Premiere 21.11.2009 › Kleines Haus 3

Magazin des Glücks

nach einer Revue von Ödön von Horváth
eine Produktion der Bürgerbühne
Auf dem Bild: Ensemble, Manuel Melzer, Seungbi Lee
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Seungbi Lee, Uta Brückner, Samuel Mager
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Julius Gilbert, Gesine Joiko, Angelika Kuge, Elisabeth Möckel, Dorothea Schmitt, Yevheniya Shmirina
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Manuel Wilke, Fritz Rösler, Emanuel Ilg, Mario Pintarelli, Ashok Khan
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Seungbi Lee, Manuel Wilke, Fritz Rösler, Emanuel Ilg, Mario Pintarelli, Ashok Khan
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Manuel Melzer, Seungbi Lee, Emanuel Ilg, Ashok Khan, Alois Dagen
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Manuel Wilke
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Manuel Melzer, Seungbi Lee, Chiara Wilke, Fritz Rösler
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Seungbi Lee, Chiara Wilke, Fritz Rösler, Alois Dagen
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Manuel Melzer, Seungbi Lee, Manuel Wilke, Alois Dagen
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Manuel Melzer, Seungbi Lee, Manuel Wilke, Alois Dagen, Henning Vetter
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Luisa Krössin, Dominik Frick, Jennifer Staudte
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Manuel Melzer, Luisa Krössin, Dominik Frick, Dorothea Schmitt, Jennifer Staudte
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Manuel Melzer, Seungbi Lee
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Seungbi Lee, Chiara Wilke, Fritz Rösler
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Seungbi Lee, Chiara Wilke, Fritz Rösler
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Manuel Melzer, Uta Brückner, Alois Dagen, Angelika Kuge, Annabell Schmieder, Yevheniya Shmirina, Jennifer Staudte
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Henning Vetter, Tobias Schäfer, Samuel Mager
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Seungbi Lee, Emanuel Ilg
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Manuel Melzer, Seungbi Lee
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Manuel Melzer, Emanuel Ilg, Mario Pintarelli, Ashok Khan, Henning Vetter, Samuel Mager
Foto: HL Böhme
Auf dem Bild: Chiara Wilke, Fritz Rösler, Emanuel Ilg, Mario Pintarelli, Ashok Khan
Foto: HL Böhme

Handlung

Die Welt ist trostlos und schlecht, die Menschen plagen sich mit ihrem Alltag, und das Glück ist schwer zu finden. ­Diese Über­legungen haben King Atlas zur Gründung seines ­Etablis­se­ments, dem „Magazin des Glücks“ geführt. Es soll den Menschen im Kleinen das bieten, was sie auf dieser Welt ersehnen und vermissen. In den verschiedenen Etagen sind Italien, der Orient, Grönland, Paris, Chicago, die Elbauen und das Paradies nachgebildet. Für ein paar Stunden kann man die Sorgen des Alltags vergessen und sich aus der trüben Wirklichkeit in eine fantastische Umgebung versetzen lassen, auch wenn diese nur aus Pappe, Technik und Schein besteht. Doch das Etablissement ist pleite, und nur eine Person kann es retten: die Prinzessin. Und die kann sich nicht entscheiden. Zwar würde sie das Unternehmen gern sanieren, sie hat aber auch die Möglichkeit, unter gleich günstigen Bedingungen einen Krieg zu finanzieren ... 24 Dresdner Bürger zwischen 10 und 75 Jahren stehen auf der Bühne und wissen, dass das Leben kein rosaroter Frotteeanzug ist. Sie machen sich auf die Suche nach dem Glück und finden es vielleicht.
„Magazin des Glücks“ ist ein Entwurf für einen Revue-Film, ein Fragment aus dem Jahre 1932 von Ödön von Horváth, österreichischer Autor mit einem kritischen Blick für seine Zeit und einem zärtlichen für die Schwächen und Nöte der Menschen darin. Die Regisseurin Miriam Tscholl arbeitet immer wieder mit Darstellern aus dem echten Leben: Gangstarapper, Muslime, Angehörige einer Verstorbenen oder Leipziger Bürger.

