Premiere 13.05.2022 › Schauspielhaus

Lulu

FOTO Sebastian Hoppe
Handlung
21 Jahre arbeitete Frank Wedekind an der LULU-Tragödie, die ihm Theaterskandale und einen langwierigen Gerichtsprozess einbrachte. Zahlreiche Bearbeitungen, in Zensur und Selbstzensur begründet, waren die Folge. Heute gilt das Stück, das sich radikal mit herkömmlichen Moralvorstellungen auseinandersetzt, als Wedekinds Hauptwerk. Der Regisseurin Daniela Löffner gibt die Inszenierung des Stückes Gelegenheit zu untersuchen, wie Sexualität – auch heute noch – Menschen an ihre Grenzen bringen kann.
Der Schuss auf Schön zwingt Lulu zur Flucht nach Paris. Nachdem alles Geld verspielt und verspekuliert ist, ihr Verhaftung droht, flieht sie erneut und strandet in London. Zur Prostitution gezwungen, ist ein gewisser Jack einer ihrer ersten Freier. Später nennt man ihn The Ripper.
Lulu will jeder sehen, dieses schöne Objekt der Begierde. Doch die Schauspielerin verlässt die Bühne. Sie entzieht sich den voyeuristischen Blicken, sie dient nicht länger jedermann und -frau als Projektionsfläche eigener Wünsche und verweigert sich allen Fortschreibungen weiblicher Rollenbilder. Zurück bleiben die Männer. Weil sie ihren Erwartungen und Sehnsüchten nicht entkommen können, beginnen sie allein, die Geschichte von Lulu zu spielen. An deren Anfang steht ein Mann: der Zeitungsverleger Schön. Er kauft Lulu als Kind ihrem ‚Zuhälter-Vater‘ Schigolch ab, erzieht sie, verheiratet sie – und erliegt ihr zuletzt doch: Als er sie mit seinem Sohn Alwa in flagranti ertappt, löst sich eine Kugel aus der Lulu zum Selbstmord gereichten Waffe und tötet ihn. Da sind bereits ein Medizinalrat und ein Maler an dieser Frau zugrunde gegangen, als sie – wider besseren Wissens – die Freizügigkeit Lulus als Frivolität und ihre Sinnlichkeit als Wollust missdeuteten.
Besetzung
Dr. Franz Schöning / Casti Piani / Mr. Hopkins
Eduard Schwarz / Jack the Ripper
Dr. Goll / Bankier Puntschuh / Dr. Hilti
Alwa Schöning
Schigolch / Ludmilla Steinherz
Gräfin Geschwitz
Rodrigo Quast / Kungu Poti
Pariserinnen / Frau
Ensemble