad Mesgarha (Mayer Lehman, Marketingleiter u. a.)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Ensemble
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Philipp Lux (Bobbie Lehman, Teddy Wilkinson u. a.), Thomas Müller (Henry Lehman, Herbert Lehman u. a.), Ahmad Mesgarha (Mayer Lehman, Marketingleiter u. a.), Jörg Ratjen (Philip Lehman, Rundkopf Deggoo u. a.)
Foto: David Baltzer
Handlung
Am 11. September 1844 setzt ein Jude aus Rimpar in Bayern seinen Fuß in das gelobte Land Amerika. Es ist Heyum Lehmann, der mit Betreten der neuen Welt ein neuer Mensch wird: Henry Lehman, denn in Amerika ist alles anders. Er ­eröffnet ein winziges Stoffgeschäft in Montgomery, Alabama, wohin ihm bald seine beiden Brüder folgen. Auf dem Ladenschild „Henry Lehman Tuchwaren und Kleidung“ steht deswegen bald schon „Lehman Brothers“. Schnell und immer schneller und bald in schwindelerregende Höhen wächst der Familienbetrieb. Vom Baumwollhandel über die Investition in andere Geschäftszweige bis zum Giganten an der Wall Street – aus dem Tuchladen wird ein Finanzimperium. 2008 brach die amerikanische Bank „Lehman Brothers“ zusammen und läutete den Kollaps des Finanzmarktes ein. Sie steht für das Platzen der Spekulationsblase, die Gier der Banker und den Beginn einer weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Der mehrfach preisgekrönte italienische Autor Stefano Massini, geboren 1975, hat mit „LEHMAN BROTHERS“ eine Familiensaga in epischer Form und fast biblischer Sprache verfasst. Die Chronik führt durch mehr als 150 Jahre, über drei Lehman-Generationen und vom Handels- zu einem Finanzkapitalismus, der immer substanzloser und abstrakter wird. „LEHMAN BROTHERS“ ist ein Stück lebendige Wirtschaftsgeschichte, sinnlich, lehrreich und spannend zugleich. Regie führt Stefan Bachmann, der seit der Spielzeit 2013/2014 Intendant am Schauspiel Köln ist und als Spezialist für große epische Stoffe gelten kann (z. B. „Genesis“ und „Parzival“). Am Staatsschauspiel Dresden brachte er bereits Harry Mulischs „Das steinerne Brautbett“ und Schillers „Der Parasit“ heraus. Spieldauer: 3 ½ Stunden, je eine Pause von 15 Minuten nach dem 1. und 2. Teil
Besetzung
Regie
Stefan Bachmann
Bühne
Kostüme
Barbara Drosihn
Musik
Licht
Andreas Barkleit
Dramaturgie
Felicitas Zürcher
Dramaturgische Mitarbeit
Sibylle Dudek
Pete Peterson, Ruth Lamar u. a.
Sascha Göpel
Lewis Glucksman, Babette Newgass u. a.
Simon Kirsch
Bobbie Lehman, Teddy Wilkinson u. a.
Mayer Lehman, Marketingleiter u. a.
Henry Lehman, Herbert Lehman u. a.
Thomas Müller
Emanuel Lehman, Paul Mazur u. a.
Philip Lehman, Rundkopf Deggoo u. a.
Jörg Ratjen
Pressestimmen
Barbara Villiger Heilig, Neue Zürcher Zeitung
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„Formidabel, mit welch schalkhaftem Charme das Männer-Septett in Dresden die Balance zwischen Epos und Comicstrip hält. Schlank und elegant, wie die Inszenierung ist, tönt sie generell lieber an, als dass sie zum dicken Pinsel griffe, kommentierend, referierend oder sogar spielend, nie vergisst sie das Augenzwinkern.“
Barbara Villiger Heilig, Neue Zürcher Zeitung
Adina Rieckmann, MDR Sachsenspiegel
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„Ein rasanter Ritt durch die Familien-Saga der Lehman Brothers, von Baumwolle über Kaffee, Erdöl, Eisenbahn und Filmgeschäft, hin zu den weltweiten Investmentfonds, Kreditgeschäfte ohne materiellen Gegenwert. In dem klug inszenierten Theaterstück von Stefano Massini gibt es keine Botschaft, nur die Wahrheit: der Mensch ist gierig. Der Theaterabend: packend, aufregend, erschreckend. Diese Einführung in den Kapitalismus hat sich rentiert.“
Adina Rieckmann, MDR Sachsenspiegel
Michael Laages, Deutschlandradio Kultur
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„Teilweise sehr poetisch, teilweise sehr detailliert. Ein Stückchen Wirtschaftsgeschichte im Schnelldurchlauf.“
Michael Laages, Deutschlandradio Kultur
MDR artour
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„Unterhaltsame Welt- und Wirtschaftsgeschichte.“
MDR artour
Rainer Kasselt, Sächsische Zeitung
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„Das Stück ist nicht leicht zu inszenieren. Es ist ein Mix aus Familiensaga, Ballade, Anatomie der Gesellschaft und Sendung mit der Maus. Die Figuren erzählen in der dritten Person von sich, kommentieren ihr eigenes Tun und Lassen. Dieses Erklärtheater wechselt geschickt von szenischer Lesung zu Monolog und Dialog. Eine tolle Herausforderung für die Schauspieler und ein großer Spaß für die Zuschauer. Bildstark und mit viel Witz.
