Lily Sykes wird mit Beginn der Spielzeit 2027/2028 Schauspieldirektorin am Theater Magdeburg. Wie das Theater Magdeburg mitteilt, setzte sich die gebürtige Londonerin unter 50 Bewerbungen durch und überzeugte die Theaterleitung und die Findungskommission mit ihrer Konzeption für die Weiterentwicklung des Schauspiels am Theater Magdeburg.
„Lily Sykes ist eine außergewöhnliche künstlerische Regie-Persönlichkeit, das hat sie in ihren Arbeiten in Dresden, Berlin, Graz, Zürich und Wien bewiesen. In ihrer Funktion als Hausregisseurin hat sie Einblicke in die Transformationsprozesse gewonnen, mit denen sich heutige Kulturinstitutionen auseinandersetzen. Jetzt übernimmt sie Verantwortung für das Schauspiel in Magdeburg. Ich freue mich für sie und wünsche ihr alles erdenklich Gute für die neue Aufgabe“, so Joachim Klement, Intendant des Staatsschauspiels Dresden.
Generalintendant Julien Chavaz betont: „Mit Lily Sykes gewinne das Theater eine starke, charismatische Persönlichkeit, die nicht nur ein für Magdeburg fantastisches intelligentes Konzept vorgelegt habe, sondern auch große Fähigkeiten und Möglichkeiten mitbringe, sich international zu vernetzen. Er freue sich sehr auf eine Zusammenarbeit mit ihr, nicht zuletzt auch, weil sie sehr spannende Regiehandschriften nach Magdeburg holen und das Theater in neue Richtungen weiterentwickeln wird.“
Zur Findungskommission gehörten neben Generalintendant Julien Chavaz und Verwaltungsdirektorin Bettina Pesch vier Leitungspersonen wichtiger Schauspielhäuser aus Deutschland und der Schweiz, ein Experte für Psychodynamik und Changemanagement in Kulturorganisationen sowie vier Vertreter*innen aus der Belegschaft des Theaters, darunter jeweils zwei Personen aus dem Schauspielensemble und dem Personalrat. Lily Sykes löst das Dreierteam Clemens Leander, Bastian Lomsché und Clara Weyde ab, die 2027/2028 an das Schauspiel Leipzig wechseln.
Lily Sykes studierte Germanistik und Philosophie in Oxford und besuchte die Theaterakademie des berühmten Meisterclowns und Theaterprofessors Philippe Gaulier in Paris. Als Mitbegründerin des internationalen Theaterensembles Aitherios realisierte sie erste eigene Arbeiten. Von 2009 bis 2012 war sie als Regieassistentin am Schauspiel Frankfurt engagiert. Dort entstand ihre Inszenierung „Die Bürgschaft“, für die sie 2011 in der Kritikerumfrage von Theater heute zur Nachwuchsregisseurin des Jahres nominiert wurde. Seit 2012 arbeitet sie als freie Regisseurin u. a. an den Schauspielhäusern Zürich, Graz, Köln und Hannover, am Burgtheater Wien, dem Berliner Ensemble, am Deutschen Theater Berlin und am Home Theater, Manchester. Seit der Spielzeit 2022/2023 ist sie Hausregisseurin am Staatsschauspiel Dresden. Hier inszenierte sie KÖNIG LEAR (2021), DER ALCHEMIST (2022), WOYZECK (2023), DAS WINTERMÄRCHEN (2024), DAS SPIEL VON LIEBE UND ZUFALL (2024). Derzeit führt sie Regie bei DER TOLLSTE TAG ODER FIGAROS HOCHZEIT von Peter Turrini frei nach Beaumarchais, der diesjährigen Sommertheater-Produktion (Premiere am 30.05.2026) im Innenhof des Japanischen Palais’.