Wiederaufnahme November 2026 › Schauspielhaus

Hamlet

FOTO Matthias Horn

Besetzung

Kostüme
Lichtdesign
Michael Gööck
Dramaturgie
Robert Koall
Hamlet, Prinz von Dänemark

Woods of Birnam

Gesang / Klavier
Klavier / Synthesizer
Schlagzeug
Bass

Handlung

In Dänemark ist nichts, wie es war. Dem krisengebeutelten Königreich droht der Untergang; etwas ist faul im Staate. Mittendrin der Königssohn: Hamlet. Gerade eben hat er noch seinen Vater zu Grabe getragen, da muss er seinen Onkel als neuen Mann der Mutter akzeptieren. Und Ophelia, die er liebt, spioniert ihm nach im Dienst seiner vermeintlichen Gegner. Eine Welt aus Lug und Trug, so scheint es Hamlet. Woher sollte da noch Vertrauen kommen? Hamlet strauchelt. Er schwankt. Innerlich zerrissen, will er den Tod seines Vaters rächen. Und damit setzt er ein mörderisches Spiel in Gang.

Regisseur Roger Vontobel stellt in seiner Inszenierung die Frage, wie richtiges Handeln möglich ist, wenn man den Spagat zwischen privater Not und politischer Realität machen muss. Wer ist hier im Recht? Wer lügt? Wer sieht noch klar? Wer ist wahnsinnig und wer vernünftig in dieser Welt, die aus den Fugen geraten ist?

Shakespeares HAMLET feierte im November 2012 Premiere am Staatsschauspiel Dresden – mit Christian Friedel in der Titelrolle. Besonders macht diese HAMLET-Inszenierung die eigene musikalische Erzählebene, für die Christian Friedel mit seiner Band Woods of Birnam die Songs geschrieben hat und die diesen Theaterabend auch zu einem furiosen Shakespeare-Konzert werden lässt.

Nach mehr als sieben Jahren am Düsseldorfer Schauspielhaus, kehrt Roger Vontobels Inszenierung nun ab November 2026 zurück auf die Bühne des Dresdner Schauspielhauses.

Dauer der Aufführung: ca. 3 Stunden und 30 Minuten.
Eine Pause.

Partner

mit freundlicher Unterstützung unseres Projektpartners Ostsächsische Sparkasse Dresden

Einfache Sprache

Hamlet ist ein Theaterstück von William Shakespeare.

In dem Theaterstück geht es darum:

In Dänemark ist alles anders.

Das Land hat große Probleme.

Der König ist tot.

Sein Sohn Hamlet ist traurig und verwirrt.

Hamlet hat seinen Vater beerdigt.

Seine Mutter hat schnell einen neuen Mann geheiratet.

Der neue Mann ist Hamlets Onkel.

Hamlet glaubt, der Onkel hat seinen Vater getötet.

Hamlet liebt Ophelia.

Ophelia spioniert für Hamlets Feinde.

Hamlet vertraut niemandem.

Er fühlt sich allein und unsicher.

Hamlet will den Tod seines Vaters rächen.

Er weiß nicht, wie er handeln soll.

Er fühlt sich innerlich zerrissen.

Sein Handeln bringt viel Leid.

Der Regisseur Roger Vontobel macht das Stück in Dresden.

Er fragt, wie man richtig handelt.

Hamlet muss zwischen Familie und Politik wählen.

Das Stück stellt diese Fragen:

Wer lügt?

Wer ist verrückt?

Wer ist vernünftig?

Die Welt ist durcheinander.

Die Aufführung hat auch Musik.

Die Band Woods of Birnam spielt auf der Bühne.

Christian Friedel ist der Sänger der Band und spielt auch Hamlet.

