Uraufführung 31.10.2009 › Kleines Haus 2

Für alle reicht es nicht

von Dirk Laucke
Ein Beitrag zum Festival „After the Fall“
Auf dem Bild: Torsten Ranft (Heiner)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Cathleen Baumann (Anna), Torsten Ranft (Heiner)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Cathleen Baumann (Anna)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Cathleen Baumann (Anna), Torsten Ranft (Heiner)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Thomas Eisen (Jo), Cathleen Baumann (Anna), Torsten Ranft (Heiner), Melanie Lüninghöner (Ela / Martina / Chayenne)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Thomas Eisen (Jo), Cathleen Baumann (Anna)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Melanie Lüninghöner (Ela / Martina / Chayenne)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Thomas Eisen (Jo), Cathleen Baumann (Anna), Torsten Ranft (Heiner), Melanie Lüninghöner (Ela / Martina / Chayenne)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Cathleen Baumann (Anna), Melanie Lüninghöner (Ela / Martina / Chayenne)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Thomas Eisen (Jo)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Thomas Eisen (Jo), Cathleen Baumann (Anna)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Thomas Eisen (Jo), Cathleen Baumann (Anna), Torsten Ranft (Heiner)
Foto: David Baltzer
Auf dem Bild: Thomas Eisen (Jo), Cathleen Baumann (Anna)
Foto: David Baltzer
Handlung
„Und was führt dich an die Grenze?“, fragt Harry. Ich überlege erst, ob das jetzt eine metaphysische Frage ist.

Das neue Stück des 27-jährigen Dirk Laucke handelt von Grenzen, von der DDR, von Deutschland 20 Jahre nach der friedlichen Revolution und von der ­Festung Europa. Es geht um Heimat. Beziehungsweise deren Verlust und wie grausam das sein kann. Für Heiner, einen ehemaligen Panzer-Kommandanten der NVA, stellte der November 1989 einen Wendepunkt in seinem Leben dar. Nun klammert er sich an seinen Traum: eine Panzerfahrschule für Zivilisten. Jo tummelt sich seit 1989 im Osten, Anna ist mit Ende der DDR aus der Welt gefallen und seither nirgendwo mehr angekommen. Im Hauptberuf schmuggeln die beiden Zigaretten über die deutsch-tschechische Grenze. Nun haben sie einen führerlosen LKW gefunden. Voll mit Schmuggelzigaretten. Und mit zwei Dutzend illegalen Chinesen. Heiner will jedoch nichts davon wissen. Er erwartet Besuch – seine Tochter Manuela, eine diffus linksradikale Politaktivistin mit einem unsteten Leben. In diesem Panorama fehlgelebter Leben verflechten sich langsam die Biografien, so dass ein vielperspektivisches Bild von vier Heimatlosen entsteht. Sie haben ihre Leben verloren und sind sehnsüchtig auf der Suche nach neuen.
