Premiere 09.04.2022 › Schauspielhaus

Wallenstein

Handlung
„Der Mensch kann sich aber auf eine doppelte Weise entgegengesetzt sein: entweder als Wilder, wenn seine Gefühle über seine Grundsätze herrschen; oder als Barbar, wenn seine Grundsätze seine Gefühle zerstören.“

Schillers Denken und Dichten, seine Pläne und Vorhaben zum Beginn der 90er Jahre des 18. Jahrhunderts – am Ende seiner historischen Studien und vor dem intensiven Austausch mit Goethe – werden von zwei wesentlichen Erfahrungen geprägt: Euphorie und Schrecken der Französischen Revolution haben Schillers Anschau­ungen zum Verhältnis von Politik, Anthropologie und Kunst verändert. Die Lektüre von Kants Werken bildete ein philosophisches Gerüst, mit dem Schiller seine neuen Positionen bestimmen konnte. Schillers WALLENSTEIN-Trilogie basiert auf den historischen Studien des Autors über den Dreißigjährigen Krieg. War in diesen zunächst der protestantische schwedische König Gustav II. Adolf noch Kernpunkt seines Interesses, kreiert er sein Drama um eine andere historische Figur. Schiller entwirft mit seinem Wallenstein das Porträt eines sich selbst ermächtigenden Herrschers, der einen Platz für sich in Europa beansprucht und sich damit gegen das überkommene Machtgefüge auflehnt. Mit Max Piccolomini und Wallensteins Tochter Thekla führt Schiller einen unbedingten Freiheitsbegriff in die Handlung ein, so wie er ihn in seinen theoretischen Schriften entworfen hatte. Der Dreißigjährige Krieg war ein einschneidendes Ereignis der deutschen und europäischen Geschichte, das in seiner künstlerischen Aneignung Schiller wie auch später Bertolt Brecht zum Überarbeiten tradierter Kunstformen geführt hat.
Erstmals wird Regisseur Frank Castorf in Dresden inszenieren und seine Lesart von Schillers Monumentaldrama und seine Reflexionen zur deutschen Geschichte zeigen.
Besetzung
Lichtdesign
Künstlerische Produktionsleitung
Dramaturgie