Uraufführung 21.02.2010 › Kleines Haus 3

Alles auf Anfang! Fünf Dresdner lassen sich neu erfinden.

Ein Projekt des Staatsschauspiels Dresden und der UDK Berlin mit fünf Uraufführungen von Sophie Decker, Georgia Doll, Eugen Martin, Mathilda Onur, Marianna Salzmann
Gefördert im Fonds Heimspiel der Kulturstiftung des Bundes und in Zusammenarbeit mit der UDK Berlin.
Auf dem Bild: Mohammad Al-Masalme, Mathias Bleier, Antje Zschoke, Wera Pogosowa, Herbert Graedtke, Jan Maak, Holger Hübner, Anya Fischer, Sascha Göpel
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Jan Maak, Jörg Stübing
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Antje Zschoke, Anya Fischer
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Mathias Bleier, Herbert Graedtke
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Mohammad Al-Masalme, Sascha Göpel
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Jan Maak
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Jörg Stübing, Anya Fischer, Sascha Göpel, Mohammad Al-Masalme, Herbert Graedtke, Holger Hübner, Mathias Bleier
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Mathias Bleier
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Mathias Bleier, Herbert Graedtke
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Jörg Stübing, Mathias Bleier, Wera Pogosowa, Herbert Graedtke, Antje Zschoke
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Sascha Göpel, Anya Fischer, Antje Zschoke, Mohammad Al-Masalme
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Antje Zschoke, Anya Fischer, Jan Maak, Holger Hübner
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Wera Pogosowa, Herbert Graedtke, Holger Hübner, Jan Maak
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Jan Maak, Sascha Göpel, Antje Zschoke, Anya Fischer, Jörg Stübing, Wera Pogosowa, Holger Hübner, Mohammad Al-Masalme
Foto: Matthias Horn
Auf dem Bild: Antje Zschoke, Mathias Bleier, Wera Pogosowa, Herbert Graedtke, Sascha Göpel, Jörg Stübing, Holger Hübner, Jan Maak
Foto: Matthias Horn
Handlung
„Alles auf Anfang!“ präsentiert fünf Uraufführungen zeitgenössischer Dramatik. Fünf Studierende des Studiengangs Szenisches Schreiben von der Universität der Künste in Berlin haben wir aufgefordert, sich an einen ihnen unbekannten Ort zu bewegen, um mit außergewöhnlichen Menschen in Kontakt zu kommen. Die Autoren sind in Dresden auf die Suche gegangen nach einem Gesprächs­partner, um aus dessen Lebensgeschichte zwei Monologe zu entwickeln, einen über die Wünsche und einen über die Wahrheit des eigenen Lebens. Die Befragten selber treffen nun auf der Bühne auf Schauspieler des Ensembles, um gemeinsam Varianten ihres ­Lebens zu spielen, reale und erträumte. Wunsch und Wirklichkeit werden nebenein­ander auf der Bühne präsentiert, Selbstbeschreibung und Fremdwahrnehmung, Biografie und Fiktion. Es könnte sich zeigen, dass die Grenzen fließend sind.