Besetzung
Regie
Sandra Strunz
Bühne
Katrin Hoffmann
Kostüme
Daniela Selig
Musik
Friedrich Paravicini
Licht
Michael Gööck
Dramaturgie
Robert Koall
Anna
Cathleen Baumann
Heiner
Ela / Martina / Chayenne
Melanie Lüninghöner
am Cello
Friedrich Paravicini
Video
Pressestimmen
„Dirk Laucke hat das Stück zur Stunde geschrieben.“
Nikolaus Merck und Dirk Pilz, nachtkritik.de
„Was der Dirk Laucke geschrieben hat mit einer sehr sinnlichen und direkten Sprache, das sind realistische Situationen und Sandra Strunz hat etwas sehr Beeindruckendes gemacht.“
Hartmut Krug, Deutschland Radio
schließen
„Was der Dirk Laucke geschrieben hat mit einer sehr sinnlichen und direkten Sprache, das sind realistische Situationen und Sandra Strunz hat daraus nicht anderes aber etwas sehr Beeindruckendes gemacht. Sie spielt das eben oft sehr spielerisch als Traumsequenz, als Nicht-Realismus als in einander übergehende Szenen und das gibt dieser Geschichte wo jeder Mensch des anderen Menschen Wolf ist eine große Kraft und eine kräftige Poesie.“
Hartmut Krug, Deutschland Radio
„Autor Laucke zeigt nicht nur eine genaue Beobachtungsgabe, sondern auch eine erstaunliche Reife.“
Michael Bartsch, Dresdner Neueste Nachrichten
schließen
„Autor Laucke zeigt nicht nur eine genaue Beobachtungsgabe, sondern auch eine erstaunliche Reife. Er schnitzt nie grobes Holz, sondern macht seine Figuren als ambivalente Typen verstehbar. Hartnäckig hält sich bei allen eine Ur-Ahnung, was das Leben eigentlich sein könnte.“
Michael Bartsch, Dresdner Neueste Nachrichten
„Dirk Laucke hat mit Geschick und Sprachgespür in seiner abenteuerlichen Ost-West-Mixtur diverse alte und neue Nachrichten so kräftig aufgefüllt, dass nichts und niemand mehr fehlt.“
Gabriele Gorgas, Sächsische Zeitung
„Ein so aberwitziges wie bedrückendes Stück, das für Cathleen Baumann, Thomas Eisen, Torsten Ranft und Melanie Lüninghöner tolle Rollen entwarf. Viel Applaus.“
Dresdner Morgenpost
Wenn die Träume mit dem T-55 verschrottet werden
„Der 27 Jahre alte Laucke ist ein vielgefragtes Talent.“
Matthias Heine, DIE WELT
schließen
Wenn die Träume mit dem T-55 verschrottet werden
„Der 27 Jahre alte Laucke ist ein vielgefragtes Talent, seitdem er mit seinem Stück ALTER FORD ESCORT DUNKELBLAU bewiesen hat, dass er wie kaum ein zweiter Figuren aus dem Niemandsland des Nachwende-Losertums ein sympathisches Gesicht geben kann.“
Matthias Heine, DIE WELT
„Mit viel Beifall ist in Dresden die Uraufführung aufgenommen worden. Der Abend im vollbesetzten Kleinen Haus bildete den Auftakt des internationalen Theaterfestivals ‚After the Fall’.“
Leipziger Volkszeitung
„Scharfe Dialoge, eine genau beobachtende Regie und großartige Schauspieler. Ein wichtiger, ein insgesamt gelungener Beitrag zum Nachdenken über Europa.“
Katja Solbrig, Freie Presse
schließen
„Scharfe Dialoge, eine genau beobachtende Regie und großartige Schauspieler. Was Thomas Eisen und Cathleen Baumann, Torsten Ranft und Melanie Lüninghöner leisten, verschlägt einem immer wieder den Atem. Ein wichtiger, ein insgesamt gelungener Beitrag zum Nachdenken über Europa.“
Katja Solbrig, Freie Presse
„Der junge Dramatiker Dirk Laucke hat einen unerschütterlich direkten, schnoddrigen und herrlich saftigen Humor, den er, der Unterschichtenspezialist, wie kaum ein anderer seiner Generation in Sprache zu packen versteht.“
Christine Dössel, Süddeutsche Zeitung
schließen
