Foto: Sebastian Hoppe
Es geht um die Freiheit. Sie ist die Grundlage unserer Demokratie und zählt zu den wichtigsten Grund- und Menschenrechten. Was heißt es heute, frei zu sein? Und: Wie sieht es aus, das Freiheitsverständnis, das Freiheit nicht als bloße Abwesenheit von Einschränkungen, sondern als soziale Praxis versteht – geprägt von Empathie, Solidarität und Verantwortung? Einen Antwortversuch bietet der Historiker und kritische Zeitanalytiker Timothy Snyder: „Freiheit ist etwas Positives; sie in Worte zu fassen ist genauso ein Akt der Schöpfung, wie sie zu leben. Freiheit ist nicht nur die Abwesenheit des Bösen, sondern auch die Anwesenheit des Guten.“
Das Theater ist die sozialste aller Künste. Die Fähigkeit, Menschen und Kulturen miteinander zu verbinden, ist seine Aufgabe und seine Stärke. Es fordert uns heraus, im Dialog eine Vorstellung davon zu entwickeln, wie unsere Zukunft aussehen kann. Deshalb werden hier beispielhaft Geschichten erzählt – der Versuch, die Freiheit in Worte zu fassen.
Das Theater als Imaginationsraum bedient sich dabei nicht nur der Dramen, die eigens dafür geschrieben werden, sondern jeglicher Literatur – nicht etwa aus Eitelkeit, ganz im Gegenteil: Es geht vielmehr darum, aus dem Reichtum und der Komplexität der Erzählungen neue Spielräume zu entwickeln, um Vergangenheit und Zukunft in den Blick zu nehmen. Im Spielplan finden Sie deshalb nicht nur Texte von Shakespeare, Molière, und Jelinek, sondern auch Bühnenadaptionen von Werken von Bulgakow, Brontë, Solanas und Vesaas. Insgesamt werden wir Ihnen – inklusive der Arbeiten der Bürger:Bühne – 20 Premieren zeigen.
Damit Buch und Bühne zusammenfinden, um uns – mal unterhaltend, mal irritierend, aber immer aufregend und ermutigend – vom Leben zu erzählen, braucht es Partner. Dazu gehören Regisseurinnen und Regisseure mit unterschiedlichen Handschriften, ihre künstlerischen Teams und ein Ensemble, das bereit ist, die entstehenden Spielräume abzuschreiten und auszureizen. Ein solches Ensemble gibt es am Staatsschauspiel Dresden. Und die Schauspielerinnen und Schauspieler nehmen sich – unterstützt von all den anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Theaters – die Freiheit, genau das zu tun. Welch ein Glück!
Uns steht eine spannende Spielzeit bevor.
Wir freuen uns auf Sie.
Ihr
Joachim Klement, Intendant
Save the Date! Der Vorverkauf für die Premieren der Spielzeit 2026/2027 sowie für August/September 2026 beginnt am 26. Juni 2026 um 10.00 Uhr.