Pressestimmen

„Christian Friedel ist phänomenal in seinem doppelten Auftrag: als nervendes Stiefsöhnchen mit Lizenz zur tödlichen Rache am vermeintlichen Vatermörder und als Sänger seiner Band.“
Theater der Zeit, Gunnar Decker, 01.03.2013
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01.03.2013
„Christian Friedel ist phänomenal in seinem doppelten Auftrag: als nervendes Stiefsöhnchen mit Lizenz zur tödlichen Rache am vermeintlichen Vatermörder und als Sänger seiner Band, die Altenglisches in rapide Popsongs verwandelt, in denen doch immer etwas mitschwingt vom Eros einer längst verlorenen Zeit.
Christian Friedel scheint der ideale Hamlet von heute. Lieber einmal mehr unterspielend als auftrumpfend. ‚Sein oder nicht sein‘ – diesen Monolog lässt er so beiläufig fallen, dass man meint, ihn zum ersten Mal zu hören. Sehr jugendlich weich, eher empfindlich als empfindsam, weltunerfahrener als er glaubt, sicher nur darin, dass die Welt dazu da ist, seinem erfolgreichen Gedeihen Beifall zu klatschen. Wir sehen hier Hamlets Selbstverwirklichung zu.“
Gunnar Decker, Theater der Zeit
„Atemberaubender Coup. Mit einem neuen Star am Bühnen- oder (und) Popmusikhimmel: Christian Friedel.“
DIE WELT, Reinhard Wengierek, 23.01.2013
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23.01.2013
„Der atemberaubende Coup der ingeniösen Vontobel-Regie ist, Hamlet aus der ideologischen Glanzverpackung als netten Träumer zu reißen und – die schlegelsche Übersetzung stützt das frappierend! – als schwer gestörten Testosteronbatzen in die schwer gestörte Welt zu werfen. Selten war ein ‚Hamlet‘ so dramatisch einleuchtend, so unterhaltsam zwischen Show und Kabarett, Traum- und Trauerspiel, endspielhaftem Sarkasmus und Sternhimmmelromantik (Bühne: Claudia Rohner). Und mit einem neuen Star am Bühnen- oder (und) Popmusikhimmel: Christian Friedel.“
Reinhard Wengierek, DIE WELT
„Roger Vontobel vermeidet alberne Aktualisierungsversuche oder ironische Distanzierungen und greift doch angriffslustig in die traditionelle Anordnung ein.“
Frankfurter All­gemeine Sonntagszeitung, Simon Strauß, 25.11.2012
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25.11.2012
„Roger Vontobel geht mit respektvoller Leidenschaft an den alten Text, vermeidet alberne Aktualisierungsversuche oder ironische Distanzierungen und greift doch angriffslustig in die traditionelle Anordnung ein, ordnet Szenen neu, widmet um. Nicht der Regiestil steht im Vordergrund, sondern die fesselnde Handlung. … Natürlich, wie könnte es auch anders sein bei diesem Stück, verfällt der Regisseur dem Shakespearschen Helden ganz und gar. Aber wie auch nicht, angesichts dieses grandiosen Darstellers: Christian Friedel liefert sich mit höchster Energie seiner Rolle aus und spielt sogar seinen Bühnentod selbst herbei.“
Simon Strauß, Frankfurter All­gemeine Sonntagszeitung
„In Dresden haben sie es geschafft, auf den Versfüßen einer vorgestrigen Kunstsprache eine ganz und gar nicht museale Geschichte zu erzählen.“
nachtkritik.de, Ralph Gambihler, 25.11.2012
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25.11.2012
„Jedenfalls: Es ist eine Heldendämmerung, trotz applizierter Zweifel. Vontobel geht es merklich darum, die gängige Hamlet-Rezeption aufzubrechen und damit den Blick freizugeben auf eine Figur, die womöglich widersprüchlicher und abgründiger ist, als wir Hamlet-Ikonisierer das wahrzunehmen gelernt haben. Und wer hätte das gedacht?! Es geht – und zwar ohne Umweg und erstaunlich einfach. In der romantisch gedrechselten Schlegel-Übersetzung findet Vontobel den Echoraum und die Form, die seine Sicht stützt. Es ist geradezu frappierend, wie viel der Text hergibt, um die Grenzen von Gut und Böse zu verwischen und die Lesart der Regie zu beglaubigen. Ist Vontobel wirklich der Erste, dem die Schlegel'sche Steilvorlage aufgefallen ist? Ob der Abend wirklich so bahnbrechend ist, wie es auf den ersten Blick scheint, muss sich erweisen. Ein großer Wurf ist er auf jeden Fall geworden. Vontobel zeigt knapp drei beglückend konzentrierte Stunden Starkstrom-Shakespeare, denen immer wieder anzumerken ist, wie ein gelungenes Regiekonzept das Ensemble zu beflügeln vermag. Rühmen muss man dabei vor allem den jugendlich wirkenden, in manchen Momenten an Matthias Schweighöfer erinnernden Christian Friedel. Der könnte den Abend fast alleine bestreiten, so überzeugend bringt er seinen bürgerlich-antibürgerlichen Hamlet-Fanatiker und Psychoterroristen auf die Bühne. Da hat einer offenbar seine Rolle gefunden. Obendrein bestreitet Friedel mit seiner Band Woods Of Birnam den musikalischen Part zwischen Popelegie und Rock. Diese Intermezzi sind weit mehr als atmosphärisches Beiwerk, weil Vontobel in der Kunst und ihrer medialen Überhöhung ein Mittel sieht, das dem Fanatiker in die Hände spielt. Die ‚Mausefalle‘ wird dabei zum großen, teuflischen Kulminationspunkt.
Und sonst? Was gibt es noch? Den König Claudius von Torsten Ranft muss man sich als schwer nervösen Herrscher vorstellen, der aus der Defensive heraus giftet und sich bisweilen mit Heimatliedern beruhigt. Hannelore Koch gefällt daneben in der Rolle der Gertrude als damenhaft königliche Dauerbeschwichtigerin mit großer Frisur. Annika Schilling (famos) zeigt eine zarte, auch widerstandsfähige Ophelia, die viele Demütigungen von Hamlet zu parieren hat, bevor sie dann doch verrückt wird. Und ja: Es wird nach alter Art ‚schön‘ gesprochen. Bisweilen werden die Schlegel-Verse deklamiert und geradezu poliert, als gelte es, ein angestaubtes Möbelstück auf Hochglanz zu bringen. Das wirkt immer wieder seltsam und erstaunlich erhellend. Irgendwie haben sie es in Dresden geschafft, auf den Versfüßen einer vorgestrigen Kunstsprache eine ganz und gar nicht museale Geschichte zu erzählen.“