„Der junge Dramatiker Dirk Laucke, Jahrgang 1982, hat einen unerschütterlich direkten, schnoddrigen und herrlich saftigen Humor, den er, der Unterschichtenspezialist, wie kaum ein anderer seiner Generation in Sprache zu packen versteht. Laucke kennt die Figuren, die er liebevoll am Wickel hat und denen er den Slang der Straße vom Maul abschaut, um ihn kunstvoll zu verdichten. Das gewinnt eine große Authentizität, die auch in ‚Für alle reicht es nicht’ die Qualität ausmacht. Sandra Strunz hat die Uraufführung mit spielerischen Verfremdungs- und Westernelementen, mit ironischen Brüchen und einem furiosen Cellisten namens Friedrich Paravicini auf einer Bühnenschräge inszeniert. Der untere Teil ist mit Sand aufgefüllt: Spielwiese für Heiner, den einstigen NVA-Panzerkommandanten, einer der rührendsten Antihelden seit langem. Heiner, bei Torsten Ranft ein liebenswerter Kindskopf mit Grobian-Zügen, hat sich als Loser aus dem Osten einen letzten Traum zurechtgebastelt: Er will einen Panzer-Fahrpark aufbauen, ein richtiges Touri-Geschäft aufziehen, und sein alter T 55 soll den Anfang machen. Das will er sich nicht von Störenfrieden wie Jo (Thomas Eisen) und Anna (Cathleen Baumann) und einer Ladung illegaler Asiaten vermasseln lassen. ... wie hier auf einem kleinen Fleckchen Erde ein Stück Traumland - und damit auch: Deutschland - behauptet wird, ist doch recht ertragreich.“
Christine Dössel, Süddeutsche Zeitung
„Dirk Laucke für den deutschen Beitrag auszuwählen, war sinnvoll. Kaum ein zeitgenössischer Dramatiker ist so nah dran an der Lebenswelt des Prekariats.“
Stefan Keim, Frankfurter Rundschau
schließen
„Dirk Laucke für den deutschen Beitrag auszuwählen, war sinnvoll. Kaum ein zeitgenössischer Dramatiker ist so nah dran an der Lebenswelt des Prekariats. Er versteht die Ängste und die Wut der Menschen, die das Gefühl haben, immer nur auf die Fresse zu bekommen. Er hat eine Bühnensprache entwickelt, die nicht von der Realität abgekupfert ist, aber klar und glaubwürdig wirkt. Wie einst Ödön von Horváth kann Laucke seine Sätze schweben und poetisch werden lassen, ohne an Authentizität zu verlieren. Natürlich landen seine Figuren immer abrupt in der Wirklichkeit.“
Stefan Keim, Frankfurter Rundschau
Über das Stück

Letzter Zug

Sturzgeburt der Tragödie ausm Geiste der Provinz
Ich hole das zweite Bier aus dem Imbiss-Kühlschrank, hau mich zurück auf meinen Plastikstuhl und halt die Flasche in die Luft, ehe ich sie aufmache. Der Asiate hinterm Tresen hat die Geste verstanden, nickt und macht sich wieder an Asia-Pfanne und Dönerspieß zu schaffen. Die Uhr an der Wand verrät mir, dass ich noch ne gute halbe Stunde Zeit hab, eh der letzte Zug mich nach Hause bringt und ich mit meinem frisch abgecatchten Ruhm allein ins Bett steige. Kleist-Förderpreis der Stadt Frankfurt/Oder. Der Bahnhofsimbiss holt mich runter: Das ganze Sektgetrinke, Labern, Interview und Händeschütteln hat meinen Kopf mehr ausgesaugt als drei Rocky-Filme am Stück. Sag mal, hab ich Kefir im Kopf? Rocky ist doch ein verdammt guter Film! Scheiße, stimmt. Ich meine natürlich Steven Seagal Na ja, da gibts ja auch den einen Film, wo er son abgedreht harten Cop in Brooklyn spielt.
Fährste nach Berlin?
Irgendjemand reißt mich aus meinem Seagal-Sly-Contest, der gerade erst in die erste Runde geht. Ich seh mich um. Sitzen vor mir zwei Typen am benachbarten Plastiktisch. Der kleine Typ mit Brille schielt die ganze Zeit den zwischen Plastikpalmen geparkten Fernseher an; der große Typ mit diesen das sticht mir eigentlich als Erstes ins Auge mit diesen, wie soll ich sagen Tanzschuhen und weißen Socken kuckt mich an. Er fragt nochmal: Fährste nach Berlin? Mein Blick trennt sich von den Schuhen, wandert hoch zu dem karierten Sakko, das zu breit in den Schultern liegt, und der Goldkette im offenen braungebrannten Ausschnitt meines Gegenübers. Was würde Rocky in so einem Augenblick tun? Auf jeden Fall würde er sich nicht von irgendwelchen Zuhältern einschüchtern lassen, denke ich, und sag: Nach Berlin, na und?
