Homo Faber / Robo Faber
in einer Bühnenfassung von Marcel Kohler
Besetzung
Handlung
In seinem 1957 erschienenen Roman beschäftigt sich Max Frisch mit dem Interesse des Menschen, die „Schöpfung durch Technik nutzbar zu machen“. Aus heutiger Perspektive stellt sich bei der Auseinandersetzung mit dem Text die Frage nach Möglichkeiten und Folgen Künstlicher Intelligenz.
Regisseur Marcel Kohler untersucht in seiner ersten Regiearbeit am Staatsschauspiel Dresden, wie sich im digitalen Zeitalter durch den Einsatz von KI unser Verhältnis zu Technik, Schicksal und Tod verändert. In seiner Bühnenversion steht der Ingenieur Walter Faber kurz vor einer Operation, von der er nicht weiß, ob er sie überlebt. Ihn bewegt, was nach seinem Tod von ihm bleiben wird. Er entschließt sich, künstliche Intelligenz zu nutzen, um für die Nachwelt einen digitalen Avatar von sich erstellen zu lassen. So könnten Hinterbliebene nach seinem Tod den Chatbot nutzen, um weiter mit ihm zu kommunizieren. Doch welche Folgen hat diese Entscheidung für die Menschen, die ihm nahestehen?
Für die Inszenierung wurde mit Hilfe eines KI-Systems auf Grundlage eines Large Language Models ein digitales Abbild Walter Fabers entwickelt. Diese Technologie generiert eigenständig sprachliche Reaktionen auf Fragen oder Anweisungen. Um den künstlichen Walter Faber authentisch wirken zu lassen, wurde das Sprachmodell gezielt feinjustiert. So kann es auf relevante biografische Informationen zugreifen und in Wortwahl, Ausdruck und Haltung dem Gestus Walter Fabers nahekommen. Das System verwendet zudem eine künstlich geklonte Stimme des Faber-Darstellers Sven Hönig.
In der Aufführung geben die Spieler*innen einen Impuls und das Modell reagiert spontan aus der hypothetischen Perspektive Fabers. Die Antworten, die der digitale Faber erstellt, entstehen in jeder Vorstellung aufs Neue, so dass die Darsteller*innen improvisierend mit ihm interagieren.
Das Zusammenspiel von Mensch und Maschine greift der Schweizer Künstler Zimoun auf, der für die Inszenierung eine Raum- und Soundinstallation entworfen hat. Seine Arbeiten sind weltweit in Museen und Ausstellungen zu erleben. In Dresden arbeitet er nun zum ersten Mal fürs Theater.
Termine
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Einfache Sprache
„Homo Faber“ ist ein sehr bekanntes Buch aus dem 20. Jahrhundert.
Es wurde im Jahr 1957 geschrieben.
Der Autor heißt Max Frisch.
In dem Buch geht es darum, dass der Mensch die Welt mit Technik verbessern will.
Wenn man heute das Buch liest, denkt man bei dem Wort Technik auch an Künstliche Intelligenz (kurz KI).
Wir fragen uns:
Was macht KI mit uns?
Hilft uns KI, ewig zu leben?
Wie viel Verantwortung tragen wir, wenn wir Technik benutzen?
Der Theater-Regisseur Marcel Kohler hat aus dem Buch ein Theaterstück gemacht.
Das Stück wird am Staatsschauspiel Dresden gezeigt.
Es ist seine erste Regiearbeit dort.
Im Stück geht es um den Ingenieur Walter Faber.
Ein Ingenieur ist ein Mensch, der Maschinen und Technik entwickelt.
Faber ist krank.
Er soll operiert werden.
Aber er weiß nicht, ob er die Operation überlebt.
Er fragt sich:
Was bleibt von mir, wenn ich sterbe?
Faber glaubt an den Verstand. Er meint: Roboter, die keine Gefühle haben, können das Leben vielleicht besser meistern als Menschen.
Im Theaterstück von Marcel Kohler will Faber deshalb eine KI nutzen.
Er möchte einen digitalen Avatar von sich erstellen.
Ein Avatar ist ein digitales Abbild von einer Person.
Digital ist alles, was auf Bildschirmen passiert oder mit elektronischen Geräten gemacht wird.
So können Menschen auch nach Fabers Tod noch mit seinem Abbild sprechen.
Aber:
Was macht das mit den Menschen, die ihn lieben?
Wie verändert das ihr Leben?