Bachmann vertraut drei Hauptrollen den Dresdner Erzkomödianten Torsten Ranft, Ahmad Mesgarha und Philipp Lux an und macht damit alles richtig. Der Regisseur kennt die glorreichen Drei bereits aus seiner Erfolgsaufführung von Schillers ‚Der Parasit‘. Aus dem rheinischen Ensemble bringt Bachmann die vielseitigen Simon Kirsch, Thomas Müller und Jörg Ratjen mit. Neue Gesichter fürs Dresdner Publikum. Sie werden wie die einheimischen Lieblinge mit viel Beifall bedacht. Die Schauspieler, zu denen noch Sascha Göpel gehört, haben eine Mordsmenge Text zu lernen, spielen mehrere Figuren, schlüpfen in Damenkleider, machen das mit Bravour und sichtlichem Vergnügen.
Ohne Pause wird gekauft, verkauft, verliehen, gewonnen, verloren. Der Götze Geld regiert die Welt. Das zeigt die Inszenierung bildstark und mit viel Witz. In das Wesen des Kapitalismus, die verborgenen Mechanismen der Macht dringen weder Stück noch Aufführung ein. Immerhin wird eine Ahnung vermittelt, wie es zum Kreislauf von Krieg, Krisen und Katastrophen kommt.“
Rainer Kasselt, Sächsische Zeitung
Michael Bartsch, nachtkritik.de
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„Dreieinhalb durchaus fesselnde Stunden. Eine kluge und schlüssige Regie.“
Michael Bartsch, nachtkritik.de
Michael Bartsch, die taz / Dresdner Neueste Nachrichten
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„Es hat denn auch im Wortsinn etwas Fabelhaftes, wie der vierzigjährige italienische Autor und Theaterleiter Stefano Massini die Geschichte der ausgewanderten jüdischen Gebrüder Lehmann aus dem bayerischen Rimpar erzählt. 243 Textseiten, am Dresdner Staatsschauspiel auf dreieinhalb Stunden Vorstellungsdauer gekürzt. Die Fakten stimmen, und doch mutet dieses Langgedicht wie eine Legende, wie eine Sage an.
Massini kam es offensichtlich in erster Linie darauf an, die subtilen und in zyklische Katastrophen führenden Mechanismen kapitalistischer Expansion exemplarisch darzustellen.
Dem Kölner Intendant Bachmann gelang in Dresden eine stringente Umsetzung der Vorlage. Ohne Penetranz und Agitation stellen Autor und das zwischen Elbe und Rhein günstig gemischte Ensemble die dringende Frage: Was wächst hier eigentlich und wozu?“
Michael Bartsch, die taz / Dresdner Neueste Nachrichten
Jörg Schneider, Dresdner Morgenpost
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„Aufschlussreich und packend zugleich. Regisseur Stefan Bachmann setzt dabei ganz auf die Künste seiner Schauspieler. Rings um ein riesiges dreispeichiges ‚Rad der Geschichte‘ – mal Antriebsrad, mal Glücksrad, mal Geisterrad – lässt er auf kahler Bühne vier Dresdner und drei Kölner die authentische Geschichte der Lehmans erzählen, kommentieren und in stets wechselnden (auch weiblichen) Rollen lustvoll zugespitzt ausspielen.
Thomas Müller (Köln), Torsten Ranft und Ahmad Mesgarha sind die ehrgeizigen Firmengründer Henry, Emanuel und Mayer Lehman, die in den 1840er-Jahren als Söhne eines jüdischen Viehhändlers in Bayern mittellos in Montgomery/Alabama beginnen und in wenigen Jahrzehnten den Sprung vom kleinen Stoffhändler zum Großfinanzier schaffen. Interessant ist nicht nur, wie sich im Zeitraffer Geschäftsgebaren, Gewinnerwartungen und  Risikobereitschaft wandeln. Plausibel wird auch der damit zusammenhängende moralische Wertewandel.“
Jörg Schneider, Dresdner Morgenpost
3sat Kulturzeit
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„Insgesamt ein gelungener Theaterabend.“
3sat Kulturzeit
Till Briegleb, Süddeutsche Zeitung
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„Dieses Stück ist ein liebevoll erzähltes Märchen vom amerikanischen Traum, durch den ein paar mittellose Juden aus Bayern in New York zu unermesslichem Reichtum kamen. Mit erstaunlicher Fantasie bebildert der italienische Autor den langen Lebensweg der deutschen Immigranten ab dem 11. September 1844.“
Till Briegleb, Süddeutsche Zeitung
Eva Behrendt, Theater heute
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„Massinis 250 Textseiten umfassendes Opus besingt in freien Versen und epischer Breite das jüdische Familienleben und wirtschaftliche Streben der Lehmans. Kriege und Wirtschaftskriesen, New Deals, Vietnamrückschläge und Präsidentenattentate flackern dabei im Vorübersprechen auf: 150 Jahre US-Geschichte als narrative Panoramatapete im Hintergrund. In Stefan Bachmanns Inszenierung der deutschsprachigen Erstaufführung stehen entsprechend die Musikalität des Textes und das erzählerische Zusammenspiel des Männerensembles im Vordergrund: Thomas Müller, Torsten Ranft und Ahmad Mesgarha übernehmen das schrullig-inspirierte Gründertrio mit Schtetl-Bärten und -Mänteln, bevor sie sich sukzessive amerikanisieren.
Von solchen Traditionen haben sich Jörg Ratjens kühl kalkulierender Sohn Philip und Philipp Lux' kunstinteressierter Enkel Bobbie weitgehend emanzipiert auch wenn die Lehmanschen Familienfeste – gerne in direkter Konkurrenz mit dem Goldman-Sachs' – weiterhin streng jüdisch gehandhabt werden. Simon Kirsch und Sascha Göpel teilen sich dazu souverän alle restlichen Frauen-, Konkurrenten- und Angestelltenrollen und brauchen gar nicht erst darüber hinwegzutäuschen, dass Massinis Figuren schablonenhaft bleiben.“
Eva Behrendt, Theater heute