Uraufführung 26.03.2021

› Kleines Haus

Anschluss

Handlung
„Ein Bahnhof ohne Eisenbahner ist ein Friedhof.“

Was Rudiš’ letzter Romanheld Winterberg schon polemisch über den Berliner Hauptbahnhof sagte, an der sächsisch-böhmischen Grenze auf dem Teufelsberg ist es seit Jahren Realität. Zwischen bröckelndem Putz und modriger Luft des einst mondänen Luftkurortes herrscht Stille, die Signallampen bleiben dunkel, der letzte Zug ist vor Jahren ins Tal gerollt. Im Bahnhofsgasthaus treffen sich die Übrig-gebliebenen und Aus-der-Zeit-Gefallenen der letzten Jahrhunderte. Sie suchen Anschluss bei der Gastwirtin, sinnieren über urzeitliche Gesteinsschichten, stolpern über ihre eigene Vergangenheit und sehnen sich im strömenden Regen nach einer Zukunft, in der der Teufelsberg dank Sintflut endlich Anschluss an die Weltmeere hat und zum Zentrum des Kontinents wird.
Jaroslav Rudiš zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Autoren Tschechiens. In seinen Romanen, Hörspielen und Essays beschäftigt er sich regelmäßig mit der historischen Entstehung von Grenzorten, den Erfahrungen von Menschen, die dort leben, und der Sehnsucht nach Sicherheit und Identität, die mit klaren Grenzen oftmals Hand in Hand zu gehen scheint. Nach der Eröffnung der Spielzeit 2017/2018 mit der Bühnenadaption seines Romans NATIONALSTRASSE im Kleinen Haus ist ANSCHLUSS sein erstes Auftragswerk für das Staatsschauspiel Dresden.
Besetzung