Walter Sittler spielt Erich Kästner „Als ich ein kleiner Junge war“
Handlung
Ausgezeichnet mit dem Erich Kästner Preis
Walter Sittler und das sagas.ensemble kehren für die letzte Vorstellung von ALS ICH EIN KLEINER JUNGE WAR ins Dresdner Schauspielhaus zurück.
Es war im Jahr 2006, als das sagas.ensemble in Dresden die Premiere seiner Bühnen-Version von Erich Kästners autobiographischem Roman feierte. Auf der Grundlage dieses, in den 1950er Jahren erschienenen Werks wachsen aus immer wiederkehrenden Erzählphasen kleine Szenen, nicht theaterhaft dramatisiert, sondern zusammengehalten ausschließlich durch eine Architektur aus Sprache, Musik und Schauspiel. Der Dresdner Premiere folgten bis heute mehr als 560 Kästner-Vorstellungen. Nicht zuletzt wegen der großen medialen Resonanz, die Walter Sittler und das Stück erfuhren, landete Kästners Roman im Jahr 2009 auf Platz 8 der Spiegel-Bestsellerliste – mehr als 50 Jahre nach seinem Erscheinen.
Es sind humorvolle, aber auch nachdenkliche Erinnerungen an das Leben eines kleinen Jungen, der den Launen eines verrückten Jahrhunderts mit kindlicher Gradlinigkeit und voller Lebensfreude entgegengetreten ist. Und man ist verwirrt: so Vieles hat sich geändert im Verlauf der letzten hundert Jahre – und fast alles ist gleich geblieben! In seinen Texten schrieb Kästner nicht zuletzt gegen die aufkommende Gefahr durch die Nationalsozialsten an und beschrieb deren Aufstieg bis zur Katastrophe des 2. Weltkriegs und des Holocausts. „Es ist bedrückend und beschämend, dass unser Stück seit der Premiere von Jahr zu Jahr aktueller wurde“, sagt Martin Mühleis, künstlerischer Leiter des sagas.ensembles.
Nun wird der letzte Vorhang fallen, an dem Ort, an dem Alles begonnen hat – in Erich Kästners Geburtsstadt Dresden. Ein stilles Meisterwerk über die Kraft des Erinnerns.