Katja Werker „An seidenen Fäden“
eine Veranstaltung der Konzertagentur Andreas Grosse im Rahmen von „Musik zwischen den Welten“
Handlung
Dass unser Leben, dieses großartige, manchmal kaum zu verstehende Dasein, nur an seidenen Fäden hängt, dass spüren wir wohl alle irgendwann am eigenen Leib. Früher oder später packt einen das, was wir gewöhnlich „Schicksal“ nennen – unerwartet heftig, rüttelt und schüttelt. Es wirbelt uns gehörig durch, so dass wir nicht weiterwissen, hilflos scheinen, wehrlos. Manchmal fallen wir dann in ein tiefes Loch. Der Faden scheint gerissen.
Dieses Gefühl kennt wohl kaum jemand besser als Katja Werker. Die Sängerin aus Essen, die vor 26 Jahren mit ihrem Debütalbum CONTACT MYSELF aus dem Nichts die Charts stürmte, hat seither immer wieder hohe Höhen erlebt und tiefe Tiefen durchschritten. Sie ist eben nicht nur eine formidable Künstlerin, sondern auch vor allem eine empfindsame Seele, ebenso zart und zerbrechlich wie auch kraftvoll und stark. Das alles und mehr, sich selbst, zeigt sie in ihren Liedern. Nur hin und wieder veröffentlicht sie ein neues Album, nur dann, wenn die Songs in ihr tatsächlich reif geworden sind.
Nun war es wieder soweit: Unter der vorbildlichen Leitung von Label-Chef Günter Pauler veröffentlichte sie auf dessen legendären, audiophilen Label „Stockfisch“ ihre neue Produktion AN SEIDENEN FÄDEN.
Katja Werker ist wirklich eine besondere, eine Ausnahmekünstlerin, die so gar nicht in diese eher laute Zeit zu passen scheint. Sie ist eine Sängerin, der man glaubt, was sie singt. Weil sie authentisch ist. Weil sie bedachtsam ist. Weil sie sie selbst ist. Keine medienkompatible Folie für die Träume anderer. Weil sie genau hinschaut und genau formuliert, und dabei keine Angst hat, ihre eigene Verletzlichkeit zu zeigen. Ihre Verwundungen ebenso wie ihre Freude. Ihre Hoffnung. Ihre Liebe. Ihr Leben.
Katja Werkers Musik bleibt, wie in all den Jahren, eher reduziert, fast spartanisch anmutend, und darf sich in der kleinen, aber feinen deutschsprachigen Singer-Songwriter-Ecke gemütlich machen. Ein Genre, dass vor einigen Jahrzehnten mit dem teutonischen Begriff „Liedermacher“ belegt wurde. Jenseits des musikalischen Mainstreams, abseits aller Hitparaden, gießt sie ihre Gedanken in tiefsinnige Lyrik und glitzernde Poesie, um ihrer eigenen Seele und der ihrer Zuhörer die nötige Luft zum Atmen zu verschaffen. So gelingt es ihr, auch mit ihrem neuen Werk zu fesseln. Die meisten der Songs stammen aus eigener Feder, und wenn sie auf Fremdkompositionen zurückgreift, wie beispielsweise ICH LIEBE DAS LEBEN von Vicky Leandros oder auch Udo Jürgens’ IMMER WIEDER GEHT DIE SONNE AUF, entkleidet sie diese aus jeglicher Schlager-Attitüde. Plötzlich werden diese Lieder wesentlich, bekommen eine ganz andere Aura. Gemeinsam mit ihren kongenialen Gitarrenpartnern zelebriert sie ihre Musik als sensibles, akustisches, berührendes Gitarren-Gesangs-Fest.