Unart 2025/2026
eine Initiative der ODDO BHF Stiftung in Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt, dem Staatsschauspiel Dresden und dem Thalia Theater Hamburg.
Handlung
Eine runde Sache. Zum 10. Mal bietet UNART jungen Menschen zwischen 14 und 21 Jahren eine professionelle Bühne und gibt damit jungen Themen und Stimmen einen künstlerischen Raum. Aus allen Bewerbungen für die 10. Ausgabe hat die Auswahljury sechs Gruppen nominiert, die nun ihr Konzept Performancekunst werden lassen. 120 Tage, 25 junge Menschen, 6 professionelle Coaches, kreatives Potenzial, Tatendrang und Sendungsbewusstsein: Das sind die Basiszutaten für die Jubiläumsausgabe. Das Publikum erwartet ein Performance-Feuerwerk mit Schauspiel, Musik, Videokunst und Choreografie. Im Fokus der aktuellen Arbeiten stehen Nutzen und Gefahren von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz, Fragen zu Identität und Rollenbildern sowie der Umgang mit dem zunehmenden Antifeminismus, die Unsicherheit der persönlichen Zukunft und damit verbundenen Möglichkeiten der politischen wie gesellschaftlichen Teilhabe. Alle Dresdner Gruppen werden am zweiten Finaltag mit einer Laudatio der UNART-Jury geehrt. Für zwei Gruppen geht es nach dem Finale weiter. Die Finaljury wählt aus allen Performances zwei aus, die mit ihrem Konzept, der Umsetzung und den künstlerischen Mitteln besonders überzeugen konnten. Gemeinsam mit den ausgewählten Gruppen aus Frankfurt und Hamburg gestalten sie das BEST OF am 28. April 2026 im Bockenheimer Depot in Frankfurt. Jeder Finaltag ist ein einmaliges Erlebnis. Performance eben.
Besetzung
Partner
Der Unart-Wettbewerb ist eine Initiative der ODDO BHF Stiftung in Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt, dem Staatsschauspiel Dresden und dem Thalia Theater Hamburg.
Termine
Gruppen Dresdner Finale
Schneewittchen ist auf der Flucht. Vor einer Königin, die für die Liebe alles tun würde – sogar töten. Schutz findet sie bei sieben Zwergen. Doch der Unterschlupf hat seinen Preis: putzen, kochen, waschen. Sieben Männer, ein Haus – und alle Erwartungen liegen bei ihr. Während Schneewittchen an der Last zerbricht, kämpft die Königin mit sich selbst. Gefangen in der Angst, nicht zu genügen, schwankt sie zwischen Gewalt und Erkenntnis. Wer nutzt hier eigentlich wen aus? Und wer bestimmt, was eine Frau wert ist?
Dieses Stück erzählt ein Märchen neu: roh, nah und unbequem. Keine gerettete Prinzessin. Kein erlösender Prinz. Sondern Frauen, die lernen, Nein zu sagen und sich selbst wichtiger zu nehmen als jedes verlogene Happy End.
Was bedeutet Zuhause, wenn es nicht mehr das Zimmer bei meinen Eltern meint und werde ich auch dort irgendwann ankommen? Habe ich neben meinem Job noch Zeit für meine Freunde oder leben wir uns alle auseinander? Sind wir als Erwachsene immer noch befreundet oder schwelgen nur noch in Erinnerungen an die vergangene Zeit? Werden wir uns irgendwann nur mit Arbeit und Familie zufriedengeben? Jetzt geht’s uns gut, denn wir haben ja uns. Immer noch Jugendbonus, aber trotzdem ernst genommen werden. Wir sind groß geworden. Aber sind wir schon groß genug?
Lauter Atem im Nacken, ein Räuspern penetrant am Ohr, ein Husten, ein schreiendes Kind, zwei Menschen, die sich streiten. Geräusche, die sich permanent überlappen. Irgendwann wird’s zu viel. Doch wo ist der Punkt, an dem es kippt? Wo ist der Punkt, der schließlich der endgültige Auslöser für die Überstimulation ist? Der erste Beat, die erste Note, der erste Sound schießt uns direkt in eine Welt, in der wir alles vergessen können. Die ständige Verfügbarkeit jeglicher Lieblingslieder katapultiert uns aus der Gegenwart, manchmal bis ins Off. Wir setzen einfach unsere Kopfhörer auf, drücken auf Play und sind allein.
Wie werde ich erwachsen in unserem digitalen Zeitalter? Muss ich das vorher wissen oder passiert dieser Prozess einfach? Unser geordnetes Durcheinander der Gefühle baut sich auf und wird zerrissen von etwas, das hinter und vielleicht auch über uns wabert. Wir hinterfragen unsere Wünsche und Erwartungen ans Erwachsenwerden. Wir setzen alles auf das Ding da oben, welches uns verspricht, alles zu beantworten. Geht das überhaupt? Künstliche Intelligenz wird heutzutage von den meisten Menschen täglich genutzt, um auf jede Frage, ohne selbstständig nachzudenken, eine Antwort zu erhalten. Die perfekte Grundlage für ein Chaos aus Humor und Melancholie – eine Performance zwischen Unterhaltung und Dramatik ab Seite 18.
Mensch sein ist: an einem dieser kleinen Tische zu sitzen, die so wackeln, dass man jedes Glas ein bisschen versetzen muss, damit es nicht kippt. Wenn du dich in Erinnerungen hineinfallen lässt, wie die Stille im Treppenhaus klang, als du ein Kind von acht Jahren warst … Sie fächern sich auf. Sie werden zu einem Raum, in dem du dich verirrst. Sie werden kein Bild, das du ansiehst, damit dein Leben zusammenhängend wirkt. Du kannst diesen Raum nur betreten, wenn du aushältst, dass Erinnerungen nicht konservierbar sind. Sie reifen und verändern ihren Geruch, je öfter man sie schmeckt.
Man hat sie durchlebt oder wird sie durchleben. Alle werden ihre ganz eigene Erfahrung machen und ganz unterschiedlich auf diese Zeit zurückschauen. Für die einen ist sie die Zeit des Lebens, für andere nur der Weg zum Erwachsenwerden – die Jugend. Sieben Jugendliche überlegen, was die Jugend so mit sich bringt. Sind die Erwartungen von außen wichtiger, als der eigene Anspruch an eine Zeit, die man nur einmal im Leben hat? Welche Erinnerungen sammelt man oder glaubt, sie sammeln zu müssen? Was sollte man erlebt haben, und woran wächst man wirklich? Da sind so viele gegensätzliche Vorstellungen von der Jugend, dass es unmöglich scheint, ihnen allen gerecht zu werden. Zwischen Spaß haben, funktionieren und Entscheidungen treffen entsteht Druck, aber auch Raum für Mut, Entdeckungen und neue Chancen.
Darum gehört die Jugend auf die Bühne – mit all ihren Widersprüchen, Herausforderungen und Chancen.