Die vollständige Pressestimme finden Sie hier.
Ralph Gambihler, nachtkritik.de
„Furios. So schön, so Pop kann modernes Theater sein. So hat man den Hamlet tatsächlich noch nie gesehen.“
MDR artour, Matthias Schmidt, 01.11.2012
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01.11.2012
„Furios. So schön, so Pop kann modernes Theater sein. Das Staatsschauspiel in seinem 100. Jahr ist ein glückliches Theater. So hat man den Hamlet tatsächlich noch nie gesehen, exakt auf dem Grat zwischen Wahn und Witz. Regisseur Vontobel findet großartige Bilder für ein großartiges Drama. Und immer wieder versteckt er darin überraschende und ironische Anspielungen.“
Matthias Schmidt, MDR artour
„Die Inszenierung entwickelt Witz und Biss nicht auf Kosten der Figuren. Am Ende viel enthusiastischer Beifall.“
Dresdner Neueste Nachrichten, Tomas Petzold, 26.11.2012
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26.11.2012
„Die Inszenierung entwickelt Witz und Biss nicht auf Kosten der Figuren, bleibt unausrechenbar bis zum Schluss, verfängt sich nicht im Psychologisieren, verflacht weder in Desillusionierung noch in Mitleid. Am Ende viel enthusiastischer Beifall.“
Tomas Petzold, Dresdner Neueste Nachrichten
„Überzeugend.“
Die deutsche Bühne online, Detlev Baur, 27.11.2012
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27.11.2012
„Überzeugend.“

