Premiere 28.11.2026 › Kleines Haus 3

König für eine Nacht

von Bálint Antal und Bence Bíró
nach AUFZEICHNUNGEN EINES ­WAHNSINNIGEN von Nikolai Gogol

Handlung

„Wenn man keinen Job bekommt, der der eigenen Qualifikation entspricht, muss man eben trotzdem irgendwas machen. Egal.“, erklärt der 33-jährige Erik Lutz und redet sich seine Büro-Hilfsarbeiten im Ministerium schön. Je simpler die Arbeit, desto weniger bewältigt er sie allerdings und muss von seinem Vorgesetzten Schulz Demütigungen und Zurechtweisungen einstecken. Sein jüngerer Cousin Felix steht dank seiner digitalen Kenntnisse und Social-Media-Fähigkeiten längst über ihm auf der Karriereleiter. Nun befürchtet er, wegen Eriks Unzulänglichkeiten selbst in Schwierigkeiten zu kommen. Doch kein Zureden hilft: Erik prokrastiniert und bremst den Laden eher aus, als unterstützend zu wirken. Er fühlt sich im Arbeitsleben zurückgesetzt und von der Politik betrogen. Als dann auch noch ein Zusammentreffen mit der Tochter der Ministerin, in die er sich verliebt hat, peinlich für ihn endet, steigert er sich in Paranoia und Wahnvorstellungen und wird immer anfälliger für Verschwörungstheorien.

Für seine Debütinszenierung nimmt Bálint Antal die Erzählung Nikolai Gogols zur Vorlage, um die Mechanismen von Radikalisierung und die Funktionsweise moderner populistischer Strömungen zu untersuchen. Inwiefern korrespondieren private Enttäuschungen und Frustration mit fanatischen Allmachtsfantasien, und wie brüchig ist die Grenze zwischen Wahnsinn und Normalzustand?

Besetzung

Bühn
Kostüme
Musik
Dramaturgie
Lichtdesign
Erik Lutz
Ralf Schulz / Melchior / Daniel Lubeck / Herr Lutz
Clara Lindenberg / Balthasar / Angela
Felix Stein / Caspar / Tilo Fischer

Termine

http://www.staatsschauspiel-dresden.de/
Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden
Premiere
28
Sa
Nov
20.00 Uhr
Kleines Haus 3
von Bálint Antal und Bence Bíró
nach AUFZEICHNUNGEN EINES ­WAHNSINNIGEN von Nikolai Gogol
Preis: 20 €
Ausverkauft/Evtl. Restkarten an der Abendkasse

Wir veröffentlichen regelmäßig neue Termine.

Einfache Sprache

Ein Mann aus der Mittelschicht schreibt ein Tagebuch über sein Leben.

Er erzählt von Problemen bei der Arbeit und von einer unglücklichen Liebe.

Er wünscht sich mehr Anerkennung.

Mit der Zeit verändert sich sein Denken.

Er wird immer verwirrter und hält sich für den König von Spanien.

Er fühlt sich sehr mächtig und wichtig.

Deshalb kommen ihm die Menschen und ihre Gewohnheiten immer seltsamer vor.

Er versteht nicht, warum andere ihn nicht wie einen König behandeln.

Er kommt ins Gefängnis.

Auch dort wundert er sich, warum er nicht als König erkannt wird.

Der Regisseur Bálint Antal nutzt diese Geschichte von Gogol für sein erstes Theaterstück.

Er will zeigen, wie Menschen heute denken und handeln, zum Beispiel in der Politik.

Er will auch untersuchen, warum Menschen manchmal gern einfache Antworten auf komplizierte Fragen haben wollen.

Dabei stellt sich die Frage: Können persönliche Enttäuschungen dazu führen, dass Menschen sich Dinge einbilden und sich für besonders mächtig halten?

Und ist dieses verrückte Denken vielleicht schon ganz normal geworden?