Wo denn in Berlin?
Langsam kommt mir die Sache ein bisschen spanisch vor, ich murmel ein unbestimmtes Ostbahnhof hin und gebe endlich mal ein bisschen Kontra: Wieso, was is?, sage ich und versuch zu kucken, als hätte ich gerade Fick-dich-ins-Knie gesagt.
Weil wir haben da son Ticket. Wenn du willst, kannste da mitfahren.
Ich sag, ich hab schon eins, und konzentrier mich plötzlich auch auf den Fernseher an der Wand, um meinen Willen, von nun ab nur noch eisiges Schweigen aus mir rauskitzeln zu lassen, zu untermauern.
Wohnst du in Schöneberg?, fängt der Goldketten-Tanzschuh-Heini wieder an. Und ehe mir eine Geste einfällt, ihn wieder auf Eis laufen zu lassen, bringt er schon diese verdammte Weichheit ins Gespräch: Ich wohne in Schöneberg, sagt er und ja, ich bin nun mal so kriegt mich in sein Gespräch. Auch wenn das mit dem Ticketkauf nicht klappt, wir labern halt son bisschen hin und her. Wir gehen sogar zusammen zum Bahnsteig und steigen zusammen ins Abteil. Raucherabteil gabs damals noch. Und der Typ mit der seltsamen Aufmachung bietet mir ne Kippe an. Ich nehme sie. Dann bietet er mir ne Stange an oder zwei. Und mir wird klar, dass die beiden Jungs da grad in Polen eingekauft haben und vielleicht das eine oder andere Päckchen nach dem deutschen Zoll noch mal loswerden wollen. Nur so aus Interesse, was jetzt alles kommt, frag ich: Was haste denn? Und der Lange öffnet die Plastiktüte zwischen seinen Beinen, stubst den Typen mit der Brille an, der ein bisschen langsam reagiert, ehe auch er das Innere seiner Plastiktüte preisgibt. Luckies, Marlboros, Pall Mall. Wie ich mir schon vorher vorgenommen hab, schüttle ich den Kopf und seh aus dem Fenster. Aber da gibts nichts zu sehen außer dasselbe helle Zugabteil mit mir und den beiden Kippenhändlern drin. Moment mal, der Lange öffnet sein komisches Jacket und zieht Irgendwo aus den Untiefen seiner Ärmel zieht der noch zwei, drei Stangen. Ich kuck weg vom Spiegel, drauf aufs Original: Sieht aus wie Camel. Dieselbe Farbe, dieselbe Schrift, dieselbe Aufmachung, aber irgendwas ist anders. Statt eines Kamels ist da eine Ziege abgebildet. Und statt Camel steht da Jin Ling. Billiger kriegst dus nicht, sagt er. Die Dinger haben eine russische Zollmarke, würden aber aus China kommen, meint der Lange. Ich lehne auch das Angebot ab, aber irgendwas interessiert mich, irgendwas haben die beiden Macht ihr so was öfter?, frag ich.
Was? Ach, Zigaretten. Jeden Tag, sagt der Lange und fügt hinzu: Maik hat doch den Kloppi-Pass. Er zeigt auf Maik. Maik grinst fies. Der fährt kostenlos von Berlin durch Brandenburg plus Betreuer, cest moi. Harry. Er hält mir die Hand hin. Ich sag, ich bin Dirk, und schlage ein.
