Uraufführung 18.03.2021 › Schauspielhaus

Die rechtschaffenen Mörder

nach dem Roman von Ingo Schulze
Handlung
„Im Dresdner Stadtteil Blasewitz lebte einst ein Antiquar …“

Mit dieser fast märchenhaften Einleitung beginnt Ingo Schulzes neuer Roman, in dessen Zentrum die Geschichte von Norbert Paulini steht, der von seiner früh verstorbenen Mutter ein kleines Antiquariat geerbt hat. Paulini will nur eines: ein Leser sein. Schritt für Schritt wird aus dem skurrilen jungen Mann ein angesehener Intellektueller, der mit seinen antiquarischen Büchern eine kleine geistige Elite in der DDR versorgt. Er gilt als berühmter Dissident, aber er lehnt es ab, sich in der Wendezeit mit Tagespolitik zu beschäftigen. In der neuen Wirklichkeit nach 1989 verarmt Paulini, denn nun sind alle Bücher frei auf dem Markt verfügbar. Der Antiquar fühlt sich von seinen Schützlingen verraten; er verbittert und nimmt zunehmend rechtsextreme Positionen ein. Einer, der als junger Mann Paulini verehrt hatte, ist der nun erfolgreiche und in Berlin lebende Schriftsteller Schultze. Er ringt mit seinem vermeintlichen Verrat an seinen alten Freunden in Dresden und schreibt deshalb eine Novelle über den Antiquar. Zudem ist er eifersüchtig, beide Männer lieben dieselbe Frau – Lisa. Am Ende werden Paulini und Lisa tot in der Sächsischen Schweiz aufgefunden. War es Suizid oder Mord? Wer ist der Täter? Ist Schultze in die Tat verwickelt? Schultzes Lektorin geht den Spuren nach und findet mehr Fragen als Antworten. Mit dieser dritten Erzählperspektive gelingt es Ingo Schulze, auch die moralische Integrität seines fiktiven Alter Ego in Frage zu stellen. Damit wird Die rechtschaffenen Mörder zu einem Schlüsselroman für den Autor, für Dresden, für unsere gespaltene Gesellschaft.
Besetzung
Kostüme
Dramaturgie