Die vollständige Pressestimme finden Sie hier.
Detlev Baur, Die deutsche Bühne online
„Roger Vontobel Shakespeare ideenreich ins Heute geholt.“
Sächsische Zeitung, Silvia Stengel, 26.11.2012
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26.11.2012
„Friedel ist nicht nur ein guter Sänger, sondern auch ein Schauspieler, der einen immer wieder in den Bann zieht. Überhaupt hat Roger Vontobel Shakespeare ideenreich ins Heute geholt. Alle Darsteller überzeugen durchweg: Torsten Ranft als König, Hannelore Koch als Königin, Ahmad Mesgarha als Polonius, Matthias Reichwald als sein Sohn Laertes und Sebastian Wendelin als Horatio. Für Gänsehaut sorgt immer wieder Annika Schilling als Ophelia.“
Silvia Stengel, Sächsische Zeitung
„Shakespeares Drama beweist erneut, dass es weder Grenzen kennt noch Überdruss erzeugt, nicht im Spiel, nicht in der Interpretation, nicht in der Zeit.“
Neues Deutschland, Ingo Bossenz, 28.11.2012
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28.11.2012
„Vontobels Hamlet ist ein durchaus texttreues Stück. Sie sind da, die alt-vertrauten Schlegel-Zeilen; doch wann und wie sie kommen, wer sie spricht und zu wem, das ist spannend, überraschend und beweist erneut, dass dieses Drama Shakespeares weder Grenzen kennt noch Überdruss erzeugt, nicht im Spiel, nicht in der Interpretation, nicht in der Zeit.“
Ingo Bossenz, Neues Deutschland
„Christian Friedel offenbart an diesem Abend ein verborgenes Talent. Dieser Schauspieler ist ein begnadeter Sänger und Komponist.“
Süddeutsche Zeitung, Till Briegleb, 02.12.2012
„In Dresden gibt Roger Vontobel ‚Hamlet‘ die ganz große Bühne: ‚Sein oder nicht sein‘ spricht er a capella sehr innig bei sich.“
Theater heute, Franz Wille, 01.01.2013
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01.01.2013
„In Dresden gibt Roger Vontobel ‚Hamlet‘ die ganz große Bühne: Der Prinz als barmend blasser Musterschüler mit sorgfältig gekämmtem, beflissen-bescheidenem und doch nicht ganz eitelfreiem Protestgestus – auch ‚Sein oder nicht sein‘ spricht er a capella sehr innig bei sich. Kein Wunder, dass seine Politiker-Eltern bei aller Skepsis mit einem gewissen Stolz auf den Thronfolger herabblicken.
Die sitzen beim Gläschen Sekt in ihren tapezierten Logen im beige abgetönten Bürger-Klassizismus des Dresdner Staatstheaters und blicken sich wie dem hochverehrten Publikum gegenüber tief ins durchschaubare Herz. Diesem dänischen Königshaus würde man jederzeit gerne die Geschicke eines mittelständischen Autohauses anvertrauen. Angeführt wird es von einem pragmatischen Realpolitiker, dem Torsten Ranft mediensanft geölte Töne und leicht verschwitzte Effizienz leiht. Ihm sekundiert aufrichtig bemüht Matthias Reichwalds Laertes, der demnächst eine Auslandsvertretung übernimmt und für die Zwischenzeit seiner propperen Schwester Ophelia (Annika Schilling) erotische Zurückhaltung ans Herz legt. Ahmad Mesgarhas Polonius gestikuliert überzeugend als übereifriger Marketingleiter im Business-Anzug, der sich gerne reden hört und später sehr unglücklich vom zunehmend hochnervösen Hamlet hinter einem Parkettvorhang erdolcht wird. Die Seniorchefin im eingangs nicht ganz geschmackssicheren Goldlamé-Kleid (Hannelore Koch) reagiert ernsthaft empört, aber schließlich krisenerfahren gefasst.“
Franz Wille, Theater heute
„Eine geniale Übersetzung der Handlung ins Heute.“
MDR Figaro, Stefan Petraschewsky, 26.11.2012
„Die deutsche Schauspieltruppe liefert eine originelle, energiegeladene und fesselnde Interpretation von Shakespeares Klassiker.“
kultunaut.dk, Simon Hartling, 03.08.2015
„Christian Friedel ist einzigartig – deutlich und dezent zugleich– ein großartiger Vermittler seines Textes. Auf exzellentem Niveau gespielt.“
Frederiksborg Amts Avis, Knud Cornelius, 03.08.2015
„Ein unvergesslicher Hamlet.“
Berlingske, Rikke Rottensten, 03.08.2015
„Mit einem glaubhaften und emotional entwaffnenden Christian Friedel als Hamlet.“
POLITIKEN, Monna Dithmer, 04.08.2015
„Grandioser Christian Friedel spielt ‚Hamlet‘.
Obwohl der Zugriff auf den Stoff eigenwillig, die Musik zeitgenössisch ist, hat man selten einen so verständlichen, eindringlichen ‚Hamlet‘ gesehen – und einen so komischen.“
Rheinische Post, Dorothee Krings, 12.03.2018
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12.03.2018
„Grandioser Christian Friedel spielt ‚Hamlet‘.
2012 entwickelte Regisseur Roger Vontobel mit seinem Hauptdarsteller Friedel und dessen Band ‚Woods of Birnam‘ am Staatsschauspiel Dresden diesen ungewöhnlichen ‚Hamlet‘ als Rock-Tragödie. Der Prinz als Bandleader lädt darin den verhassten Hofstaat zu seiner Selbstinszenierung in ein Theater, das genau aussieht wie die Bühne in Dresden. Theater im Theater, Stück im Stück, eine Gesellschaft im Spiegel, all das ist schon bei Shakespeare angelegt. Obwohl der Zugriff auf den Stoff also eigenwillig, die Musik zeitgenössisch ist, hat man selten einen so verständlichen, eindringlichen ‚Hamlet‘  gesehen – und einen so komischen.
Gekonnt setzt Vontobel den tragischen Szenen Shakespeares sarkastischen Witz entgegen, bewahrt die Inszenierung so vor falscher Melodramatik. Das gelingt, weil das Dresdner Ensemble in allen Figuren das Umschlagen von Tragik in Komik und zurück ohne Brüche spielt. Und weil der spielwütige Christian Friedel einen ungeheuer vielseitigen Hamlet zeigt. Sein Prinz ist nicht einfach schwermütig oder wahnsinnig, er ist ein empfindsamer Rebell, ein trotziger Verstörter, dem am Ende selbst die Musik nicht mehr helfen kann.“
Dorothee Krings, Rheinische Post