Und was führt dich an die Grenze?, fragt Harry. Ich überlege erst, ob das jetzt eine metaphysische Frage ist, und sage dann, dass ich grad diesen Preis gewonnen hab, wegen meinem Theaterstück, und dass ich Grund zum Feiern hab. Und irgendwie kommt es, dass Harry mir erzählt, dass er auch immer mit Theater zu tun hatte. Na ja, so Witznummern. Und so Ansagen bei Stripshows und so
Ich sage: Erzähl mal einen Witz. Aber Harry fällt keiner ein, also wechseln wir auf irgendein anderes Thema. Und Harry erzählt mir, dass er Kind eines GIs und einer Deutschen sei, ein schwarzer gi, wie man sieht, sagt Harry, und ich merke zum ersten Mal, dass das kein Sonnenstudioprodukt unter der Goldkette ist. Harry ist in einem Waisenhaus aufgewachsen, irgendwo in der katholischen westdeutschen Provinz, kein Puddingschlecken
Die Geschichte fällt mir wieder ein, als ich so langsam mal zu Potte komme, das Stück für das Staatsschauspiel Dresden zu schreiben. Es soll im Rahmen eines europäischen Festivals uraufgeführt werden, das After the Fall heißt, und das Goethe-Institut ist mit dabei, und es geht um die Zeit nach dem Fall der Mauer. Ich war damals sieben Jahre alt und hatte gerade gelernt, das Pioniertuch zu binden, als der ganze Spuk zu Ende ging. Also was darüber sagen?
Und noch eine kleine Inspirationsquelle drängelt sich dazu: Letzte Woche war ich mit meinem Vater in einer (Achtung!) Panzer-Fun-Fahrschule. Ich bin froh, dass ich Fahrrad fahren kann, aber jetzt habe ich verdammt noch mal einen Panzer gelenkt! Und die Leute, die das machen, die Leute, die das veranstalten, diese Panzer-Fun-Fahrschule, sind ehemalige NVA-Soldaten, die irgendwann im Urlaub in der Tschechei einen schrottreifen T55 aufkauften und jetzt Kapital aus ihrer antikapitalistischen Prägung schlagen Wieder eine Figur mehr
Nach dem Mauerfall ist jetzt. Die Mauer ist ein zweites Mal gefallen, und jedes Mal einmal mehr, je weiter die EU osterweitert und einheitliche Regeln für den Verkehr von Waren schafft. Und andere (?) Menschen. Die Nähe Dresdens zum Rest des großen alten unheimlichen Ostblocks hat mich auf die Idee gebracht, mich auf jeden Fall mit Harry und dem anderen Typen, dessen Namen ich leider vergessen habe, weiter zu unterhalten. Wenn auch nur auf dem Papier, weil ich bislang nicht die Chance hatte, die beiden wiederzusehen. In meinem neuen Stück ist der kleine Typ eine Frau, die beiden sind zusammen und finden es muss ja wie ein Lottogewinn sein einen Laster voll mit den sehnlichst erträumten Kippen. Und Menschen. Nämlich 20 illegalen Chinesen. Was soll man jetzt tun? Alle sind sie scharf drauf, auf die neue Welt
Wie man sich vielleicht auch schon denken konnte, schreibe ich also kein Stück über die Wende. Ich glaub, ich versuch stattdessen, in dem Stück zwei Sachen zusammenzubringen: die Festung Europa mit ihrer gesicherten Demokratie und den Schlange stehenden Flüchtlingen. Und den Fall der Festung DDR und ihre Flüchtlinge. Die Figuren sind alle irgendwie gebrochen in ihren Biografien. Sie haben ein akutes aktuelles Problem, kommen aber zugleich nicht von ihrer Vergangenheit los. Auf dem Rücken der aktuellen Situation wird der alte Kack ausgetragen.

Dirk Laucke wurde 2007 von der Zeitschrift Theater heute zum Nachwuchsdramatiker des Jahres gewählt.
Die Uraufführung von FÜR ALLE REICHT ES NICHT ist der Beitrag des Staatsschauspiels Dresden zum europäischen Theaterfestival After the Fall. Europa nach 1989.