FRIEDRICHSTRASSE 23 von Mathilda Onur
Mit Jörg Stübing und Jan Maak

ANTJE von Sophie Decker
Mit Antje Zschoke und Anya Fischer

DER FLIEGENDE TSCHECHE von Eugen Martin
Mit Herbert Graedtke und Mathias Bleier

WERA von Marianna Salzmann
Mit Wera Pogosowa und Holger Hübner

DIE WAHRE GESCHICHTE VON AL-HORIA nach einer Idee von Georgia Doll
Mit Mohammad Al-Masalme und Sascha Göpel
Besetzung
Bühne und Kostüme
Ramona Rauchbach
Mit
Mohammad Al-Masalme, Mathias Bleier, Anya Fischer, Sascha Göpel, Herbert Graedtke, Holger Hübner, Jan Maak, Wera Pogosowa, Jörg Stübing, Antje Zschoke
Pressestimmen
„Eine wunderbare Theatererfahrung, ein großartiges Drama.“
Matthias Schmidt, nachtkritik.de
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„Eine wunderbare Theatererfahrung, ein großartiges Drama aus dem Lokalteil. Fünf Autoren erhielten den Auftrag, jeweils eine Dresdner Lebensgeschichte zu finden und daraus einen Theatertext zu machen. Gemeinsam ist ihnen die Wirkungskraft ihrer Echtheit. Man interessiert sich für diese Menschen und ihre Geschichten. Das ist nicht wenig.“
Matthias Schmidt, nachtkritik.de
„Bei ‚Alles auf Anfang‘ verschwimmen hinreißend die Grenzen zwischen Erlebtem und Erdachten. Dieses große ‚Was wäre wenn?‘ funktioniert fantastisch.“
Sebastian Schneider, Sächsische Zeitung
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„Bei ‚Alles auf Anfang‘ verschwimmen hinreißend die Grenzen zwischen Erlebtem und Erdachten. Dieses große ‚Was wäre wenn?‘ funktioniert fantastisch. Die Schauspieler und ihre Paten fangen sich jederzeit auf – und bekommen stürmischen Applaus. Eine berührende Reise frei von Kitsch, Betroffenheit oder hochtrabenden Antworten.“
Sebastian Schneider, Sächsische Zeitung
„Diese fünf Wahldresdner wirken so unmittelbar und herzerfrischend, wie sie nun einmal sind. Mit solch prächtigen Typen kann es auch bei der Bürgerbühne weitergehen. Alles auf Anfang!“
Michael Bartsch, Dresdner Neuste Nachrichten
Über das Stück

Die Dresdnerin Wera Pogosowa erzählt aus ihrem Leben

Marianna Salzmann, Studentin des szenischen Schreibens an der UDK Berlin, entwickelt daraus eine Szene. Eine erste Skizze hat sie uns zur Verfügung gestellt:
Mann: Hören Sie doch, Frau Pogosowa, das kommt in den besten Familien vor. Da müssen Sie nicht so sein.
Frau: Haben Sie auch Ihre Frau betrogen?
M: Frau Pogosowa! Das ziemt sich nicht für eine Frau Ihrer Klasse, so etwas zu sagen!
F: Was ziemt sich dann? Brav dazusitzen, während mein Mann in der ganzen Stadt herumhurt, und nichts zu sagen? Was heißt das überhaupt, eine Frau meiner Klasse?
M: Das heißt eine Frau mit ihrer Position in der Fabrik.
F: Drohen Sie mir?
M: Wir bitten Sie nur, zu bedenken, was für Konsequenzen das für Sie haben könnte. Eine Frau verliert schnell ihr Ansehen vor dem Kollektiv, wenn so etwas herauskommt.
F: Wieso verliere ich meins, wenn mein Mann hurt?
M: Jetzt seien Sie nicht so. Das wirft doch auch ein bestimmtes Licht auf Sie. Als Frau. Das möchte doch keiner.
F: Ich will mich scheiden lassen. Punkt.
M: Wir wollen Sie zu nichts zwingen. Wir bitten nur, dass Sie sich Zeit geben, über alles nachzudenken. Bevor es zu spät ist.
F: Bevor was zu spät ist?
M: Bevor Sie es nicht wieder rückgängig machen können.
F: Ich will mich scheiden lassen.
M: Sie verhalten sich sehr unkollegial.
F: Das Kollektiv steht hier nicht zur Diskussion. Sondern ich. Und mein Leben.
M: Sie dürfen das Kollektiv nicht aus Ihrem Leben ausschließen.
F: Wer sagt das?
M: Das versteht sich doch von selbst. Das Leben, das wir führen, steht im Zeichen eines Ideals, das exzentrischen Individualismus nicht dulden kann. Wir können es uns nicht leisten, immer nur an uns zu denken. Wir haben ein Ziel, Frau Pogosowa. Eine Idee. Wir kämpfen einen Kampf. Gemeinsam. Das schließt Sie genauso ein. Sie und Ihr Privatleben. Ich hoffe, Sie wollen sich da nicht separieren.