Uraufführung 08.07.2021 › Kleines Haus 2

Mutmassungen über Jakob

nach dem Roman von Uwe Johnson
in einer Spielfassung von Camille Dagen und Katrin Breschke
FOTO Sebastian Hoppe
Handlung
Jakob ist über die Gleise gegangen und ums Leben gekommen. „Dabei ist er doch immer quer über die Gleise gegangen.“ Was ist passiert? Das fragen sich fünf Figuren aus seinem näheren Umfeld und legen die letzten Tage und Wochen Jakobs offen.
Am Ende des Zweiten Weltkrieges war Jakob mit seiner Mutter aus Pommern geflohen und in Jerichow bei Heinrich Cresspahl gelandet. In dessen Tochter Gesine findet er die nie gehabte Schwester. Nun ist Gesine im Westen und arbeitet als Übersetzerin. Als auch Jakobs Mutter flieht und ein Angestellter des Ministeriums für Staatssicherheit Jakob gezielt aufsucht, wittert er, dass es nicht mehr um seine Expertise als Dispatcher bei der Reichsbahn geht. Er steht unter Beobachtung, ohne genau zu wissen, warum und wofür. In dieser Situation ist er gezwungen, sein Leben zu hinterfragen, das was er erreicht hat und seine Position zu dem Staat im Osten Deutschlands, der gerade in seinem siebenten Jahr besteht.
In Mutmassungen über Jakob, erschienen 1959, verwendet Johnson die Mittel der Montage, wechselnde Erzählperspektiven und immer wieder die Handlung strukturierende retrospektive Dialoge, wodurch er die Zuschauer*innen den Figuren seines Romans gleich macht und sie als vorsichtig tastende Wahrheitssucher auf den Weg schickt, den Tod Jakobs zu ergründen. Ein einmaliger Text der deutschen Literatur, der durch Sprachbehandlung und den Versuch, Kunst und Literatur einer neuen Generation nach dem Zweiten Weltkrieg zu begründen, besticht.
Besetzung
Bühne
Sounddesign
Lichtdesign
Dramaturgie
Licht
Richard Messerschmidt
Jakob Abs
Jonas Blach
Gesine Cresspahl
Heinrich Cresspahl
Herr Rohlfs
Erzählerin
Video
Partner
mit Unterstützung des Institut français im Rahmen seines Programms Théâtre Export