Besetzung

Bühne
Nicola Antonia Schmid
Kostüme
Sabine Hilscher
Musik
Michael Emanuel Bauer
Dramaturgie
Felicitas Zürcher
Reithofer
Manuel Melzer
Lotte
Luisa Krössin
Prinzessin
Seungbi Lee
Prinzessin - alternierend
Ines Marie Westernströer
Gefolgte der Prinzessin
Chiara Wilke
King Atlas
Manuel Wilke
Vizedirektor
Fritz Rösler
Direktor 1 (Afrikaner)
Emanuel Ilg
Direktor 2 (Chinese)
Mario Pintarelli
Direktor 3 (Indianer)
Ashok Khan
Gast / Besucherin / Köchin / Eisbär
Uta Brückner
Besucher / Oberkoch / Partygast / Wanderer / Angler / Fischer
Alois Dagen
Küchenhilfe / Haifischflosse / Elbgras / Junge / Pandabär
Dominik Frick
Friseur / Amor / Polizist / Surfer / Bauarbeiter
Julius Gilbert
Therapeutin / Animateurin / Tabledancerin / Wahrsagerin
Gesine Joiko
Gast / Besucherin / Polizist / Papagei / Gerichtsvollzieher
Angelika Kuge
Angestellte / Spülmaschine / Loreley
Elisabeth Möckel
Prostituierte / Eisverkäuferin / Parygast
Annabell Schmieder
Beauty Queen / Spülmaschine / Haifischflosse / Giraffe
Dorothea Schmitt
Angestellte / Besucherin / Köchin
Yevheniya Shmirina
Besucherin / Spülmaschine / Ente / Mädchen / Schwein
Jennifer Staudte
Sekretär / Kapelle Goldfisch: Altsaxophon / Kreisel / Kaffeemaschine / großer Kochtopf / Kochlöffel / Packung Spaghetti
Henning Vetter
Kapelle Goldfisch: Klavier / präpariertes Klavier (mit Holz-Wäscheklammern, Stuhlbein-Filzen und Papierstreifen) / Heimorgel / Spielzeug-Klavier / Kreisel / Küchenbrett / Messer / Gemüse
Tobias Schäfer
Kapelle Goldfisch: Schlagzeug / Bongos / Kreisel / großer Kochtopf / 2 Emaille-Teller / Edelstahltopfreiniger / Warsteiner 5-Liter-Pilsfass
Samuel Mager

Über das Stück

Entschuldigen Sie, wir machen ein Theaterprojekt, darf ich Sie was fragen?

Die Regisseurin Miriam Tscholl war für das Projekt Magazin des Glücks mit einem Mikrofon im Foyer der Agentur für Arbeit in der Budapester Straße in Dresden unterwegs.

Was ist Glück für Sie? Oje. Hm. Solche Gedanken hab ich mir noch gar nicht gemacht.
Und wenn jetzt die gute Fee käme und fragen würde: Geld oder Liebe? Ich würde mir die Fee aufheben für später. Wenns mal dringender ist.
Kai Uwe, 28 Jahre, aus Dresden

Was macht denn in Dresden Spaß? Das Remmi-Demmi-Kinderland ist ganz toll. Da haben die Kinder ein riesiges Trampolin und ein großes Klettergerüst, und da können sie auch Cars fahren. Und ein 3-D-Kino ist da. Aber für Erwachsene gibts so was nicht. Eigentlich schade.
Haben Sie Arbeit? Ich hatte letztes Jahr zwei Operationen. Ich hab erst mal eine Ausbildung angefangen zur Altenpflegerin, aber dann war ich ja schwanger. Viele Arbeitgeber haben zu mir gesagt: Nein, Sie haben ein Kind. Wenn dann mein Freund nach Österreich arbeiten geht, kann er mich auch nicht unterstützen. Dann haben sich meine Eltern scheiden lassen, da war nichts mehr mit glücklich oder so. Und die Oma ist zu alt, da kann ich mein Kind auch nicht hinbringen.
Ist es ein Mädchen oder ein Junge? Ein Junge. Der wird am Montag schon fünf!
Was machen Sie denn am Geburtstag? Remmi-Demmi-Kinderland. Der Kleine will ja auch ein bisschen was von seinem Geburtstag haben.
Annette, 25 Jahre, aus Dresden

Was ist Glück für Sie? Wenn ich mein Ziel erreiche.
Was ist denn Ihr Ziel? Im Moment ist mein Ziel, wieder Arbeit zu finden, was in dieser großen Stadt schwer ist.
Was wäre denn das Riesenglück? Wenn jetzt jemand vor mir stehen und sagen würde: Ich will dich, ich brauche genau dich jetzt für meine Arbeit. Das wäre natürlich krass.
Was wäre die tollste Arbeit, die es gäbe? Ich würde gerne Verkäuferin werden.
Sabine, 19 Jahre, aus Dresden